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Geschützt durch Corona

So sicher wie nie zuvor: Sicherheitsbericht der Polizei zeigt sinkende Kriminalität in der Region

Der Trend ist klar: Bis auf die Sexualdelikte geht die Kriminalität bei den einzelnen Straftaten im Rosenheimer Landkreis zurück.
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Der Trend ist klar: Bis auf die Sexualdelikte geht die Kriminalität bei den einzelnen Straftaten im Rosenheimer Landkreis zurück.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Mit insgesamt 20.177 Straftaten ist die Region so sicher wie nie zuvor. Der positive Trend ist laut Polizei allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn möglicherweise sind die guten Zahlen in Rosenheim, Traunstein und Mühldorf lediglich die logische Konsequenz der Corona-Pandemie.

Rosenheim – Weniger Delikte, mehr Demonstrationen und ein starker Einfluss der Corona-Pandemie – das ist das Ergebnis des Rosenheimer Sicherheitsberichts 2020. Polizeipräsident Robert Kopp freut sich über den positiven Trend, merkt allerdings an, dass die Zahlen auch aufgrund von Corona so gut ausfallen.

Pandemie sorgt für weniger Delikte

„Wir haben rückläufige Zahlen bei nahezu allen Delikten“, stellt Polizeipräsident Kopp fest, wenn er auf die aktuelle Statistik blickt. Im Landkreis Rosenheim ist die Gesamtanzahl an Straftaten um 10,4 Prozent auf 10.259 gesunken. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 77,8 auf 80,5 Prozent.

Rund 100 Straftaten weniger: Die Polizei verzeichnet im Rosenheimer Landkreis mit 10259 Delikten den bisher niedrigsten Wert.

Auch in Mühldorf stieg die Quote auf 72,1 Prozent (2019: 67,3), während die Anzahl an Delikten mit 4297 genau gleich blieb. Nur in Traunstein gab es mehr Vorfälle als im Vorjahr. Dort stieg die Zahl auf 5621 (2019: 5491), von denen 71,9 Prozent aufgeklärt wurden (2019: 69,4).

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Besonders die Diebstähle seien in diesem Jahr zurückgegangen, was Kopp speziell auf die aktuelle Corona-Lage zurückführt. Dadurch, dass die Einwohner vermehrt zu Hause geblieben sind, seien Einbrüche deutlich erschwert worden. So mussten die Polizeistellen rund ein Drittel weniger schwerer Diebstähle aufnehmen als im vergangenen Jahr. Auch die Gewalt- und Tötungsdelikte sind deutlich zurückgegangen.

Rosenheims Landrat Otto Lederer ist aufgrund des aktuellen Berichts überzeugt, dass man sich in der Heimat sehr wohl fühlen kann. Er betont allerdings auch, wie sehr die Corona-Pandemie vieles verändert hat und das es so viele Demonstrations- und Veranstaltungsanmeldungen gab wie noch nie.

Lesen Sie auch: Polizeipräsident: „Ganoven müssen sich Sorgen machen“ - Das liegt auch an der Corona-Pandemie (Plus-Artikel OVB-Online)

Anstatt sich mit Diebstahl, Tötungen oder Rauschgiftdelikten zu befassen, hatten es die Beamten daher vermehrt mit Corona-Verstößen und Demonstrationen zu tun. Rund 73 Versammlungen bedurften in Rosenheim einer polizeilichen Begleitung, wovon 36 einen Bezug zu Corona hatten.

Sorgen bereiten Sexual- und Rauschgift-Delikte

Sorgen bereiten Polizeipräsident Kopp außerdem die Sexual- und Rauschgiftdelikte. Denn trotz Lockdown sind im Landkreis Rosenheim 841 Verstöße in Verbindung mit Drogen festgestellt worden. „Das sind zwar 24,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr (1115), dennoch liegt die Zahl im Zehnjahresvergleich deutlich über dem Durchschnitt“, ärgert sich Kopp.

Zudem stieg die Zahl der Sexualstraftaten als einziges Delikt im Landkreis Rosenheim um 22 Prozent. Dafür verantwortlich sind laut Polizeipräsident vor allem vermehrte Fallzahlen bei der Verbreitung von Kinderpornografie in sozialen Netzwerken.

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Weniger Einsätze gab es dafür, auch Corona-bedingt, im Straßenverkehr. Mit 6254 Unfällen wurden rund 1000 Zusammenstöße weniger aufgenommen als 2019. Auch die Straftaten auf der Straße wie Fahren ohne Führerschein, Nötigung oder Körperverletzungen gingen allesamt zurück.

Brutales Gewaltdelikt bleibt in Erinnerung

Besonders in Erinnerung geblieben ist beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ein brutales Gewaltdelikt aus Großkarolinenfeld. Am Samstagmorgen, 26. Oktober 2020, fielen im Rahmen eines Drogenhandels in der Bahnhofstraße Schüsse, die einen 20-Jährigen schwer verletzten.

Noch in derselben Nacht konnten die Polizisten den 22-jährigen Täter festnehmen, der letztlich im April wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde. Das 20-jährige Opfer wurde im Klinikum operiert und überlebte.

Landrat will positiven Trend fortsetzen

Insgesamt zeigt man sich beim Landrat und Polizeipräsidium zufrieden mit den Zahlen. Besonders stolz ist man auf die Rosenheimer Aufklärungsquote, die mit 80 Prozent rund 11 Prozentpunkte höher liegt als in ganz Bayern. Mit dem intensiven Austausch zwischen Polizei und Landkreisverwaltung hofft Landrat Lederer, das „subjektive Sicherheitsgefühl“ in der Region auch in Zukunft stärken zu können.

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