Viele Wege

Wie Schulen in der Region am Freitag Zwischenzeugnisse vergeben - trotz Wechselunterricht

Verschwommene Aushändigung: Schulen im Landkreis verteilen die Zeugnisse auf unterschiedlichen Wegen.
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Verschwommene Aushändigung: Schulen im Landkreis verteilen die Zeugnisse auf unterschiedlichen Wegen.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Noten per Post an die Eltern oder zum Nachschauen im Internet? Bei den Zwischenzeugnissen in diesem Jahr kein Problem. Damit alle Schüler trotz Corona-Restriktionen an ihre Zwischenbilanz kommen, ist den Schulen im Landkreis jedes Mittel recht.

Rosenheim – Abholen, Verschicken oder online abrufen: Aufgrund der Corona-Beschränkungen bekommen die Schüler aus dem Landkreis ihre Zwischenzeugnisse auf unterschiedliche Art und Weise ausgestellt. Laut Walter Baier, dem Vorsitzenden der Direktorenvereinigung bayerischer Gymnasien, können sich die Schüler wegen des Distanzunterrichts dabei über größtenteils gute, aber auch weniger aussagekräftige Noten freuen.

Laut Schulamt gibt es keine Schwierigkeiten

„Im Großen und Ganzen wird jeder problemlos an seine Noten kommen“, ist sich Edgar Müller, Schulamtsleiter der Rosenheimer Grund- und Mittelschulen, sicher. Da es sich bei dem Zwischenzeugnis nicht um ein amtliches Dokument handelt, hätten die Schulen bei der Ausgabe durchaus eine gewisse Freiheit. So können beispielsweise Kinder und Jugendliche, die sich im Wechselunterricht befinden, ihren Ausdruck auch bereits am Donnerstag abholen, wenn sie am Freitag nicht ihre Präsenzphase haben. Auch das Zuschicken per Post oder die Bereitstellung einer Online-Übersicht ist laut Müller ohne Probleme möglich.

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Die Verzögerung der Zeugnisausgabe, die normalerweise Mitte Februar vor den Faschingsferien stattfindet, sorgt laut Barbara Heuel vom Kinderschutzbund Rosenheim allerdings für eine weitere Belastung der schon schwer geforderten Schüler. Sie sieht die Zwischenbilanz als „wichtigen Wegweiser für die zweite Schuljahreshälfte“ und fürchtet, dass sich die Corona-Restriktionen negativ auf die Benotung der Schüler auswirken könnten.

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Der Schulleiter des Gymnasiums Bruckmühl, Walter Baier, kann diesbezüglich Entwarnung geben. „Die Lehrer berücksichtigen gerade im Distanzunterricht die aktuelle Lage und werden die Online-Mitarbeit dementsprechend bewerten.“ Er ist davon überzeugt, dass es daher sogar zu außergewöhnlich guten Noten kommt. Vor allem an den Schulen, die auch schon vor Weihnachten nicht die Möglichkeit hatten, schriftliche Arbeiten in voller Klassenstärke zu schreiben, werden demnach in erster Linie mündliche Beiträge einen Großteil der Benotung ausmachen. Dementsprechend sei der Notenbericht allerdings auch weniger aussagekräftig.

Vergabe wird erst für den Abschluss brisant

Viel spannender wird es aus der Sicht von Baier, wenn es am 30. Juli um die Abschlusszeugnisse geht. Er fürchtet, dass es auch dann schwierig wird, eine valide Bewertung vorzunehmen, wenn der Unterricht weiter im Wechsel oder auf Distanz stattfindet. Da es sich dann um ein amtliches Dokument handelt, werde zumindest die Verteilung nicht so einfach sein wie bei den Zwischenzeugnissen.

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