Diagnose Querschnittslähmung nach Bade-Unfall bei Vogtareuth

Von der Spezialklinik in die Reha – und dann nach Hause? So geht es Sandro (16) aus Schonstett heute

Sandro (16) aus Schonstett nach Badeunfall am Inn querschnittsgelähmt
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Nach einem Badeunfall an der Vogtareuther Staufstufe ist der 16-jährige Sandro aus Schonstett querschnittsgelähmt. Dennoch will er nicht aufgeben und sich zurück ins Leben kämpfen.
  • Marina Birkhof
    vonMarina Birkhof
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Er wollte mit seinen Freunden einfach nur seinen Abschluss feiern. Doch an diesem Sommernachmittag wurde Sandros Leben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt: Durch einen schrecklichen Unfall ist er fortan querschnittsgelähmt. wasserburg24.de hat sich erkundigt, wie es dem Schonstetter nach zahlreichen OP‘s, Klinikaufenthalten und Therapieangeboten in der Reha geht.

Schonstett – Der Unfall im Juli 2020 änderte Sandros Leben innerhalb von Sekunden. An der Innstaustufe in Sunkenroth bei Vogtareuth sprang er von einem Betonfundament aus so unglücklich ins Wasser, dass er mit dem Kopf auf einem unterspülten Felsen im Inn aufkam. Die Verletzungen waren so schlimm, dass der 16-Jährige vermutlich sein Leben lang querschnittsgelähmt bleiben wird.

Situation in Reha für Sandro eine „extrem emotionale Belastung“

Eine Schockdiagnose für Sandro und seine Familie: Doch Sandro hielt das nicht auf. Der sportliche Junge kämpft sich peu à peu zurück ins Leben. Begonnen in der Akutklinik in Murnau mit Spezialbehandlungen geht es nun weiter mit der kassenärztlichen Reha in Bad Wildbad im Schwarzwald als Zwischenstation – bevor es im Anschluss daran mit der Spezialreha in Pforzheim weitergeht, erzählt Vater Bernhard.

„Sandro ist in der Reha isoliert und einsam – bedingt durch die Corona-Pandemie. Mit Besuchen ist es nicht nur wegen der Entfernung schwierig. Für unseren Sohn eine extrem emotionale Belastung“, betont Bernhard. Zudem habe der 16-Jährige immer wieder mit querschnittsspezifischen Infekten zu kämpfen, die akutmedizinische Behandlungstätigkeiten benötigen. „Das wirft ihn sowohl physisch als auch psychisch zurück. Dass die Reha kein Zuckerschlecken werden würde, das war uns allen bewusst - doch die Situation ist tatsächlich sehr schwer für ihn.“ Bis Ende Februar wird Sandro auf jeden Fall noch in der Reha bleiben, wenn sie nicht sogar verlängert wird.

Sandro an Weihnachten in der Spezialklinik in Murnau.

Indes hat in seinem Heimatdorf Schonstett der behindertengerechte Umbau des Hauses begonnen. Dabei ist das Haus der Familie noch nicht einmal abbezahlt. Die Arbeiten erfolgen in zwei Bauabschnitten, weiß Bernhard. Der erste befindet sich bis auf kleinere Restarbeiten bereits im Endspurt, im Sommer startet der zweite Abschnitt. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf einen hohen fünfstelligen Bereich. Alleine der Treppenlift schlägt mit 21.000 Euro zu Buche. Ein rollstuhltaugliches Auto, damit Sandro in naher Zukunft flexibel und mobil sein kann, kostet circa 35.000 Euro.

Spendenaktion: Sandro und seine Familie erfuhren große Welle der Solidarität

Alles ist teurer als ursprünglich gedacht. Es ergeben sich wöchentlich neue Möglichkeiten, Geld auszugeben“, erläutert Sandros Vater. Geholfen hat der Familie bisher die Spendenaktion. „Wir erfuhren eine große Welle der Solidarität in der Bevölkerung und sind nach wie vor über jeden Cent dankbar.“ Auch der Wasserburger Verein „Schellen-Sau“ unterstützt tatkräftig, damit sich Sandro zurück ins Leben kämpfen kann.

Die Gesamtkosten für Umbau, Trainingseinheiten und Klinik- sowie Reha-Aufenthalte belaufen sich insgesamt auf weit über 300.000 Euro. Alleine der Aufenthalt in der Spezialrehaklinik in Pforzheim wird circa 135.000 Euro kosten, welche zu 100 Prozent privat zu finanzieren sein werden, da die Krankenkasse eine Beteiligung verweigert.

Der Umbau des Hauses in Schonstett geht voran.

Und die Kosten werden nicht weniger, reißen immer wieder tiefe Löcher in das Finanzierungskonzept der Familie. Weil Sandro wegen der Feiertage Ende des Jahres kurzfristig keine Überbrückungsmöglichkeit nach dem Aufenthalt in der Akutklinik, der am 24. Dezember endete, und der am 4. Januar gestarteten Reha fand, „bot“ die Spezialklinik in Murnau an, ihn für zehn Tage unterzubringen und zu betreuen – für einen Tagessatz von 1.050 Euro. Die Krankenkasse? „Zahlte keinen längeren Aufenthalt und will sich auch nicht an den Kosten beteiligen“, schließt Bernhard mit leiser Stimme.

Finanziell unterstützen kann man die Familie mit einem Beitrag auf folgendes Spendenkonto: Sandro Halfter - IBAN: DE72 7016 9132 0001 9233 90 - Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing

mb

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