Daniela Ludwig erzählt: Meine Tochter platzte in den Videocall mit der Kanzlerin

Die Kinder freuen sich, wenn die Mama im Garten vorliest.
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Die Schulen und die Kindergärten sind seit Wochen geschlossen und vielen Eltern und Kindern macht das das Leben schwer. Auch der Alltag der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig (44) aus Kolbermoor ist gehörig durcheinandergeraten. 

Kolbermoor – Seit Beginn der Corona-Krise hat sich Daniela Ludwig die Betreuung ihrer achtjährigen Zwillinge in Kolbermoor mit ihrem Ehemann Florian (40) aufgeteilt, der selbst Lehrer und Stadtrat in Rosenheim ist. Da ihr Mann jetzt auch wieder unterrichtet, haben die beiden noch keinen festen Plan. „Wir hangeln uns auch von Woche zu Woche“, sagt Ludwig.

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Mehr daheim, aber nicht mehr Zeit für die Kinder

Zwar war sie in der vergangenen Woche auch einige Tage in Berlin, aber insgesamt ist sie seit der Corona-Krise deutlich öfter zuhause. Nicht nur für sie, auch für die Kinder eine ungewohnte Situation, auf die sie sich noch nicht so ganz eingestellt haben: „Zu normalen Zeiten ist ja klar: Die wenige Zeit, die ich da bin, gehört ihnen. Jetzt bin ich viel mehr da, habe also mehr Zeit für sie, meinen die Kinder.“ Kindern Homeoffice zu erklären, sei derzeit für alle Eltern schwierig.

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Erster Schultag nach den bayerischen Osterferien. Und Homeschooling geht weiter. Ja, es ist richtig, dass wir zuhause sind, natürlich. Und ja, die Massnahmen wirken. Gott sei Dank. Und darum halten wir gerne weiter durch. Aber ja, es ist auch hart. Für die Kinder, weil sie hre Freunde nicht sehen. Da gab es bei uns nicht erst einmal Tränen. Weil sie tatsächlich die Schule und die Lehrer vermissen, wer hätte das mal für möglich gehalten. Weil kein Fussballtraining, keine Musikschule, kein Ballett ist. Zumindest nicht real. Digital machen unsere Musik- und unsere Ballettschule vieles möglich, Respekt und Danke dafür!!!!!!! Und trotzdem ist es nicht dasselbe..... Und natürlich ist es auch für uns Eltern hart und ich glaube, das darf man auch mal sagen. Ich ziehe meinen Hut vor allen berufstätigen und nichtberufstätigen Eltern, die das jetzt seit Wochen stemmen. Deshalb: bleibt zuversichtlich! Es wirkt! We flaten the curve! #bleibtgesund #homeschooling #schultag #hausaufgaben #allesnichtsoleicht #staystrong #weflatenthecurve @ovb_heimatzeitungen

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Im Moment findet ein Großteil der politischen Arbeit in Telefon- und Videokonferenzen statt. Obwohl Ludwig und ihre Kollegen mittlerweile an diese Form der Kommunikation gewöhnt sind, tun sich die Kinder noch etwas schwer damit.

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Tochter erscheint mit Bastelprojekt im Bild

Dies hat bei Ludwig schon zu einer kuriosen Situation geführt. In einer Videokonferenz mit vielen Teilnehmern platzte plötzlich Daniela Ludwigs Tochter ins Bild. In der Hand hielt sie eine Schere und ein wildes Knäuel aus Tesafilm. „Mein Mikro war zwar auf ‚stumm‘ gestellt, aber natürlich konnte man meine Tochter auf dem Bildschirm sehen. Da musste auch Angela Merkel schmunzeln“, sagt die 44-Jährige lachend. Auch ihre Tochter sei ganz überrascht gewesen, als sie gemerkt hat, mit wem Ludwig konferiert hatte. Unprofessionell oder problematisch im politischen Betrieb? Nein, sie sei schließlich nicht die einzige Abgeordnete, die kleine Kinder hat. Alle Kollegen hätten großes Verständnis. Und ihrer Tochter ist sie ebenfalls nicht böse: „Sie ist das einfach nicht gewöhnt, wie auch?“

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Sorgen machen ihr viel mehr die Kinder, die zunehmend unter der Corona-Krise leiden. Zwar versuchen Daniela Ludwig und ihr Mann, für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen. „Aber die Kinder sagen schon, dass ihnen Corona so viel vermiest“, sagt die Abgeordnete. Weder die Großeltern konnten sie an Ostern sehen noch die Freunde in der Schule.

Ballettschule online verfügbar

Immerhin bietet die Musikschule digitalen Unterricht an und selbst die Ballettschule ist online verfügbar: „Jeden Dienstag springen wir jetzt beim Ballett durch die Küche“, sagt Daniela Ludwig. Eine tolle Unterstützung, wie sie findet.

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Daniela Ludwig weiß, dass sie trotz ihrer Aufgabe im Bundestag in einer privilegierten Situation ist. Sie hat Mitgefühl mit den Alleinerziehenden, die jetzt klar kommen müssen: „Da ziehe ich meinen Hut.“

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