Rosenheimer Rettungskräfte erfüllen in der Corona-Krise viele zusätzliche Aufgaben

In der Zentrale koordinieren Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser (rechts) und Franz Dandlberger von der Feuerwehr Stephanskirchen die Einsätze. Feuerwehr

Rosenheim gilt als Corona-Hotspot mit hohen Infektionszahlen. Das stellt alle Menschen in der Region vor Herausforderungen – vor allem medizinisches Personal. Doch auch die Feuerwehr erfüllt im Hintergrund wichtige Aufgaben in Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Rettungsorganisationen.

Rosenheim– Das Bayerische Innenministerium hat Stoffrollen zur Verfügung gestellt, aus denen jeweils 2500 Atemmasken hergestellt werden können. Das Landratsamt koordiniert die Aktion: 300 Freiwillige in der Region Rosenheim nähen die Masken, die Feuerwehr kümmert sich dabei um die Logistik. „Wir liefern das Material an, holen die Masken ab und kommissionieren sie. Anschließend werden sie abgepackt und zwischengelagert“, erklärt der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank. Von dort aus werden sie dann an das Katastrophenschutz–Zentrallager des Technischen Hilfswerks (THW) geliefert. Erst am Samstag seien wieder 16 Stoffrollen angekommen. Der Landkreis kümmert sich darum, dass die fertigen Masken entsprechend der Nachfrage auf Kliniken, Seniorenheime und andere Bedarfsträger verteilt werden. Ein Chemie-Unternehmen hat der Feuerwehr Desinfektionsmittel in 1000-Liter-Kanistern kostenlos zur Verfügung gestellt. „Damit kann im ersten Moment natürlich niemand etwas anfangen“, sagt Schrank. Daher kümmern sich er und seine Kollegen jetzt darum, dass die Flüssigkeit in Halbliter- und Litergefäße abgefüllt wird. Die hat eine Rosenheimer Firma der Feuerwehr überlassen – ebenfalls kostenlos.

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Auch die Fahrzeuge der Rettungsorganisationen spielen eine wichtige Rolle beim Transport von Ausrüstungsmaterial: „Wenn es einen Brennpunkt gibt, dann liefern wir das auch einmal direkt an.“ Bei der Beschaffung war die Feuerwehr ebenfalls beteiligt: „Wir haben vor Wochen bereits die Bestände von Atemschutz und Gummihandschuhen bei Baumärkten, Malerbetrieben und Tattoo-Studios abgefragt und eingesammelt“, sagt Schrank.

Die Unterstützungsgruppen sind mit der Einsatzleitung im Landratsamt Rosenheim an der Koordination der unzähligen Maßnahmen beteiligt – ehrenamtlich. Die Einsatzleitung dient außerdem als Ansprechpartner für Bedarfsträger, die dort Bestellungen für Schutzausrüstung abgeben können, die anderweitig am Markt nicht zur Verfügung steht.

MARTIN KREKLAU

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