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Corona-Fallzahlen in Rosenheim sinken: Vorerst keine Lockerungen in Schulen, aber im Stadtleben

Um die Zahl der Neuinfektionen zu senken, empfiehlt die Stadt Rosenheim allen Reiserückkehrern einen kostenlosen Coronatest.
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Um die Zahl der Neuinfektionen zu senken, empfiehlt die Stadt Rosenheim allen Reiserückkehrern einen kostenlosen Coronatest.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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  • Anna Hausmann
    Anna Hausmann
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Im Kampf gegen das Coronavirus hatte die Stadt Rosenheim im August Sonderregeln erlassen. Denn die Fallzahlen lagen weit jenseits des bundesweiten Warnwertes. Jetzt sinken die Fallzahlen, und es gibt Lockerungen. Die Lage für die Schulen wird aber erst am Montag neu bewertet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgrund besonders hoher Corona-Fallzahlen erließ die Stadt Rosenheim am 24. August besondere Beschränkungen im Stadtleben.
  • Seit Mitte September sinken die Fallzahlen. Am 25. September hebt die Stadt die meisten Sonderregeln wieder auf und gleicht sie den bundesweit geltenden Corona-Regeln an.
  • Das Gesundheitsamt Rosenheim bleibt vorsichtig und will erst am Montag, 28. September, über Lockerungen in den Schulen entscheiden.

Update 25. September, 16.50 Uhr

Corona-Pandemie: Stadt lockert die Regeln, Landkreis bleibt vorsichtig

Lockerung für Gastronomie und private Veranstaltungen, nicht aber für Schulen: Während die Stadt wegen niedriger Corona-Inzidenzzahlen den Fuß von der Bremse nimmt, bleibt der Landkreis wegen Tagesausreißern vorsichtig. Am Montag will man die Lage mit Blick auf die Schüler neu bewerten.

Der Corona-Trend für die Stadt Rosenheim hält an, die 7-Tages-Inzidenz lag gestern laut Corona-Karte des Robert-Koch-Insituts bei niedrigen 14,2. Rosenheim verzeichnete damit – für einen Zeitraum von sieben Tagen und hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – die niedrigsten Zahlen von Neuansteckungen seit Mitte August.

Gastronomie und private Feiern haben wieder mehr Freiraum

Für die Stadt der Anlass, einige Beschränkungen zu lockern. Es profitieren davon die Gastronomie und Menschen, die zu privaten Veranstaltungen einladen möchten. So sind im öffentlichen Raum und in Lokalen wieder Gruppen von zehn Menschen erlaubt, die auch wieder zusammen an einem Tisch sitzen dürfen.

Bei privaten Veranstaltungen wie Feiern oder Versammlungen sind wieder mehr Menschen zugelassen, 100 in Räumen und 200 unter freiem Himmel. Es entfällt außerdem die Pflicht zum Zweittest: für Rückkehrer aus Risikogebieten endet die Quarantäne bereits nach Erhalt des ersten negativen Testergebnisses.

Gesundheitsamt bleibt bei den Schulen vorsichtig

Die Entlastung vom Zweittest gilt gleichermaßen für Stadt wie Landkreis Rosenheim. In einem bestimmten Bereich bewerten Landkreis und kreisfreie Stadt die Lage unterschiedlich. Während die Stadt auf insgesamt niedrige Zahlen verweisen kann, spricht das Landratsamt von 17 neuen Ansteckungen allein am Donnerstag, weit über dem Tagesschnitt der Woche.

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Das Landratsamt drückt daher mit Blick auf die Schulen auf die Bremse. Die Lage sei „fragil“, man wolle nicht an einem Tag lockern und am nächsten die Zügel wieder anziehen müssen. Deswegen werde man die Lage am Montag nochmals beurteilen, bevor man über die Wiederaufnahme des Regelschulbetriebs ab den 5. Klassen entscheide. Es bleibt aber bei der Befreiung der Maskenpflicht für Grundschüler.

Die Zahlen für Stadt und Landkreis

Derweil schrumpft der Anteil der Reiserückkehrer an der Zahl der neu Infizierten weiter. Mittlerweile beträgt der Anteil für den Landkreis nur noch zwei Drittel, in der Stadt Rosenheim ist er auf 72 Prozent gesunken.

Welche Ansteckungsgefahren Urlaub birgt, daran wurden die Menschen in der Region von anderer Seite erinnert: In Wien ließ der Verbraucherschützer Peter Kolba vor vier Tagen die ersten vier Musterklagen betreffs Virenschleuder Ischgl einreichen. Unter den insgesamt 6000 Menschen, die sich wegen der Möglichkeit einer Sammelklage im kommenden Jahr registrieren ließen, sind nach Kolbas Angaben auch rund 30 Menschen aus der Region Rosenheim.

Bad Feilnbach mit hohen Zahlen

Bisher sind insgesamt 3271 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (im Landkreis: 2564, Stadt: 707). Mindestens 2920 Menschen gelten als genesen. 222 Menschen starben an der Pandemie, (Landkreis: 199, Stadt: 23). Fünf Patienten werden stationär behandelt, einer von ihnen auf einer Intensivstation.

Auffallend hohe Zahlen an Neuinfektionen werden aus Bad Feilnbach gemeldet: Dort haben sich elf Menschen innerhalb der vergangenen Woche infiziert, einer mehr als in der Stadt Rosenheim. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes waren zum Redaktionsschluss noch dabei, die Ansteckungswege zu ermitteln, einen großen Ausbruch von Covid-19 in einer Einrichtung wie einem Pflegeheim wollte Sprecherin Ina Krug gestern aber ausschließen.

  • Vier Neuinfektionen werden für Stephanskirchen gemeldet (nun 71)
  • Je drei Fälle für Feldkirchen-Westerham (nun 73), Bruckmühl (91) und Bad Aibling (256).
  • Kolbermoor (213) und Flintsbach (17) verzeichnen je zwei Fälle.
  • Einzelfälle gibt es in Tuntenhausen (44), Großkarolinenfeld (72), Schechen (39), sowie in Oberaudorf (49) Neubeuern (26), Rohrdorf (45) und Prien (70).

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Die ursprüngliche Meldung vom 24. August zu den Corona-Beschränkungen in Rosenheim:

Rosenheim – Der Grenzwert für die 7-Tage-Inzidenz war in der Stadt Rosenheim am vergangenen Wochenende mit 53,7 überschritten. Die Schwelle liegt bei 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen. Wird dieser Wert überschritten, muss die betroffene Kommune handeln. Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass zunehmend Erkrankungsfälle bei Bürgern aufgetreten seien, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind.

Die Maßnahmen im Überblick

Die Beschränkungen sehen vor, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu einem zweiten Test nach fünf bis sieben Tagen verpflichtet werden. Dieser sei nun Voraussetzung für die Aufhebung der häuslichen Quarantäne. Diese Anordnung gelte für Stadt und Landkreis Rosenheim, wie der städtische Pressesprecher Thomas Bugl mitteilte.

+++ Weitere wichtige Nachrichten zum Coronavirus finden Sie in unserem News-Ticker. +++

Maximal 5 Personen in einer Gruppe

Der Aufenthalt von Gruppen im öffentlichen Raum werde ab sofort auf Angehörige eines Hausstands, andernfalls auf maximal fünf Personen beschränkt. Diese Anordnung erfolge für das Gebiet der Stadt Rosenheim verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gelte eine entsprechende Empfehlung.

Die Teilnehmerzahl bei nicht-öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werde auf 50 Personen beschränkt, unter freiem Himmel seien maximal 100 Personen zugelassen. Diese Regelung sei wiederum für das Rosenheimer Stadtgebiet verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gelte eine entsprechende Empfehlung.

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Allen Reiserückkehrern aus dem Ausland, vor allem aus südosteuropäischen Ländern, empfiehlt die Stadt, das kostenlose Testangebot in Anspruch zu nehmen. Etwa an der Teststation Hochfelln an der A8 und an der Rastanlage Heuberg an der A93 bei Brannenburg.

Keine gezielten Polizei-Kontrollen

Am Montag (24. August) lag die Zahl der Coronafälle laut Pressesprecher Bugl nur noch bei 45,8 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Doch die Maßnahmen würden mindestens solange aufrechterhalten werden, bis in der Stadt der Schwellenwert von 50 Fällen sieben Tage in Folge nachhaltig unterschritten werde.

Für den Landkreis hingegen bestehe keine „fachliche Notwendigkeit für eine verpflichtende Einführung“, teilte Landratsamtsprecherin Ina Krug mit. Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 13,8 Erkrankten (Stand Sonntag, 24. August) seien im Gegensatz zur Stadt weder der Schwellen- noch der Signalwert von 35 Fällen überschritten. Sollte auch im Landkreisgebiet der Schwellenwert überschritten werden, prüfe das Landratsamt auch hier eine verpflichtende Einführung.

Geltende Quarantäneregeln einhalten

Das Ordnungsamt überwache nun gemeinsam mit der Sicherheitswacht die Einhaltung der Maßnahmen, so Bugl. Auch die Polizei möchte verschärft einen Blick auf mögliche Verstöße haben, wie Alexander Huber, Sprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim, erklärt. Gezielte Kontrollen werde es allerdings nicht geben. „Wir halten nach wie vor die Augen offen, achten auf die Maskenpflicht und das Einhalten des Mindestabstands.“

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März appelliert an die Bürger, die geltenden Quarantäneregeln einzuhalten. Nicht wenige Infizierte, darunter vor allem jüngere Menschen, wiesen häufig keine Symptome auf. Pressesprecher Thomas Bugl sieht hier Handlungsbedarf: „Je länger solche Maßnahmen gelten, desto eher kann es zu gewissen Abnutzungserscheinungen kommen. Es ist wichtig, die Regeln verstärkt ins Bewusstsein zu rufen.“ Das gelte insbesondere in der Gastronomie – sowohl für Kunden, als auch die Wirte selbst.

Folgen für die Gastronomie

Restaurants und Bars sind besonders von den neuen Beschränkungen betroffen: Nichtdestotrotz zeigt sich der Rosenheimer Gastronom Manfred Kirner vom Wirtshaus „Zum Stockhammer“ zuversichtlich: „Die ersten Beschränkungen vor einigen Monaten waren zwar einschneidend, aber die Stadt Rosenheim hat das sehr gut geschafft – allein mit dem ‚Sommer in Rosenheim‘.“

Derzeit hätte er meistens eh nur kleine Gruppen und Familien zu Gast. Noch sei nicht klar, welche neuen Regeln bei einem Restaurantbesuch gelten. Der städtische Ordnungsdezernent Herbert Hoch weiß: „Die verschärfte Überwachung ist auch deshalb erforderlich, um das bisherige Entgegenkommen gegenüber den Gastronomen in der Stadt weiter aufrecht erhalten zu können.“

Veranstaltungen abgesagt

Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Wolfgang Hierl, warnt: „Sollte die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder sinken, wird an einer noch weitergehenden Verschärfung der Beschränkungen kein Weg vorbeiführen.“

Das gelte sowohl für Reiserückkehrer, als auch für Bürger im privaten Bereich. Unabhängig von den neuen Beschränkungen hat das Citymanagement laut Geschäftsführerin Sabrina Obermoser den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am 30. August bereits Mitte August abgesagt und weitere Veranstaltungen auf Oktober beziehungsweise November verschoben.

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