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Krisenrunde wegen Pandemie

„Situation ist dramatisch“: Landrat Lederer und Gesundheitsminister Holetschek beraten über Corona-Lage

Durchstarten nach Corona? Bis dahin wird es noch dauern. Seinen aus anderem Anlass geplanten Besuch in Bad Aibling nutzte Gesundheitsminister Holetschek, um sich ein Bild von der Lage in Rosenheim zu machen. Foto: Weiser
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Durchstarten nach Corona? Bis dahin wird es noch dauern. Seinen aus anderem Anlass geplanten Besuch in Bad Aibling nutzte Gesundheitsminister Holetschek, um sich ein Bild von der Lage in Rosenheim zu machen.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Region Rosenheim ist gebeutelt vom Corona-Virus. Angesichts der drohenden Überlastung des Gesundheitssystems in der Region haben Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Landrat Otto Lederer deutliche Worte gefunden. Beide drängen auf den Einsatz der Bundeswehr.

Bad Aibling – Die Sitation sei „besorgniserregend und dramatisch“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in Bad Aibling den OVB.Heimatzeitungen. Landrat Otto Lederer (CSU) sagte: „Die Lage ist wirklich sehr, sehr ernst.“

Holetschek war eigentlich in den Landkreis gekommen, um auf Einladung der örtlichen CSU im Hotel Schmermer Hof die Zukunft der „Gesundheitsstadt“ Bad Aibling zu besprechen. Daraus wurde nichts, die Veranstaltung wurde wegen der heftigen Pandemielage in der Region gestrichen, um einem Krisengipfel in kleiner Runde Platz zu machen. Er schätze den Austausch, sagte Holetschek, die Landräte und die Bürgermeister seien nun einmal die „Praktiker vor Ort“.

Inzidenzzahlen in Region Rosenheim steigen weiterhin

Die Nachrichten von Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) und Landrat Lederer waren keine guten. Denn derzeit kennen die Inzidenzzahlen in der kreisfreien Stadt und dem Landkreis Rosenheim nur eine Richtung – nach oben. Für Mittwoch meldet das Robert-Koch-Institut eine 7-Tage-Inzidenz von 621,2 für die Stadt und sogar von 759,2 für den Landkreis. Dort wurden allein am Mittwoch 332 neue Infektionen gemeldet, 77 Ansteckungen wurden zusätzlich in der Stadt registriert. Mit 125 Menschen in Behandlung der Romed-Kliniken, 20 davon auf der Intensivstation, ist die Lage weiterhin höchst angespannt, zumal die Welle der hohen Ansteckungszahlen erst in gut zwei Wochen in den Kliniken ankommen wird.

In der Region waren bereits zuvor Stimmen laut geworden, in der Gesundheitsversorgung stärker auf die Bundeswehr zurückzugreifen. Dem schloss sich die Bad Aiblinger Runde an. Man werde auf die Bundeswehr zugehen, „um Pflegekräfte und Ärzte zu finden, um die Anzahl der Intensivbetten zu erhöhen“, sagte Landrat Lederer.

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Gesundheitsminister Klaus Holetschek (rechts) und OVB-Reporter Michael Weiser im Gespräch.

Bislang werden Angehörige der Bundeswehr vor allem in der Nachverfolgung von Kontakten infizierter Menschen eingesetzt. Künftig aber wären aber auch Kliniken und Altenheime denkbare Tätigkeitsfelder. Man werde jedenfalls versuchen, mehr Soldaten der Sanitätskolonne einzusetzen, sagte Holetschek.

Holetschek verspricht Nachbesserung für Pflegepersonal

Dem Personal in den Kliniken dankte er. Er wisse aber auch, dass die Politik die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen verbessern müsse. „Ich wäre stark dafür, dass wir im Moment zum Beispiel alle Zulagen steuerfrei stellen.“ Auf kurze Sicht wollte Holetschek ein Triage-Team, wie es am Dienstag in Salzburg aufgestellt wurde, für den Südosten Oberbayerns mit Hotspots wie Traunstein, Mühldorf und Rosenheim nicht ausschließen. Solche Überlegungen gebe es an vielen Stellen – „leider“. Auch weitere Kontaktbeschränkungen etwa für Ungeimpfte sind nicht vom Tisch.

Südostbayern in Corona-Krise: Holetschek kritisiert künftigen Kanzler Scholz

Kritik am Krisenmanagement des Freistaats wies Holeteschek zurück. „Ich glaube schon, dass wir dazugelernt haben“, sagte er den OVB-Heimatzeitungen. Bayern sei sehr früh bereits mit Auffrischungsimpfungen in die Alten- und Pflegeheime gegangen. „Diese Wucht der Welle“ werde durch Impfdurchbrüche vor allem bei vorerkrankten Menschen und die große Ansteckungskraft der vorherrschenden Delta-Variante verursacht. Holetschek sprach von einer toxischen Mischung, „die die Intensivstationen volllaufen lässt“. Und der Minister äußerte seinerseits Kritik an der designierten neuen Bundesregierung. Er hätte sich schon gewünscht, so sagte Holetschek, „dass ein zukünftiger Kanzler der Bundesrepublik Deutschland mal eine klare Ansage macht, eine Rede an die Nation hält“.

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Otto Lederer äußerte sich zu den Ursachen der selbst im Bayern-Vergleich niedrigen Impfquote in der Region Rosenheim. Es gebe allgemein ein Nord-Süd-Gefälle und ein Stadt-Land-Gefälle. „Es mag auch sein, dass bei uns die Querdenker-Szene oder esoterische Zirkel besonders Fuß gefasst haben“, sagte er im Schmelmer Hof. Letztlich komme es aber darauf an, die Impfquote so gut wie möglich zu steigern. Dem Appell schloss sich Holetschek an: „Es ist auch ein Stück Solidarität. Impfen ist keine Privatsache.“

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