Seniorenberater des Polizeipräsidiums ziehen erste Bilanz

Schutz durch bessere Information

Die Seniorenberater bei der Besprechung mit dem Leiter des Sachgebietes Kriminalitätsbekämpfung, Franz Metzger (sitzend, Dritter von rechts), und weiteren Mitarbeitern.  Foto re
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Die Seniorenberater bei der Besprechung mit dem Leiter des Sachgebietes Kriminalitätsbekämpfung, Franz Metzger (sitzend, Dritter von rechts), und weiteren Mitarbeitern. Foto re

Rosenheim - Angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung verzeichnet die Polizei schon seit längerem auch eine Zunahme von Straftaten, die sich gegen Senioren richten. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd widmet dieser Entwicklung derzeit besondere Aufmerksamkeit. Im Februar 2011 wurde das Projekt "Sicherheitsberater für Senioren" ins Leben gerufen. Jetzt trafen sich die Seniorenberater im Polizeipräsidium und zogen mit der Fachabteilung "Kriminalitätsbekämpfung" eine erste Bilanz.

Acht pensionierte Polizeibeamte und eine Beamtin, darunter ehemalige Dienststellenleiter und Kriminalbeamte, haben seitdem über 1000 ältere Bürger in Vorträgen über Kriminalitätsphänomene und präventive Möglichkeiten informiert. Franz Metzger, Leiter des Sachgebietes Kriminalitätsbekämpfung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, sprach in einer Jahresbilanz den Sicherheitsberatern für Senioren seinen Dank und Wertschätzung für ihre Tätigkeit aus. "Manche Straftäter nutzen gezielt die Leichtfertigkeit und Unkenntnis älterer Menschen aus. Dem wollen wir mit verstärkter Information über solche Gefahren begegnen", so Metzger.

Auch 2011 wurden Senioren wieder Opfer von Straftaten. Folgende Fälle veranschaulichen die Notwendigkeit auf bestimmte Kriminalitätsphänomene aufmerksam zu machen:

Im Mai hielten zwei südländisch aussehende Männer mit ihrem Pkw im Landkreis Rosenheim vor einem landwirtschaftlichen Anwesen an, steigen aus, täuschen eine Fahrzeugpanne vor und bitten um Kühlwasser. Der 75-jährige Geschädigte holt einen Kübel mit Wasser aus dem Stall. Zwischenzeitlich tauchen drei weitere Männer auf, die das Anwesen unbemerkt betreten und aus dem Schlafzimmer 17500 Euro und aus der Küche weitere 1000 Euro Bargeld stehlen.

Einem 73-jährigen dementen Mann aus dem Landkreis Rosenheim wird im Oktober ein Teppich für 8000 Euro angeboten. Er fährt mit dem Täter zur Bank, hebt den Betrag ab und übergibt ihn dem Verkäufer. Zwei Wochen später sucht der Teppichverkäufer erneut den Rentner auf und bittet ihn um 20000 Euro, da er beim Zoll Ware auslösen müsse. Der Mann verspricht für diese Gefälligkeit dem Geldgeber 40000 Euro zu übergeben. Gemeinsam fahren die beiden wieder zu dem Geldinstitut. Nach Übergabe der 20000 Euro meldete sich der Teppichverkäufer natürlich nicht mehr.

Eine besondere Masche ließen sich Unbekannte einfallen, die im Herbst in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach in einem Inserat nach einer alten Schreibmaschine suchten und damit in erster Linie ältere Menschen ansprachen. Nach Rückruf unter der angegebenen Telefonnummer erschien tatsächlich ein Interessent, um die Schreibmaschine zu besichtigen. Während eines Ablenkungsmanövers gelang es dem Täter über 2000 Euro Bargeld aus dem Schlafzimmer zu entwenden.

Aktuelle Infos für Seniorenberater

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd will daher seine Bemühungen, die Zielgruppe der Senioren über die Gefahren aufzuklären, aber auch deren subjektives Sicherheitsgefühl zu verbessern, weiter vorantreiben. Die Anforderung der Sicherheitsberater für Senioren erfolgt über die kriminalpolizeilichen Fachberater bei den Kriminalpolizeidienststellen. Diese übernehmen die Koordination und versorgen die Seniorenberater mit aktuellen Informationen aus dem Bereich der Kriminalitätsbekämpfung und -vorbeugung. Darüber hinaus stehen die kriminalpolizeilichen Fachberater auch für Fragen im Zusammenhang mit Einbruchsschutz zur Verfügung.

Weitere Infos unter www. polizei.bayern.de/oberbayern. re

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