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Sperrungen jetzt auch in Bayern

Söders Machtwort zum Blockabfertigungs-Wahnsinn: So reagieren die Inntal-Gemeinden

Die Blockabfertigung sorgt immer wieder kilometerlange Staus im Inntal.
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Die Blockabfertigung sorgt immer wieder kilometerlange Staus im Inntal.
  • Paula L. Trautmann
    VonPaula L. Trautmann
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  • Michael Weiser
    Michael Weiser
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Bayern hat genug von der Tiroler Schikane mit der Blockabfertigung, Ministerpräsident Markus Söder spricht im Transit-Streit ein Machtwort. Was bedeutet das für die Ortschaften im Inntal und wie ist die Stimmung?

Rosenheim - An Tagen der Blockabfertigung will Markus Söder die Orte in Grenznähe für durchrollenden Laster-Verkehr sperren, um die Anwohner zu entlasten. Entweder sperre der Bund die Autobahn-Abfahrten – oder die Landratsämter machten die Ortsdurchfahrten dicht. Diese Maßnahmen sollen die Orte in der Region Rosenheim noch im Sommer entlasten. Das hat Söder am Dienstagabend (5. Juli) angekündigt.

„Die bayerische Geduld geht zu Ende“, sagt Söder. „Wir brauchen kurzfristige Maßnahmen, um unsere Bürgerinnen und Bürger in der Grenzregion zu entlasten.“ Bei jedem Einsatz der Blockabfertigung in Tirol fahren unzählige Lkw durch kleine Ortschaften im Inntal. Das drohe im Sommer noch schlimmer zu werden, wenn die Probleme an den Flughäfen noch mehr Verkehr auf die Straße bringen, sagt Söder. „Jetzt müssen Maßnahmen zum Schutz unserer heimischen Bevölkerung folgen.“

Breite Zustimmung in der Region Rosenheim

Die Ankündigung Söders stößt in der Region auf breite Zustimmung. „Das ist eine wunderbare und vernünftige Entscheidung. Ich bin froh, dass Herr Söder das einsieht“, sagt Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber.

Auch Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger zeigte sich begeistert. „Eine gute Nachricht ist das, sie kommt gerade noch rechtzeitig für ,Jetzt red I‘“. Wie berichtet, wird der BR am Mittwochabend, 6. Juli, in Brannenburg die nächste Auflage der Diskussionssendung veranstalten - mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und der Tiroler Landeshauptmanns-Stellvertreterin Ingrid Felipe als wichtigsten Gästen.

Rosenheims zweiter Bürgermeister Daniel Artmann freut sich über Söders „klares Zeichen“. Die Transitverbote seien „dringend notwendig“, anders werde Bayern mit den Folgen der Blockabfertigung nicht fertig. „Durch den Urlaub wird das Problem ja noch verschärft“, sagt Artmann.

Kiefersfelden begrüßt die Sperrung aus Solidarität

Für seinen Ort sei die Blockabfertigung zwar kein großes Problem, weil das Burgtor in Oberaudorf die Lkw abhalte, sagt Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber. Er kommentiere die neue Entwicklung nicht als Betroffener, sondern aus Solidarität mit seinen Nachbarn. Seine Kollegen schilderten ihm immer, wie schlimm ihre Lage ist, berichtet Gruber.

Auf die Frage, ob die Sperrung der Ortschaften den Streit mit Tirol noch verstärken könne, antwortet der Bürgermeister: „Das wäre mir in diesem Fall egal.“ Normalerweise halte er nichts von Streitereien, aber die Unberechenbarkeit und die Anzahl der Blockabfertigungen seien „viel zu viel“. Er erhofft sich durch die Maßnahme weniger Belastung für die Inntal-Gemeinden.

Blockabfertigung braucht langfristige Lösung

„Das sind tolle Nachrichten, das würde mich sehr freuen“, sagt Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Dann hätten wir unser Ziel kurzfristig erreicht.“ Langfristig müsse man das Problem Blockabfertigung aber erst noch lösen.

Das große Problem, dass viel zu viel Transitverkehr durchs Inntal rollt, kann auch laut Hajo Gruber nur gemeinsam überwunden werden – zusammen mit Tirol, Österreich, Bayern, Deutschland, Italien und der Europäischen Union. Alles andere sei „völlig verrückt“.

Diskussionen mit der Staatsregierung

„Das ist super, das ist genau das, was wir brauchen“, sagt die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig. Über Wochen und Monate hin hätten sie und andere Vertreter der Region darauf hingearbeitet. Wichtig sei die Umsetzung noch im Sommer, „schließlich steuern wir auf die Ferien mit verstärktem Verkehr hin“. 

Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner äußerte sich „sehr dankbar, dass der Ministerpräsident so ein klares Zeichen setzt“. Landrat Otto Lederer habe stets angemeldet, dass solche Verbote „unbedingt notwendig seien“. Wichtig sei, bei allen Hürden, eine schnelle Umsetzung. Stöttner: „Das muss noch im Juli passieren.“ 

Landrat Lederer teilte mit, dass vergangene Woche Gespräche zwischen dem Verkehrs- und Innenministerium, der Polizei sowie der Autobahn GmbH stattgefunden haben. Dadurch sei das Problem auf Ministeriums-Ebene gehoben worden. Auf Landkreis-Ebene arbeite man seit rund fünf Monaten daran, „das Thema rechtlich genau zu prüfen und umzusetzen“, sagt Lederer.

Deshalb begrüßt der Landrat die Entscheidung: „Das ist natürlich in unserem Sinne.“ Ideal sei, wenn gleich auf der Autobahn auf das Transit-Verbot hingewiesen werde, damit die Lkw gar nicht erst auf die Landstraßen fahren. Die Einzelheiten müssten noch besprochen werden. Er sei dankbar für die Unterstützung und hoffe auf eine baldige Umsetzung, sagt Lederer auf Anfragen der OVB-Heimatzeitungen.

Abfahrtsverbote zur Entlastung: Markus Söder stellt Details vor

Markus Söder erklärt im Detail, wie er die Region entlasten will. Er habe den Innen- und den Verkehrsminister gebeten, „sehr zügig“ ein Konzept zu entwickeln. „Wir werden den Bund auffordern, Abfahr-Verbote für überregionalen Verkehr an der A8 und der A93 zu erlassen“, sagt Söder. „Gleichzeitig können wir die für unsere Landstraßen zuständigen Landratsämter darin bestärken und unterstützen, den Lkw-Transitverkehr zu sperren, um Ortsdurchfahrten zu verhindern.

Die Sperren solle die bayerische Polizei kontrollieren und durchsetzen. „Andernfalls droht uns auf den Nebenstrecken nach Salzburg und durchs Inntal der Verkehrsinfarkt“, sagt Söder. Natürlich bleibe Bayern im Gespräch mit dem Bund und seinen Nachbarn. Doch leider bewege sich bisher in Berlin und Brüssel zu wenig. „Auch unser Vorschlag der Süd-Maut von München bis Verona auf der Brenner-Strecke wird bisher nur zögerlich verfolgt, obwohl es Bayern, Tirol und Südtirol befürworten“, sagt Söder.

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