Osterurlaub trotz Pandemie?

Rosenheimer CSU-Abgeordneter Klaus Stöttner über Reisen trotz Corona: „Ich mache mir Hoffnung zu Ostern“

Arg gebeutelt: Der Tourismus ist schwer von Corona getroffen. Aber – es könnte sich bald was tun, meint Klaus Stöttner, tourmismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion – wenn nur jeder diszipliniert bleibt.
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Arg gebeutelt: Der Tourismus ist schwer von Corona getroffen. Aber – es könnte sich bald was tun, meint Klaus Stöttner, tourmismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion – wenn nur jeder diszipliniert bleibt.

Die Grenzen in Zeiten von Corona? Eher ganz dicht als durchlässig. Aber es gibt Hoffnung, sagt zumindest Klaus Stöttner, tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. Wie er sich Öffnungen vorstellen kann. Und warum das auch für die Innenstädte wichtig ist.

Rosenheim – Gibt‘s einen Lichtstreif am Horizont? Eine Öffnung von Grenzen, Geschäften, Gastronomie und Grenzen. Wir sprachen mit dem Rosenheimer Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner, Tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Reisen? Zu Ostern könnte das was werden, meint er. Wenn sich alle am Riemen reißen.

Klaus Stöttner, tourrismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion.

Es naht der Frühling. Naht damit Hoffnung?

Klaus Stöttner; Es wird wärmer, ich glaube ja, wir haben eine Perspektive auch auf schrittweise notwendigen Öffnungen des Einzelhandels und der Gastronomie. Die Infektionszahlen werden Tag für Tag besser. Wir brauchen aber eine deutschlandweite Abstimmung und kann dies kann nicht in Rosenheim oder nur Bayern entschieden werden.

Diese Maßnahmen trifft die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin und dafür brauchen wir gute Argumente. Wenn jeder mitmacht, kann es klappen, ja.

Zum Beispiel mit dem Urlaub am Gardasee? Dem Osterspaziergang zum Café? Oder legt uns da Corona ein Ei ins Nest?

Stöttner: Ich glaube, dass wir uns für oder um Ostern berechtigte Hoffnung machen sollten. Ebenso denke ich, dass die Gastronomie gut vorbereitet ist, auch mit ihren Hygienekonzepten. Wir müssen uns für die nächsten 14 Tage die Zahlen anschauen. Je besser die Entwicklung sind, desto besser sind die Chancen.

Wo die Konzepte passen, sehe ich auch für den Einzelhandel Perspektiven, vielleicht für Mitte, spätestens aber Ende März. Auch die nichtgebundenen Ladenöffnungstage an Sonntagen sind ein Anliegen des Ministerpräsidenten.

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Es sei denn, Mutationen ändern die Spielregeln...

Stöttner; Durch die momentanen Restriktionen an der Grenzen, dadurch, dass die Angelegenheit mit Tschechien oder Tirol streng gehandhabt wird, verbessern wir die Perspektiven. Ich habe am Freitag nochmals mit der Staatskanzlei gesprochen.

Dort erwartet man, dass die Zahlen weiter sinken, wenn wir streng durchhalten. Es liegt auch an jedem Einzelnen. Wenn jemand sagt, er muss unbedingt zum Skifahren ins Zillertal...

Also möglicherweise Ostern. Hierzulande hoffen die einen auf Nachholbedarf, die anderen fürchten, überrannt zu werden.

Stöttner; Die Gefahr der Überbelegung oder des Überranntwerdens sehe ich nicht. Das regelt sich bei den Übernachtungskapazitäten von selber, ebenso bei den Wirten, die sich diszipliniert an Abstandsregeln halten. Und auch der Einzelhandel hat dieses Problem ganz sicher nicht.

Ein Problem sind die Tagesausflüge. Wir arbeiten zum Beispiel an einem Ausflugsticker mit Echtzeit-Infos etwa zum Parken. Da setzen wir uns auch mit Münchens OB Reiter zusammen. Zusammen mit unserm Tourismusverband machen wir uns Gedanken, wie wir den Besucherandrang lenken können.

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Nach einem Jahr Pandemie: Wie stark ist Einzelhandel in der Region belastet?

Stöttner: Der Einzelhandel ist mit am meisten belastet, weil er auch Probleme mit der vorgelagerten Logistik und Personalentscheidungen hat. Der Großlieferant liefert Ware und möchte seine Zahlung haben. Ich denke dass die Öffnungsstrategie auf 20 Quadratmeter pro Kunde eine Perspektive ist.

Ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass man ab 15. März im Einzelhandel für Kunden auch Einzeltermine kann. Das habe ich auch in der Fraktionsrunde vorgeschlagen.

Trotz allem: Ist der Sieg des Onlinehandels aufzuhalten?

Stöttner:Man sollte Onlinehandel und Einzelhandel nicht gegeneinander ausspielen. Die Beratung und das Einkaufsgefühl im Einzelhandel bringen mehr als man glaubt. Das wissen auch viele Kunden, und sie haben Hunger auf den persönlichen Service.

Das Duale wird kommen. Beides zu kombinieren, ist aber nicht so einfach. Viele Einzelhändler sagen, dass Online genau so viel Kosten verursacht, wie Miete und Personal im stationären Handel.

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Wie kann der Freistaat helfen?

Stöttner: Wir bauen in Bayern die Ausbildungsangebote zum E-Commerce aus, etwa an der Berufsschule Traunstein. Es wird darum gehen, dass auch der Mittelständler weiß, welche Chancen sich wo bieten. Entscheidend ist, dass wir auch eine lokale Logistik ausbauen: Wer holt die Ware ab, wer bringt sie zum Kunden, wie stellen wir die Kühlkette bei Frischware sicher?

Haben Sie Angst vor verödeten Innenstädten?

Stöttner:Schon, klar doch. Dazu müssen wir mehrere Punkte angehen. Wenn Sie sich Mietpreise ansehen, die sind an der Oberkante. Und oft vermieten die Vermieter im kleinteiligen Bereich. Dabei braucht man im Innenstadtbereich Magnete. Da müssten sich auch mal zwei oder drei zusammentun, um die Geschossfläche zu vergrößern.

Rosenheim hat großes Potenzial. Wir brauchen die gute Kombination zwischen Mieter und Vermieter, und außerdem, so wie da Oberbürgermeister Andreas März und sein Stellvertreter Daniel Artmann in Rosenheim gemacht haben, etwas, was die Stadt belebt. So wie Sommer in der Stadt, Ich dränge auf vereinzelte Sonntagsöffnungen unabhängig von Anlass. Darauf, dass die Stadt drei, vier Sonntage im Mai, Juni und Juli öffnen kann. Damit wir Aufbruchsstimmung erzeugen können. Dafür kämpfe ich.

In diesem besonderen Jahr wäre es wichtig, dass Familien die Chance erhalten, ein Einkaufserlebnis anders als online zu erleben. Entspannt in Rosenheim unterwegs zu sein – das ist auch ein Argument für Gäste.

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