WELTWASSERTAG AM 22. MÄRZ

Rosenheimer Bund Naturschutz fordert mehr Engagement für den Schutz der heimischen Gewässer

Holz, aber auch viel Plastik: Dieser Müll wurde beim Inn-Kraftwerk bei Ebbs angeschwemmt.
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Holz, aber auch viel Plastik: Dieser Müll wurde beim Inn-Kraftwerk bei Ebbs angeschwemmt.

Der jährliche Weltwassertag, der am Montag, 22. März, begangen wird, fokussiert sich in diesem Jahr auf das Thema „Wert des Wassers“. Die Umweltorganisation Bund Naturschutz fordert deutlich mehr Anstrengungen im Wasserschutz – auch im Raum Rosenheim.

Rosenheim/Traunstein – Gerade vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise auf den Wasserhaushalt sei es nach Angaben der Naturschutzer dringend nötig, die Belastungen des Wassers und der Gewässer insbesondere durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, zu hohe Wasserentnahmen, Begradigung und Aufstau sowie Flächenverluste deutlich zu reduzieren. „Das ist auch das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie seit dem Jahr 2000. Doch gerade in Bayern sind wir von einem guten Zustand und gesunden Gewässern noch weit entfernt“, kritisiert Peter Kasperczyk, Vorsitzender der Bund-Kreisgruppe Rosenheim.

„Die Umsetzungspläne, die heuer erstellt werden, müssen nun endlich wirksame und verbindliche Maßnahmen enthalten, ihre Umsetzung ein großes Gemeinschafts-Anliegen werden – um Wasser den nötigen ,Stellen-Wert‘ in allen Bereichen zu geben“, so die klare Forderung von Kasperczyk. 2021 müssten zum dritten mal sogenannte Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zur Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie aufgestellt werden – auch für die Gewässer und das Grundwasser im Landkreis Rosenheim. „Auch im Landkreis Rosenheim haben wir Wasser-Brennpunkte“, sagt Kasperczyk.

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In zahlreichen Fließgewässern sei der gute Zustand nach EU-Wasserrahmenrichtlinie laut Bund Naturschutz noch nicht erreicht. Vielerorts würde er nach den Entwürfen für die Maßnahmenprogramme nicht einmal bis 2028 erreicht werden. Die Zielerreichung würde immer weiter hinausgeschoben. Kasperczyk: „Der Rückbau von Querbauwerken an der Mangfall ist ein schönes Erfolgsprojekt, das auch der Naherholung zugutekommt. Aber diese Maßnahmen müssen dort und auch an den anderen Gewässern dringend fortgeführt werden. An nahezu allen Flüssen und Bächen gibt es immer noch Wehre, die für Fische ein unüberwindliches Hindernis darstellen und den Flusslauf in einzelne Abschnitte zerteilen.“

Fehlende Flächenverfügbarkeit

„Wasser ist Leben – doch vielerorts ist das Leben in Flüssen und Bächen und ihren Auen infolge zahlreicher Belastungen stark zurückgegangen“, bilanziert der Bund Naturschutz. Wo sie renaturiert werden, kehre das Leben zurück. Doch das passiere noch an viel zu wenigen Stellen und scheitere oft an fehlender Flächenverfügbarkeit. Flüsse bräuchten nach Einschätzung der Umweltorganisation einen Entwicklungskorridor und breite Auen, von denen nicht nur die Natur profitiert, sondern auch der Hochwasser- und Grundwasserschutz, das Klima, die Erholungsqualität und bei extensiver Nutzung auch die Landnutzer.

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Einen Eindruck, wie es um die Gewässer in der Region bestellt ist, vermitteln aktuell Zahlen des Unternehmens „Verbund“, das drei Wasserkraftwerke am Inn zwischen Rosenheim und Kufstein betreibt, So hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 13 041 Tonnen an Rechengut bei ihren Kraftwerken aus dem Inn geborgen. Die Menge habe dabei um rund 37 Prozent über dem Jahresdurchschnitt gelegen. Geborgen wurde nicht nur Treibholz, sondern auch Plastik, Zivilisationsmüll und Gefahrenstoffe.

Die Mangfall bei Bruckmühl. Der Bund Naturschutz fordert größere Anstrengungen beim Gewässerschutz.

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