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Krankmeldungen setzen Firmen zu

Hoher Krankenstand bringt Betriebe in Bedrängnis - Region Rosenheim besonders betroffen

Viele Krankmeldungen stellen Firmen vor große Herausforderungen
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Viele Krankmeldungen stellen Firmen vor große Herausforderungen.
  • Martin Lünhörster
    VonMartin Lünhörster
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Inflation und hohe Energiepreise sind nur ein Teil der aktuellen Probleme für viele heimische Unternehmen. Krankheitsfälle bringen viele Firmen an die Kapazitätsgrenzen. Und Rosenheim verzeichnet mehr Krankmeldungen als der bayerische Durchschnitt.

Rosenheim - Herbstzeit ist Grippezeit. Viele Krankschreibungen zur gleichen Zeit können durchaus ernste Auswirkungen auf eine Firma oder eine Einrichtung haben. Siehe Romed Klinikum. Dort führte der hohe Krankenstand beim Personal in Verbindung mit den hohen Belegungszahlen zu einer kritischen Situation. Nicht nur Krankenhäuser leiden aufgrund einer dünnen Personalsituation unter Corona Fällen. 

„Wenn man krank ist, ist man krank”

Andreas Bensegger, Regionalgeschäftsführer der IHK in Rosenheim, bestätigt die schwierige Situation. „Was man beim Ratschen so hört, haben fast alle Firmen Probleme mit Krankmeldungen, nicht nur wegen Corona. Die Menschen lassen Vorsicht walten, auch wenn es nur Grippe oder Schnupfen ist.” Damit nicht ganze Abteilungen schließen müssen, ließen die Firmen die Angestellten lieber zu Hause. So gut wie keine Firma habe Überkapazitäten an Personal. Ausfälle können nur schwer ausgeglichen werden, sagt Bensegger. Bis zu einem negativen Testergebnis lassen die Firmen die Angestellten aus reiner Vorsicht zu Hause.

Auch die OVB-Heimatzeitungen haben mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Es ist Ferienzeit, und wenn die Aushilfen ebenfalls erkranken, ist die Zustellung der Zeitung nur noch über die Post möglich. Die erreicht viele Haushalte aber erst am Nachmittag. In extremen Fällen, wenn auch die Post mit Ausfällen zu kämpfen hat, werden die Zeitungen nur ein oder zweimal in der Woche gesammelt zugestellt. In Prutting war das kürzlich der Fall. Als Lösung werden Zeitungskästen aufgestellt, dort können sich die Abonnenten ihre Zeitung ab 5 Uhr morgens selbst abholen.

Die Coronazahlen sinken. Doch gerade im Herbst steigen auch die grippalen Infekte wieder an. Andere Krankheiten wie die Grippe gibt es schließlich auch noch. Wegen den Quarantäne und Isolationsregeln fällt Corona besonders ins Gewicht. Derzeit gilt eine Isolationspflicht für positiv Getestete von fünf Tagen. Das könnte sich aber bald ändern. Ministerpräsident Markus Söder kündigte kürzlich auf dem CSU-Parteitag in Augsburg neue Regeln an. Eine Lockerung soll „relativ bald” erfolgen. 

Krankmeldungen über bayerischen Schnitt

Auf OVB-Anfrage bei der AOK waren in der Stadt Rosenheim von Januar bis August 2022 16 Prozent der dort Versicherten einmal oder mehrmals wegen Corona krank. Im Landkreis Rosenheim waren es mit 17,6 Prozent sogar noch etwas mehr. Bayernweit lag der Durchschnitt in diesem Zeitraum bei 14,4 Prozent.

Viele Betriebe in Sorge

Nach Angaben der Romed-Klinik sind die Zahlen der Corona Patienten leicht rückläufig. Derzeit werden im Klinikverbund 42 Covid-Patienten versorgt, drei davon auf einer Intensivstation. Auch die normalen Intensivstationen seien stark beansprucht .Nach Wochen der Anspannung scheint sich die Lage an der Klinik zu entspannen. Die abnehmenden Infektionszahlen sind durchaus spürbar. Aber der Krankheitsstand sei nach wie vor erhöht. 6,5 Prozent der Angestellten sind aktuell krank. Wobei die Tendenz der Krankmeldungen zurück geht. Noch vor drei Wochen lag der Krankenstand bei mehr als acht Prozent. Wie hoch der genaue Anteil an Corona Erkrankten ist, lässt sich nur schwer erfassen. Krankschreibungen müssen nicht die Krankheitsursache beinhalten.

Auch wenn die aktuellen Inzidenzwerte aufgrund einer hohen Dunkelziffer nicht mehr die gleiche Aussagekraft haben wie vor ein paar Monaten, kann ein Anstieg der Inzidenzwerte schon auch eine neue Welle an Patientenaufnahmen im Krankenhaus vorhersagen, so die Antwort auf eine OVB Anfrage an das Romed-Klinikum. Die Krankenhaus-Ampel wiederum zeige zwar an, wie viele Patienten mit SARS-CoV-2 bezogen auf die Gesamtbevölkerung in Kliniken eingeliefert werden, sage aber nichts über die aktuellen Kapazitäten und Überlastungen der Krankenhäuser aus.

Leichte Entwarnung gibt es bei Teilen der sogenannten kritischen Infrastruktur. Die Rosenheimer Polizei beispielsweise spüre die derzeitigen Ausfälle im täglichen Dienstbetrieb derzeit nicht, versichert der Pressesprecher Stefan Sonntag. Es habe Phasen mit vielen Erkrankungen gegeben, aber derzeit sei die Lage sehr entspannt.

Auch bei den Rosenheimer Stadtverkehr sei “alles im Grünen Bereich”, sagt Betriebsleiter Tobias Weiß. Alle Fahrten können wie gewohnt durchgeführt werden, auch der Schulbusbetrieb ist nicht in Gefahr. 

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