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Schweinebraten oder Schweinsbraten?

Mmmhhh - der Schweinsbraten ist und bleibt ein Wiesn-Klassiker.  Foto  dpa
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Mmmhhh - der Schweinsbraten ist und bleibt ein Wiesn-Klassiker. Foto dpa

Für Dosige und Zuagroaste befasst sich OVB-Autor Armin Höfer ("Vo Ort zu Ort") mit 14 Wiesn-Wendungen. Heute: Schweinebraten oder Schweinsbraten?

Abgesehen vom Märzenbier gibt es auch Weißbier auf der Wiesn. Darüber hinaus kommen die Besucher nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von viel weiter her: Die Attraktivität des Rosenheimer Herbstfestes hat sich halt weithin herumgesprochen, so auch bis ins Dachauer Land oder nach Regensburg. Im "Tatzlwurm" sitzen nämlich zufällig gerade Siegfried Tafelmeier und Ludwig Zehetner, Dialektologieprofessor an der Uni Regensburg, zusammen mit dem OVB-Autor dieser Serie an einem Tisch und sind beim Studium der "Schbeiskartn", die im Bairisch dieser Herren eher nicht "Speisekarte" oder "Speisenkarte" heißt.

Da ruft der Siegi: "Fraalein, bringaSma biddschee an Schweinsbrohn und a Woazn!" Schweinsbrohn ist Schweinsbraten, aber a Woazn? Der Professor horcht interessiert auf; der Autor übersetzt für die etwas unschlüssige Kellnerin: "A Weißbier mechd der Herr!"

Jetzt ergreift Ludwig Zehetner, der mit dem Lexikon "Bairisches Deutsch" hervorgetreten ist, das Wort: "Sie Herr Nachbar, mi daads interessiern, wo Sie herkemma!" - "Aus Odelzhausen, im Dachauer Land. Warum frongS denn?" - "Weil i bisher gmoand hob, dáss da Woazn die Getreidesortn is, a Weizn aber s Bier!" - "Ná, ná, i bin dá Sohn von am Gastwirt, bei uns hod des Weißbier oiwei ,Woazn' ghoaßn." - "Dann muaß i mein diesbezüglichn Eintrag in meim Lexikon ändern lassn! Sauwa!"

Der OVB-Autor denkt sich: "Schod, dáss dees erst heid aufkemma is! Sisd heedi mein ,Weißbier'-Artikl a bissl andaschd gschriem! Schwoammas owi!"

Außerdem erinnert er Professor Zehetner an eine Situation zu Fischach im Landkreis Augsburg, als ein Abiturient im Wirtshaus "a Woiz" bestellte. Überhaupt gibt es im deutschen Sprachraum viele feine, reizvolle Unterschiede in puncto Begriffe, Aussprache und Schreibung von Speisen und Getränken.

Vieles davon kann man auf dem Herbstfest studieren. Wie lange aber noch? Unser Schweinsbraten beispielsweise wird vom nördlichen Schweinebraten bedrängt, ebenso der Rindsbraten vom Rinderbraten. Hier in Rosenheim gibt es noch gelbe Rüben und Rannen; Möhren und Rote Be(e)te brauchen wir (noch) nicht. Schon recht selten hört man Karfiol für Blumenkohl, aber das Wort "Kraut" dominiert immer noch gegenüber "Kohl", "Knödel" gegenüber "Kloß".

"An Schweinsbrohn mit Roudkoi und Gleeß?" Ná, biddschee ned! Do kunnt oam glei da Appetit vageh! Bleiben wir doch beim Bairisch oder zumindest südlichem Hochdeutsch!

Wer kennt si aus? Gansjung? Oxnaung? Hoiadauch? A Scheichä Kaffää?

Die Lösungen zur gestrigen Folge:

Krampfhenne: Frau, die nicht ernsthaft redet, nur Unfug (Krampf) plant; daneben gibt es auch den Krampfgockel

Tratzgockel: Mann, der seine Mitmenschen gern tratzt, also gerne neckt und provoziert.

Hendlfriedhof: Brathendlfriedhof, dicker Bauch, Wampe.