Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Was gilt im Schuljahr 21/22?

Tausende Tests jede Woche: 3G-Regel auch an Rosenheimer Schulen im neuen Schuljahr

Lollis für die Gesundheit: Grundschüler testen sich mit Tupfer auf das Corona-Virus.
+
Lollis für die Gesundheit: Grundschüler testen sich mit Tupfer auf das Corona-Virus.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
    schließen

Testen mehrmals die Woche, Masken bis zum Oktober: Was ab Dienstag an den Schulen der Region gilt, hat Schulamtsleiter Edgar Müller jetzt erläutert. Demnach gilt die 3 G-Regel auch an Schulen. Und Grundschüler haben es leichter als die älteren Jahrgänge.

Rosenheim – Es wird das dritte Schuljahr im Zeichen von Corona sein. Doch mitten in der vierten Welle der Pandemie sollen die kommenden Monate an den Schulen in der Region auch Schritte in Richtung Normalität bringen. Das Klassenziel heißt Präsenzunterricht. Das betonte Schulamtsdirektor Edgar Müller am Donnerstag (9. September) in seiner Pressekonferenz kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs.

Das Schulamt in Rosenheim ist für die Grund- und Mittelschulen sowohl im Landkreis als auch der kreisfreien Stadt Rosenheim zuständig. Was Müller und seine Kollegen im Schulamt berichteten, betrifft rund 1400 aktive Lehrer sowie 17.000 Schüler und deren Eltern. Müller bestätigte dabei eine Erleichterung für Genesene und Geimpfte: Sie müssen sich nicht mehr testen lassen.

Andere Leser interessierten sich für: Freudiger Abschied: Was die Abkehr von der Alleinherrschaft der Inzidenzzahl für die Region bedeutet

Müller und seine Kollegen Angelika Elsner, Herbert Unterreiner und Markus Kinzelmann berichteten aber nicht nur von Maßnahmen gegen Corona, sondern auch von Impulsen durch die Pandemie. Unter anderem werde der Digitalplan Bayern fortgeschrieben. Und in den kommenden beiden Schuljahren solle das Programm „Gemeinsam.Brücken.Bauen“ bei der Bewältigung pandemiebedingter Lernrückstände helfen. Die zusätzlichen Möglichkeiten der Förderung seien eine „sehr sinnvolle Ergänzung“, sagte Angelika Elsner.

Unbedingt Präsenzunterricht

„Das erklärte Ziel heißt Präsenzunterricht, und zwar unter allen Umständen“, sagte Müller. Dass Lehrer und Schüler wieder zusammen in einem Raum am Projekt „Bildung“ arbeiten könnten, ist ein Versprechen der Politik. Aber, so sagte Müller auch: „Wir sind keine Glaskugelbeschauer.“ In welchem Rahmen die Schüler unterrichtet werden, sei auch immer von der Pandemie abhängig. Und: „Einzelanordnungen des Gesundheitsamts sind immer möglich.“

Ebenfalls interessant: Corona-Ausbruch in Rosenheimer Altenheim: 20 Fälle und die Frage nach dem Warum

Zum Präsenzunterricht ohne nicht zugelassen wird, wer keinen Test vorweisen kann. Schüler ohne Nachweis müssten zu Hause bleiben. „Die Schule muss in diesem Fall in irgendeiner Weise Distanzlernen ermöglichen“, sagte Müller. Wohlgemerkt, der Begriff heißt „Distanzlernen“.

Einen Distanzunterricht für Testverweigerer könne man schon aus Gründen der Personalknappheit nicht garantieren. „Ich kann meine Lehrer nicht teilen.“ Es bestehe kein Anspruch auf eine spezifische Gestaltung des Distanzlernens. Wie das Wissen vermittelt werde, hänge auch von den personellen und sachlichen Mitteln einer Schule ab. Es müsse in solchen Fällen eine individuelle Lösung gesucht werden, sagte Müller.

Eine Testpflicht gibt es nicht. Die Weigerung, sein Kind testen zu lassen, hat offensichtlich mit Angst der Eltern vor Stigmatisierung zu tun. Die Kinder selbst gingen damit weitgehend pragmatisch um, sagte Müller. Schuloberrat Herbert Unterreiner berichtete von einem Nachlassen der Skepsis. „Eltern, die Tests ablehnen, werden weniger.“

Viele Zahlen, viele Fakten: Das Leitungsquartett des Schulamts mit Markus Kinzelmann, Herbert Unterreiner, Angelika Elsner und Edgar Müller.

Tausende Tests in jeder Woche

Edgar Müller betonte, dass die Testpflicht nicht für nachweislich genesene oder geimpfte Kinder und Jugendliche gelte. Alle anderen Schüler ab der fünften Klasse werden dreimal in der Woche getestet. Und zwar per Antikörper-Schnelltest. Tests könnten auch zu Hause absolviert werden. Dabei gelte: höchstens 24 Stunden dürfe ein Antigenschnelltest alt sein, 48 Stunden seien es beim PCR-Test.

Etwas leichter haben es die Grundschüler: Sie müssen nur zweimal pro Woche testen. Grund: Für sie werden als besonders genau geltenden PCR-Lolli-Tests verwendet. Es handelt sich dabei um ein Pool-Verfahren. Schüler einer Gruppe lutschen 30 Sekunden lang an ihren Tupfern, die dann für eine Gemeinschaftsprobe in ein einziges Röhrchen gesteckt werden.

Außerdem geben die Schüler Einzelproben ab. Erst, wenn sich sich die Gemeinschaftsprobe im Labor als positiv herausstellt, werden auch die Einzelproben analysiert.

Lesen Sie auch: 95 Prozent der Infizierten ohne Schutz - Die Epidemie der Ungeimpften

Diese Einzelergebnisse sollten am frühen Morgen des nächsten Schultags vorliegen, damit die Eltern infizierter Schüler noch vor Unterrichtsbeginn benachrichtigt werden können.

Für die PCR-Tests und ihren Transport zu Labors werde in ganz Bayern ein „irrer finanzieller und logistischer Aufwand“ unternommen, sagte Müller. Seine Stellvertreterin und designierte Nachfolgerin Angelika Elsner ergänzte: „Wir finden es bewundernswert, was investiert wird.“

Zu Schulbeginn müssen aber auch die Grundschüler noch Antigen-Schnelltests über sich ergehen lassen. Geplant sei, ab 20. September mit den Pool-Tests zu beginnen, sagte Elsner. Dass PCR-Tests später im Jahr auch an den weiterführenden Schulen eingeführt werden könnten, wollte Müller nicht ausschließen. Allerdings sei der Aufwand schon sehr hoch.

Maskenpflicht bis Anfang Oktober

Es gelten weiterhin Abstandsregeln. Und bis 1. Oktober müssen die Schüler noch Masken tragen. Dabei genügt bei Grundschülern eine Stoffmaske, mindestens ein OP-Mundschutz muss es bei den älteren Schülern sein.

Die Frist von knapp drei Wochen soll die Ansteckungsgefahr seitens der Ferienrückkehrer mindern. In Rosenheim waren in den vergangenen Wochen regelmäßig mehr als 40 Prozent der neuen Ansteckungen durch Rückkehrer verursacht worden. Auf dem Sportplatz und im Schulhof müssen keine Masken getragen werden.

Feiern auf Abstand

Die Zahl der Erstklässler hat wieder zugenommen, 2447 Kinder aus dem Landkreis sehen erstmals eine Grundschule von innen, 157 (6,86 Prozent) mehr als im Vorjahr. In der Stadt sind es 549 insgesamt, 25 (4,77 Prozent) mehr als 2020. Sie alle werden die Erinnerung an einen ersten Schultag unter besonderen Bedingungen teilen. Einführungsveranstaltungen dürfe es geben, sagte Müller. Allerdings mit Maske und Abstand – soweit es sich nicht um Verwandte handelt –, aber ohne Musik und ohne Bewirtung in geschlossenen Räumen. Müller appellierte an die Eltern, sich selbst wie auch die Kinder schon vor der Feier testen zu lassen.

Regeln für die Isolation

Wer positiv getestet wurde, muss sich in häusliche Isolation zurückziehen. Das unterstrich Edgar Müller nochmals. Allerdings müssen nicht zwangsläufig andere Schüler oder gar die gesamte Klasse folgen.

„Die andern Kinder gehen erst mal in die Schule, dieses Restrisiko geht man ein“, sagte Müller. Das Gesundheitsamt wäge dann ab, ob weitere Maßnahmen angebracht seien. Auch aufgrund der umfassenden Testungen der Schüler sehe er die Gefahr einer Infektion als „äußerst gering“ an, sagte Müller.

Mehr zum Thema

Kommentare