Lockdown-Lockerungen in weiter Ferne

7-Tage-Inzidenz klettert in Rosenheim auf 140: Mehrere Corona-Fälle in Kitas

Nur wenige positive Corona-Tests haben in der Stadt Rosenheim schon eine große Wirkung.
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Nur wenige positive Corona-Tests haben in der Stadt Rosenheim schon eine große Wirkung.
  • Rosi Gantner
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Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim verharrt weiter auf einem hohen Niveau - und das deutlich über dem Schwellenwert 100. Die Folge: keine Lockdown-Lockerungen. Der jüngste Infektionstreiber: In mehreren Rosenheimer Kitas sind Coronafälle aufgetreten.

Update 11. März, 16 Uhr

Corona-Infektionen in mehreren Rosenheimer Kitas

Von Entspannung keine Spur: Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim klettert weiter, zuletzt lag sie beim Wert 140 (+17/Stand 11. März, 0 Uhr). 24 Neumeldungen ließen die Zahlen im Stadtgebiet weiter anschwellen. Rückläufig ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis: Trotz 37 Neumeldungen fiel sie auf 77 (-3).

Neben Infektionsgeschehen im privaten Bereich waren zuletzt folgende Kindertagesstätten mit je einem positiven Fall betroffen: der AWO-Integrationskindergarten Happing, der Pfarrkindergarten Arche Noah Bruckmühl und der Freie Montessori-Kindergarten Rosenheim (Stand 10. März).

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Update Mittwoch, 10. März 2021, 11.45 Uhr

Rosenheims Inzidenz steigt weiter an

Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim steigt weiter an - aktuell auf den Wert 123 (Stand 10. März, 0 Uhr). Allein am Dienstag verzeichnete das Gesundheitsamt 12 Neumeldung für das Stadtgebiet, was die Inzidenz weiter anschwellen lässt.

Für den Landkreis Rosenheim liegen 39 Neumeldungen vor. Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) bleibt dennoch auf einem stabilen Niveau von 80, womit die Lockdown-Lockerungen für das Umland von Rosenheim aktuell nicht in Gefahr sind (Stand 10. März, 0 Uhr).

Die Stadt Rosenheim muss indes weiter zittern, um die kritische Marke 100 zu unterschreiten. Erst dann sind Lockerungen für den Einzelhandel, Schulen und Kitas möglich.

Hinzu kommen neue Corona-Fälle an Schulen und Kitas. Betroffen sind aktuell (Stand 10. März, 11 Uhr) mit je einem positiven Fall: der Kindergarten „Spatzennest“ Großkarolinenfeld, die FOS/BOS Rosenheim, der Freie Montessori-Kindergarten Rosenheim und die Grund- und Mittelschule Otfried Preußler in Stephanskirchen. Für die Kontaktpersonen wurde jeweils Quarantäne angeordnet.

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Die Erstmeldung von Dienstag, 9. März 2021:

Rosenheim – Die Corona-Lage in der Region Rosenheim ist weiter angespannt. Insbesondere in der Stadt Rosenheim verharrt die 7-Tage-Inzidenz (Fälle binnen einer Woche pro 100 000 Einwohner) seit dem Wochenende über der kritischen Marke 100, aktuell bei 112 (Stand 9. März, 0 Uhr).

Bürger, Einzelhandel und Unternehmer müssen nun erneut Einschränkungen hinnehmen wie Schul- und Kitaschließungen, eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr und, bis auf wenige Ausnahmen, kein Einkaufserlebnis.

Landkreis profitiert von Lockerungen

Der Landkreis hat sich, nach einem Ausreißer vergangene Woche in Richtung Schwellenwert 100, zwischenzeitlich bei einem Inzidenzwert um die 80 stabilisiert – und kann entsprechend von den ersten Lockdown-Lockerungen profitieren.

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Einschätzung des Gesundheitsamtes

Doch was sind die Gründe für die hohe Inzidenz der Stadt Rosenheim? Dem Gesundheitsamt ist derzeit kein „Clusterereignis“, also kein größerer Ausbruch, in der Stadt bekannt, wie Sprecher Michael Fischer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärte. Die Einschätzung des Gesundheitsamtes ist vielmehr, dass sich die Übertragungen überwiegend im privaten Bereich ereignen.

Wenige Fälle, große Wirkung

Aufgrund der „relativ geringen Grundgesamtheit der Einwohner“ der Stadt (knapp 63 600 Einwohner) wirken sich nach den Worten des Sprechers mehrere solcher Übertragungen in der 7-Tage-Inzidenz deutlicher aus als in großen Kommunen. „Im Stadtgebiet reichen 63 positive Fälle in sieben Tagen, um die 7-Tage-Inzidenzmarke von 100 zu überschreiten.“

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Zuletzt reichten allein drei neue Fälle aus (9. März), um die Inzidenz der Stadt Rosenheim auf dem hohen Niveau zu belassen. Der Landkreis wiederum mit seinen rund 261 000 Einwohnern steckte die aktuell 14 Neumeldungen locker weg (7-Tage-Inzidenz 80, 9. März). Binnen einer Woche waren zuletzt in der Stadt Rosenheim 71 neue Corona-Fälle zu verzeichnen, im Landkreis 209 (Stand 9. März, 0 Uhr).

Schulen und Kitas betroffen

Einmal mehr sind auch Schulen und Kitas in der Region von Corona-Fällen betroffen. Je einen positiven Test meldet das Gesundheitsamt aktuell für den Kindergarten „Zauberberg“ Vogtareuth und Grundschule Großholzhausen (Raubling). Zwei weitere Corona-Fälle kamen an der FOS/BOS Rosenheim hinzu.

Das sind die Corona-Beschränkungen für das Stadtgebiet Rosenheim, die ab 9. März gelten:

Bis auf Weiteres gilt: Treffen sind nur zulässig mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie einer weiteren Person. Erlaubt ist die wechselseitige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren aus maximal zwei Hausständen in familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften.

Kontaktfreier Sport ist zulässig unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen. Mannschaftssport ist untersagt.

Die Öffnung vonLadengeschäftenmit Kundenverkehr ist grundsätzlich untersagt. Ausgenommen sind der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Banken, Filialen des Brief- und Versandhandels, Reinigungen, Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumärkte, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Tierbedarf und Futtermittel sowie der Großhandel.

Präsenzunterricht findet in allen Abschlussklassen der Mittel- und Realschulen sowie an den drei Gymnasien statt, soweit der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Kindertageseinrichtungen und Ferientagesbetreuungen sind geschlossen. Es gibt Möglichkeiten zur Notbetreuung.

Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform ist untersagt.

Kulturstätten wie Museen, Theater und Ausstellungen bleiben geschlossen.

Es gilt eineAusgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr.

Besuche in Kliniken und Pflegeheimen bleiben beschränkt.

Es gilt Maskenpflicht für Märkte, für die Busbahnhöfe sowie an allen Bushaltestellen und in der Fußgängerunterführung zwischen Klepperstraße und Bahnhof.

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