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OVB-Jahresrückblick 2021

Personeller Umbruch: Persönlichkeiten aus der Region Rosenheim verabschieden sich

Bei der Verabschiedung: Redaktionsleiter Willi Börsch (links) und Verleger Oliver Döser mit einer Druckplatte als Abschiedsgeschenk.
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Bei der Verabschiedung: Redaktionsleiter Willi Börsch (links) und Verleger Oliver Döser mit einer Druckplatte als Abschiedsgeschenk.
  • Klaus Kuhn
    VonKlaus Kuhn
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Es ist ein Jahr der personellen Umbrüche: Etliche Persönlichkeiten, die seit Jahren und Jahrzehnten an der Spitze von Behörden und Institutionen die Region mit geprägt haben, sind 2021 in den Ruhestand gegangen.

Rosenheim - Den Auftakt machte Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des Kbo-Inn-Salzach-Klinikums. Die Großbaustelle für den neuen Klinikkomplex, vor allem aber die Herausforderungen, die die Corona-Krise für das psychiatrische Krankenhaus mit sich brachte, prägen das letzte Jahr seines Arbeitslebens. 34 Jahre lang hat Danzl in Wasserburg gearbeitet, seit 1998 als Krankenhausdirektor und ab 2007, als das Kommunalunternehmen kbo des Bezirks gegründet wurde, als Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums. In seine Amtszeit fielen große bauliches Veränderungen der Klinik. Gabersee wandelte sich in eine moderne Akutklinik. Doch nicht nur baulich hat sich die Klinik verändert. Eine psychische Erkrankung ist heute kein Stigma mehr. Das Thema ist in der Gesellschaft angekommen.

Dr. Theodor Danzl

Er ist der echte Rosenheim-Cop. Doch im Gegensatz zu seinen „Kollegen“ vom ZDF befand sich das Büro von Polizeipräsident Robert Kopp nicht im Rosenheimer Rathaus, sondern in dem schmucklosen, moosgrünen Funktionsbau an der Ecke Kaiser-/Ellmaierstraße. 46 Jahre lang war Robert Kopp Polizeibeamter und hat eine Bildbuchkarriere hingelegt, vom Polizeipraktikanten 1975 zum Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Später machte der gebürtige Münchener Karriere bei der Polizei in seiner Heimatstadt. 2015 war er beim G7-Gipfel in Elmau stellvertretender Leiter des Planungsstabs und stellvertretender Einsatzleiter. Genau sechs Jahre lang war er der oberste Polizist. Zum 1. Oktober ist er in Pension gegangen. „Ich habe keinen Tag bereut.“ Sein Nachfolger ist der in Bad Aibling geborene Manfred Hauser, zuvor stellvertretender Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz.

Robert Kopp

Auch die zweite Polizeibehörde in Rosenheim hat einen neuen Chef. Elf spannende Jahre erlebt Polizeidirektor Reinhard Tomm als Leiter der Bundespolizeiinspektion. Es ist eine ereignisreiche Dienstzeit: der G7-Gipfel in Elmau („Das war der größte Polizeieinsatz, den es in Bayern bisher gegeben hat“), aber auch die Flüchtlingskrise 2015, als Tausende Menschen auf der Suche nach einem neuen Leben in Rosenheim ankommen.

Reinhard Tomm

Viele verbringen ihre erste Nacht in Deutschland in der zur Unterkunft umgebauten Sporthalle auf dem Bundespolizei-Gelände an der Burgfriedstraße. Als er 1979 in den Dienst eintritt, gibt es noch stationäre Grenzen und die Bundespolizei heißt damals Bundesgrenzschutz. Als Zugführer ist er bei den großen Demonstrationen in Wackersdorf dabei. Seine Karriere hat Tomm an viele Standorte in Deutschland geführt – oft weit von seiner Familie entfernt. Seine letzte berufliche Station war dort, wo er begonnen hatte. In seiner Heimat. Für seinen Nachfolger Ludger Otto ist der Posten in Rosenheim eine Heimkehr: Seit 26 Jahren lebt er in Rosenheim.

Eine eigene Zeitung zum Abschied zu bekommen – wer kann das von sich sagen? 32 Seiten hat die Sonderausgabe, in der sich alles um Willi Börsch dreht. Der Redaktionsleiter der OVB-Heimatzeitungen geht im Juni nach 31 Jahren in den Ruhestand. In diesen Jahren prägt er die Heimatzeitung wie kaum ein anderer, begleitet den technischen Umbruch aus der Bleizeit zur digitalen Produktion der Zeitung, bindet Leser ein mit Aktionen wie dem Blende-Fotowettbewerb oder den Leser-Reportern und begleitet intensiv das Projekt Zeitung in der Schule, an dem über 20 000 Schüler teilgenommen haben, sowie von Anfang an die OVB-Weihnachtsspendenaktion, bei der bislang über 15 Millionen Euro in soziale Projekte in der Region geflossen sind. Es ist ein fließender Übergang im Chefsessel der Redaktion: Nachfolgerin Carmen Krippl arbeitet bereits seit 2019 mit Börsch in der Redaktionsleitung mit.

Willi Börsch

18 Jahre lang leitet Paul Geisenhöfer das Rosenheimer Wasserwirtschaftamt. Prägendstes Ereignis seiner Amtszeit ist das dramatische Pfingst-Hochwasser 2013 mit massiven Überschwemmungen entlang der Mangfall und die anschließenden millionenschweren Soforthilfen, die an Geschädigte ausgezahlt werden. In den Folgejahren ist das Wasserwirtschaftsamt federführend bei dem enormen Ausbau des Hochwasserschutzes an der Mangfall. Im Rahmen des Großprojekts ist Geisenhofer auch für den Bau des Rückhaltebeckens bei Feldolling verantwortlich, das nach seiner Fertigstellung im Notfall sechseinhalb Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen könnte. In seiner Amtszeit fließen mehr als 250 Millionen Euro in den Gewässer- und Hochwasserschutz.

Paul Geisenhöfer

Elf Jahre lang war Wolfgang Hampel Chef des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) in Rosenheim. Zum 1. Juni geht er in Ruhestand. Es waren Jahre, in denen die Landwirtschaft einen Kulturwandel durchmachte. Themen wie Klimawandel, Umweltschutz und Tierwohl haben enorm an Bedeutung zugenommen. Hampel hat sein Amt in der Öffentlichkeit vertreten. Sein Nachfolger ist im AELF Rosenheim ein alter Bekannter: Dr. Georg Kasberger, zuletzt Leiter des AELF in Ebersberg, hat in Rosenheim seit 2005 den Bereich Forsten geleitet, ehe er 2017 als Chef zum AELF Ebersberg wechselte.

Wolfgang Hampel

Buchstäblich eine ganze Generation, nämlich 33 Jahre, steht Franz Knarr an der Spitze der Rosenheimer Sektion im Deutschen Alpenverein. In seiner Amtszeit steigt die Mitgliederzahl von 2000 auf 11 000 – es ist der mitgliederstärkste Verein in der Region. Bei den Neuwahlen tritt der 76-Jährige nicht mehr an. Aus dem einstigen Verein von Bergwanderern und Kletteren ist ein Dienstleister in Vereinsform geworden, der auch eine gesellschaftspolitische Stimme ist, wenn es um Umweltschutz und den Alpenraum geht. Die Nachfolge hat Josef Müller angetreten.

Franz Knarr

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