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Klima wirkt sich auf Honigernte aus

Schwacher Start, gutes Finale: Imker aus dem Landkreis Rosenheim ziehen Bilanz

Marinus Gassner beißt herzhaft in eine Wabe. Der Geselle des Imkereifachberaters für den Bezirk Oberbayern, Arno Bruder, spricht von einem schwierigen Jahr für viele Imker. re
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Marinus Gassner beißt herzhaft in eine Wabe. Der Geselle des Imkereifachberaters für den Bezirk Oberbayern, Arno Bruder, spricht von einem schwierigen Jahr für viele Imker. re
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Honigerträge sind dieses Jahr gering – und dies kann sich in einem erhöhten Honigpreis widerspiegeln. Aufgrund des kalten Frühjahrs hatten es die Bienen nämlich nicht leicht und mussten bis in den Mai sogar zugefüttert werden. Einen Lichtblick für die Imker gab es allerdings im Sommer.

Rosenheim – Arno Bruder sah seine fleißigsten Mitarbeiter, die Bienen, heuer gewaltig im Stress. Bruder ist Imkereifachberater des Bezirks Oberbayern und betreut selbst 400 Völker. Für die Tiere sei es ein hartes Jahr gewesen. Und es werde ein karges Jahr für die Honigliebhaber: „Es war zu kalt, als die Bienen fliegen sollten. Die Frühjahrsblüte war bis zum Raps eigentlich fast ein Totalausfall.“ Bis in den Mai hinein habe man den Bienen zufüttern müssen, „damit die überhaupt am Leben blieben“.

Preise könnten künftig steigen

Bruders Fazit: Es könnte durchaus sein, dass der Honig teurer werde. Der süße Stoff müsse schon wegen der höheren Kosten für Energie und Verpackung um etwas mehr als einen Euro auf bis zu zehn Euro pro 500-Gramm-Glas im Preis steigen. Allerdings gebe es regional durchaus Unterschiede.

In und um Rosenheim war der Frühling so verregnet und kalt wie im Rest Oberbayerns. Aber davon abgesehen ziehen die Imker zwischen Feldkirchen und Sachrang eine andere Bilanz als der Imker-Fachberater aus dem Landkreis Weilheim Schongau für weite Teile seines Beritts. Schwacher Start, gutes Finale – so hört es sich bei vielen Imkern in der Umgebung an. Der Unterschied liegt im Frühlings- und im Sommerertrag, also im Blütenhonig und im Waldhonig.

25 bis 40 Kilo pro Volk rund um Lauterbach

Ein „supergutes Ergebnis“ hat Monika Fischer vom BZB Höhenmoos-Söllhuben erreicht. Sicher nicht mit dem Blütenhonig, dafür aber riss es die Waldhonig-Ernte heraus. 25 bis 40 Kilo habe sie pro Volk rund um Lauterbach (Gemeinde Rohrdorf) erzielt. „Das gibt es manchmal nur alle fünf oder sieben Jahre“, sagt sie. Das Wetter muss wohl für die Läuse zuträglich gewesen sein, aus deren Ausscheidungen die Bienen jenen dunklen, würzigen Stoff gewinnen.

Marinus Gassner ist Arno Bruders Geselle und arbeitet auf die Tätigkeit als Fachberater hin. Er spricht von einem schwierigen Jahr für viele Imker. Allerdings betont auch er die besondere Bedeutung der Waldtracht. Und auch er hebt die regionalen Besonderheiten hervor: Die Erträge seien sehr unterschiedlich ausgefallen. Das kann Michael Herden aus Aschau bestätigen. „Das Frühjahr war nichts, der Sommer so lala.“ Er könne nicht klagen, aber einige Imker der Umgebung hätten wohl schlechte Erträge eingefahren. Er habe auf Bio umgestellt, sagt er. Er will nicht ausschließen, dass wärmere Temperaturen den Imkern nah an den Bergen auch den einen oder anderen günstigen Sommer bescheren könnten.

Die Honig-Lotterie nimmt Markus Heimbuchner aus Kolbermoor gelassen: „Das ist die Natur.“ Es sei wie mit den Unwettern: Über dem einen Ort sei eine Zelle stehengeblieben, bis alles unter Wasser stand, während Orte nur wenige Kilometer entfernt unbeschadet davongekommen seien.

Guter Sommer für die Bienen

Wolfgang von der Heyden vom Imkerverein Ramerberg berichtet, dass die Frühjahrsernte mit dem Blütenhonig „fast vollständig“ ausgefallen sei. Der Juni und der Juli mit der Waldtracht hingegen seien „überraschend gut“ geraten. Für die Menschen mag der Sommer durchwachsen gewesen sein, für die Bienen und ihre Zuarbeiter, die Läuse, war er wohl gar nicht so schlecht. Wenn es nur trocken und heiß ist, sei das eben auch nicht optimal, meint von der Heyden. Er plane nicht, den Preis für den Honig zu erhöhen. Er sei Imker aus Liebhaberei, „reich will ich damit ja nicht werden“.

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