Schießerei: Täter und Opfer kannten sich

Großkarolinenfeld. – Der 20-jährige Mann, der in den frühen Morgenstunden des Samstags am Bahnhof in Großkarolinenfeld niedergeschossen wurde, befindet sich außer Lebensgefahr, sein Zustand sei stabil, heißt es in übereinstimmenden Berichten von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Wie Staatsanwalt Gunther Scharbert in Rosenheim mitteilte, befindet sich der mutmaßliche Schütze (22) seit Sonntag in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet auf versuchten Totschlag.

Anwohner an der Bahnhofstraße in Großkarolinenfeld waren am Samstag gegen 3.30 Uhr morgens aus dem Schlaf hochgeschreckt, Schüsse hatten sie geweckt. Eine Frau benachrichtigte die Polizei, die am Bahnhof einen schwer verletzten jungen Mann auffand, der sofort ins Krankenhaus gebracht und dort notoperiert wurde. Bereits eine Stunde später konnte ein dringend Tatverdächtigter noch auf dem Gemeindebereich von Großkarolinenfeld festgenommen werden. Er verbrachte die Nacht auf Sonntag in einer Zelle der Polizei und wurde am Sonntagvormittag auf Antrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, der Ermittlungsrichterin zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt. Die Ermittlungsrichterin erließ einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Im Anschluss wurde der 22-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

„Die Beteiligten kannten einander“, stellte Gunther Scharbert fest. Das war offenbar ein Ergebnis der Vernehmung des mutmaßlichen Schützen durch das Fachkommissariat K1 der Kriminalpolizei in Rosenheim. Es kam demnach zu einem Streit, der eskalierte. Der 22-Jährige feuerte mit einer mitgebrachten scharfen Handfeuerwaffe auf den jüngeren Mann. Beide Männer stammen aus der Region. Am Tatort hatten sich mehrere Menschen aufgehalten, die Polizei nahm die Personalien auf.

Noch in der Nacht nahm die Polizei die Nachforschungen am Bahnhof auf. Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd nannte die Ermittlungen „aufwendig“. So seien bereits zahlreiche Spuren gesichert, noch am Samstag eine Tatortabsuche durchgeführt und Vernehmungen getätigt worden. Auch die Tatwaffe, eine scharfe Handfeuerwaffe, konnte sichergestellt werden. Über das Motiv gibt es weiterhin keine Auskünfte. Michael Weiser

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