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Beschwerden von verärgerten Kunden

Schlupflöcher bei Rabatt-Aktionen: Was geht, was geht nicht?

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Schlupflöcher bei Rabatt-Aktionen: Was geht, was geht nicht?
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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20 Prozent Rabatt? Nimmt jeder gerne mit. Ob im Discounter, beim Supermarkt um die Ecke oder beim Bau- und Gartenmarkt „auf alles, außer Tiernahrung.“ Dann steht der Kunde an der Kasse – und bekommt den Rabatt nicht. Ist das Betrug oder dürfen die das?

Bad Endorf/Bad Aibling – Rabattaktionen von Verbrauchermärkten halten nicht immer, was sie auf den ersten Blick versprechen. Was nicht nur Klaus K. Müller ärgert.

Als er für seinen Kauf beim Netto-Markendiscounter über 20,86 Euro einen gültigen Rabatt-Coupon vorlegt, wird ihm von der Kassiererin beschieden: „Heute gilt eine Zehn-Prozent-Rabattaktion, da gilt der 20-Prozent-Rabatt Coupon nicht“. Auch der Hinweis auf das am Coupon aufgedruckte gültige Datum der Laufzeit kann die Verkäuferin nicht umstimmen.

Müller, dem es nach eigener Aussage nicht um die gut zwei Euro, sondern ums Prinzip geht, protestiert bei der Netto-Firmenzentrale. Deren Stellungnahme findet er „inakzeptabl“: Da habe eine neue Aktion die vorherige außer Kraft gesetzt. Trotz aller Bemühungen, solche Doppelungen zu vermeiden, „ist uns dies hier leider nicht gelungen. Die Coupons können tatsächlich nicht greifen, da ja bereits der Zehn-Prozent-Rabatt griff.“

So geht es nicht, findet Müller. Und wendet sich an die bayerische Verbraucherzentrale.

Deren Mitarbeiterin Katharina Grasl, sagt auf Nachfrage des OVB: Doch, so geht es. „Die Übersteuerung ist rechtlich in Ordnung. Der Kunde muss aber die Möglichkeit haben, innerhalb der Gültigkeit des 20-Prozent-Rabatts diesen auch einlösen zu können.“

Anders gesagt: Gilt der 20-Prozent-Coupon sechs Tage lang, darf der generelle Zehn-Prozent-Rabatt maximal fünf Tage gelten. Dann gibt es zumindest einen Tag lang tatsächlich 20 Prozent Rabatt.

Was es heißt, wenn im Kleingedruckten „Gilt nur in teilnehmenden Märkten ...“ steht, erlebte jetzt eine Frau aus dem Raum Bad Aibling. Bei Edeka darf die Kundin oder Kunde während einer Aktion mittels Aufkleber selber bestimmen, auf welches Produkt er oder sie fünf, zehn oder 20 Prozent Rabatt möchte: Der eine klebt die 20 Prozent auf die Flasche Whiskey, der andere auf die gefrorenen Edelgarnelen und die Dritte auf Parfum.

Selbstständige Kaufleute entscheiden selber

Die Rabattaktion dauert zwei Wochen und ist laut Werbung „gültig nur in teilnehmenden Märkten der Edeka Südbayern-Stiftung“. Beim Einkauf stellt sich heraus: Edeka Prechtl akzeptiert die Marken nicht. „Das geht so nicht. Da gehe ich nicht mehr hin“, wettert die Dame gegenüber dem OVB. Ob sie hingeht oder nicht: Edeka ist ein Verbund selbstständiger Kaufleute. Das heißt, so Christian Strauß, Pressesprecher Edeka Südbayern: „Die Firma Prechtl entscheidet selbst, ob sie an diese Aktion teilnimmt oder nicht.“ Rechtlich in Ordnung? Ja, so Strauß, denn „den Hinweis auf teilnehmende Märkte gab es.“ Und die Firma Prechtl hat sich entschieden, nicht teilzunehmen.

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