Von Söchtenau an die Spitze

OVB
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Firmenchef Markus Dettendorfer (links) gründete vor 15 Jahren seinen Betrieb als Ein-Mann-Unternehmen in Söchtenau. Mittlerweile beschäftigt der Mittelständler 18 Mitarbeiter. Rechts der "Jahresbestmeister" im Bereich Metall Andreas Kemnitz.

Die Freude war beiden anzumerken: Firmeninhaber Markus Dettendorfer (Dettendorfer Maschinenbau) in Söchtenau gratulierte seinem Mitarbeiter Andreas Kemnitz zum Titel "Jahresbestmeister Metall". Der 26-Jährige hatte bei der Meisterprüfung im Bereich Metall als Bester abgeschnitten. Die Handwerkskammer München-Oberbayern überreichte ihm Goldmedaille und Urkunde. Daneben erhielt er auch den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung.

Söchtenau - "Ich wollte unbedingt eine gute Prüfung ablegen. Nur mit Ach und Krach durchzukommen, ist nicht meine Sache. Dass es allerdings so gut gelaufen ist, darauf bin ich schon ein bisschen stolz", sagt Kemnitz, der auch im Erfolg eher bescheiden ist. Neben der theoretischen musste er eine praktische Prüfung ablegen. Obendrein hatte er seine Kenntnisse in Betriebsführung und seine Befähigung als Ausbilder unter Beweis zu stellen. "Es hat alles gepasst", meint der junge Meister aus Bad Endorf locker, der in seiner Freizeit am liebsten angelt oder an alten Autos schraubt.

Nach seinem Realschulabschluss machte er eine Lehre als Mechatroniker bei den Stadtwerken in München. "Doch nach Ende der Ausbildungszeit wollte ich nicht mehr täglich pendeln. Das war auf die Dauer zu nervig", sagt der bodenständige 26-Jährige. So suchte er sich zunächst eine Arbeitsstelle in der Nähe seines Wohnorts, doch nach rund eineinhalb Jahren wechselte er. "Es hatte einfach nicht gepasst." Umso besser passte es bei Dettendorfer Maschinenbau: "Hier fühlte ich mich gleich wohl. Das Klima ist super, die Kollegen nett. Vor allem aber habe ich einen interessanten und abwechslungsreichen Aufgabenbereich. Täglich stellen sich mir neue Anforderungen."

Anfänglich war er beim Unternehmen in der Produktion eingesetzt, wechselte dann in die Montage und in die Qualitätssicherung. Jetzt ist er in der Blechteil-Endfertigung. "Ein Bereich, in dem sehr genau gearbeitet werden muss", so Kemnitz. "Hier sollten möglichst keine Fehler passieren, unser High-Tech-Produkt muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen", erklärt der Firmeninhaber.

Dettendorfer Maschinenbau ist als Zulieferbetrieb im Bereich Elektronik, Luftfahrt, Medizintechnik, Steuerungstechnik, Rüstung und in der Möbelbranche tätig. "Wir sind bewusst breit aufgestellt und haben uns nicht auf eine Nische spezialisiert. Wir bieten unseren Kunden Komplettlösungen von der Konstruktion bis zum fertigen Endprodukt an", macht Dettendorfer deutlich. Der globale Wettbewerb, der auch vor einem Mittelständler in Söchtenau nicht Halt macht, zwinge ihn, sich stets neu anzupassen. "Durch Qualität, hohe Flexibilität und Fertigungstiefe begegnen wir dem Druck." So biete man Produkte an, die gefräst, gedreht, gestanzt, mit Laser bearbeitet, gebogen, geschweißt und geschliffen sind.

Doch sein höchstes Kapital seien die Mitarbeiter. Dettendorfer: "Auch hier ist der Wettbewerb um gute Köpfe längst entbrannt." Umso mehr freute ihn die Initiative seines Mitarbeiters Kemnitz, den er in seinem Wunsch, "den Meister zu machen", betrieblich sehr unterstützte. "Gerade für uns kleinere mittelständische Unternehmen in der Region ist es nicht einfach, qualifizierte Mitarbeiter oder geeignete Lehrlinge zu bekommen und zu halten. Deshalb müssen wir das Pflänzchen Nachwuchs ganz besonders hegen und pflegen", so der Unternehmer.

Umso erfreulicher ist es deshalb für sein Unternehmen, dass der frischgebackene "Jahresbestmeister" weiterhin in der Firma bleiben wird. "Natürlich müssen wir auch etwas bieten. So wird er jetzt die Lehrlingsausbildung leiten und der Qualitätssicherung sowie der Baugruppenmontage als Abteilungsleiter vorstehen." Und genau das ist es, was den 26-Jährigen motiviert: "Ich werde hier bleiben, denn ich fühle mich am richtigen Platz: Ich habe nette Kollegen, einen tollen Chef und eine Aufgabe, die mich täglich anspornt."^

von Sigrid Knothe

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