Mit dem Entwicklungshilfeministerium

Rosenheimer Verein „Bildungswerk Westafrika“ baute 2019 sieben Schulen

Auf Bildung steht der Rosenheimer Verein „Bildungswerk Westafrika“ bei seiner Hilfsarbeit.
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Auf Bildung steht der Rosenheimer Verein „Bildungswerk Westafrika“ bei seiner Hilfsarbeit.

Bei der Jahresversammlung des Vereins Bildungswerk Westafrika, der sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, Schulen im Benin zu bauen, berichtete der Vorsitzende Dr. Heinz Theo Kämmerling über die Aktivitäten der vergangenen Jahre. Allein 2019 wurden vom Verein sieben neue Schulen gebaut, die Platz für 300 bis 500 Kinder bieten.

Rosenheim − Eine Schule koste rund 40.000 Euro. Wenn beispielsweise 10.000 Euro als Spende eingegangen sind, fördert der deutsche Staat einen Schulhausbau regelmäßig mit weiteren 30.000 Euro, da der Verein vom Entwicklungshilfeministerium hoch anerkannt ist. Der Verein „Bildungswerk Westafrika“ sucht dringend Spender und freut sich außerdem über neue Mitglieder.

Als Brückenkopf in Benin und Seele des Vereins wurde die 67-jährige Astrid Toda aus Oberaudorf bezeichnet. Sie baut bald ihre 50. Schule. Dazu fährt sie in die Dörfer und klärt die Leute auf, wie die Fundamente auszugraben sind und wie sie die Betonsteine herstellen. Anschließend organisiert sie den Bau, rekrutiert die Handwerker, und führt die Bauleitung von der Materialbeschaffung bis zur Auszahlung. „Die effektivste Art der Entwicklungshilfe ist Bildung, Bildung und nochmals Bildung“, so Toda.

Astrid Toda, die in Oberaudorf aufgewachsen ist.

Oberaudorferin lebt seit 27 Jahren in Westafrika

„Erst wenn die Leute hier eine gute Ausbildung haben, ist überhaupt eine Diskussion bezüglich einer Geburtenkontrolle sinnvoll – und der Schlüssel dazu sind gute Schulen, in denen bei allen Witterungsbedingungen unterrichtet werden kann.“ Besonders Kinder, die irgendwo weit abseits einer Asphaltstraße geboren werden, nur einheimische Sprachen lernen und weder Fernsehen noch Zeitung lesen können und nie heraus kommen – „Welche Chancen hat so ein Kind?“, fragt Toda und betont, deshalb sei Bildung so wichtig. Außerdem arbeite sie daran, dass genauso viele Mädchen wie Buben zur Schule gehen.

Eine der Schulen.

Sie selbst lebt seit 27 Jahren in Westafrika. Erst in Nigeria und seit 24 Jahren in Benin. Sie kümmert sich nicht nur um den Schulhausbau, sondern arbeitet auch mit dem Verein „Help! Wir helfen!“ aus Schwäbisch Hall zusammen, der Menschen zu lebenswichtigen Operationen verhilft.

Operationen für Buben und Mädchen finanziert

Über diese Zusammenarbeit berichtete der stellvertretende Vorsitzende Walter Schmid. Dieser gemeinnützige Verein lässt behinderte oder erkrankte Kinder weltweit operieren, um deren Beschwerden aufzuheben oder zu lindern. Seit 2018 konnte durch die Kooperation der beiden Vereine schon vielen Kindern geholfen werden.

Vorsitzender Dr. Heinz Kämmerling (rechts) und der zweite Vorsitzende Walter Schmid, wohnhaft in Stephanskirchen.

Ihr Engagement reicht allerdings noch weiter: Toda vermittelt Patenkinder und hält auch Aufklärungsvorträge über Plastikvermeidung in den Dörfern. Das Thema Patenkinder wurde rege diskutiert. Den Kindern soll ein Studienabschluss ermöglicht werden, aber Masterstudiengänge sollen nur noch gefördert werden, wenn der jeweilige Pate dies auch wünscht und es sinnvoll erscheint, den Studenten weiter zu fördern.

Weitere Informationen gibt es unter www.bildungswerk-westafrika.de oder unter Telefon 02 27 2/93 06 80 bei Vorsitzendem Kämmerling.

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