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Seehofer macht Bahn Dampf

Etwa 170 Zugbewegungen täglich werden derzeit auf der Inntal-Strecke registriert. Ab 2025 dürfte der Bahnverkehr deutlich zunehmen. Foto schlecker
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Etwa 170 Zugbewegungen täglich werden derzeit auf der Inntal-Strecke registriert. Ab 2025 dürfte der Bahnverkehr deutlich zunehmen. Foto schlecker

Ministerpräsident Horst Seehofer macht Druck. Wenn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am 13.

Februar nächsten Jahres in den Landkreis Rosenheim kommt, um mit den betroffenen Städten und Gemeinden über den Zulauf zum geplanten Brennerbasistunnel zu sprechen, will er von der Bahn Eckdaten haben, die eine belastbare Diskussionsgrundlage darstellen.

Rosenheim/München - Mit diesem Arbeitsauftrag verließen die Vertreter der Bahn ein Treffen in der Bayerischen Staatskanzlei, zu dem der Regierungschef kürzlich Landrat Wolfgang Berthaler, die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die beiden Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Klaus Stöttner sowie die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden eingeladen hatte. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gehörte der Runde als zuständiger Fachminister an.

Landrat zieht

positives Fazit

"Wir haben gute Rückendeckung bekommen. Bei dem Gespräch ist mehr herausgekommen, als ich mir erhofft habe", zeigt sich Berthaler erfreut. Wegen des aus seiner Sicht bisher eher zögerlichen Verhaltens der Bahn bei der Planung des Brennerzulaufs hatte der Landrat den Ministerpräsidenten vor einigen Wochen bei der Hauptversammlung des Bayerischen Gemeindetages in Bad Aibling auf die Problematik angesprochen und um den Termin in München gebeten.

Berthalers positives Fazit unterstreichen auch die anderen Gesprächsteilnehmer aus dem Landkreis. Daniela Ludwig ist erleichtert, dass jetzt ein Fahrplan für das kurzfristige Vorgehen festgeklopft wurde. Bis zum 13. Februar soll die Bahn Bewertungskriterien nennen, die für die Suche nach einer neuen Trasse durch das Inntal gelten. Außerdem muss sie einen groben Zeitplan für den Ablauf des Planungsdialogs vorlegen. "Mit dem müssen wir jetzt so schnell wie möglich beginnen", fordert Ludwig. Die Bundestagsabgeordnete geht wie der Landrat davon aus, dass bis zur Fertigstellung einer neuen Trasse die bisherige Bahnstrecke durch das Inntal den Anstieg des Güterzugverkehrs bewältigen muss, der nach der Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels zu verzeichnen sein dürfte. "Wenn die Bahn die Strecke ertüchtigt, brauchen wir eine Reduzierung der Lärmbelastung für die Anlieger", ist die Abgeordnete überzeugt. Die Bahn müsse Möglichkeiten hierfür aufzeigen und eine Kostenschätzung vorlegen. "Erst dann kann die Politik über die Finanzierung reden", so Ludwig.

Mehr Lärmschutz fordert auch die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Sie geht davon aus, dass ab circa 2025 der Güterverkehr auf bayerischer Seite in Richtung Brenner kontinuierlich zunehmen und bis dahin "eine alternative Zulauftrasse auch nicht ansatzweise zur Verfügung stehen wird". Ob es diese jemals geben wird, betrachtet die Oberbürgermeisterin "angesichts der schwierigen und ökologisch sensiblen Topographie sowie des absehbar schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses" ohnehin als zweifelhaft. Umso wichtiger sei, dass die Bahn die nächsten zehn Jahre nutzt, um den Lärmschutz am Schienennetz im gesamten Stadtgebiet zu optimieren. Bauer fordert eine Tieferlegung der Bahntrasse durch die Stadt, "wo immer dies möglich ist". Und an einer weiteren bekannten Forderung hält sie ebenfalls unverrückbar fest. "Für Rosenheim ist es von vordringlicher verkehrspolitischer und infrastruktureller Bedeutung, dass unsere Stadt nicht vom internationalen Personennahverkehr auf der Schiene abgekoppelt wird. Diese Voraussetzung ist zwingend und darf nicht zur Disposition gestellt werden."

Lederer betont

große Einigkeit

Der Landtagsabgeordnete Otto Lederer begrüßt vor allem die im Gespräch bei Horst Seehofer getroffene Vereinbarung, Maßnahmen parallel umzusetzen. Die "besondere Situation" im Inntal sei den Verantwortlichen der Bahn deutlich vor Augen geführt worden. Da befindet sich Lederer im Einklang mit dem Landrat, der bei allen Beteiligten die Erkenntnis sieht, "dass man dieses Projekt nicht nach Norm abhandeln kann." Eine wichtige Voraussetzung vor Ort, um optimale Ergebnisse für die Bevölkerung zu erzielen, ist aus Lederers Sicht vorhanden. "Wir sind uns in dieser Frage auf allen politischen Ebenen einig."

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