Rosenheimer Bayern-Fans schildern, wie sie das Champions-League-Finale erlebt haben

Der FC Bayern feiert den Champions-League-Titel.
+
Der FC Bayern feiert den Champions-League-Titel.
  • vonBarbara Forster
    schließen

Der FC Bayern München hat sich am Sonntag das Triple geholt. Mit 1:0 haben sich die Bayern gegen Paris St. Germain durchgesetzt und die Champions League gewonnen. Die Freude bei den Bayernfans: groß. Die OVB-Heimatzeitungen haben sich bei Fans aus der Rosenheimer Umgebung umgehört.

Rosenheim – Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer ist vom Sieg der Bayern überwältigt. „Der FC Bayern hat wieder einmal bewiesen, dass er eine weltklasse Mannschaft hat“, äußerte er sich gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Er habe zwar nur den letzten Teil des Spiels mitverfolgt, weil er gerade aus dem Urlaub zurückkehrte – aber „das entscheidende Tor“ konnte er gerade noch sehen. Dass die Bayern sich das Triple holen, habe Lederer zwar gehofft, aber nicht erwartet: „Der Gegner war stark.“ Umso spannender sei das Spiel bis zum Schluss geblieben.

Sieg der Bayern aus Südtirol aus verfolgt

Dieser Meinung schließt sich auch Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, an. „Das war ein Wahnsinns-Spiel! Nichts für schwache Nerven.“ Aktuell befindet sie sich im Familienurlaub in Südtirol. Das entscheidende Spiel habe sie zusammen mit ihren Mann und ihren beiden Kindern im Kinderkino des Hotels gesehen. Dass die Bayern gewonnen haben, habe sie „super gefreut“. Ob sie den Ausgang so erwartet hätte? „Mein Mann war skeptisch, aber ich war sehr zuversichtlich“, sagte Daniela Ludwig gegenüber unserer Zeitung. Die Drogenbeauftragte ist übrigens Gründungsmitglied des FC Bayern-Fanclubs im Deutschen Bundestag, seit 2017 ist sie Schatzmeisterin. Dementsprechend sei sie ein richtiger „Hardcore-Fan“, wie sie sagt.

Lesen Sie auch: Manuel Neuer: Ritterschlag von Thomas Tuchel

Großer Bayern-Fan ist auch Walter Weinzierl aus Kolbermoor. Der Ehrenvorsitzende des Bayerischen Inngau Trachtenverbandes hat sich die Partie zusammen mit seinem Nachbarn angesehen. Zu Beginn des „großartigen Spiels“ habe er sich erst einmal ein „großartiges Bier“ eingeschenkt, schildert er. Über den Sieg der Bayern sei er sehr glücklich: „Natürlich war das eine großartige Sache, wie die Bayern den Sieg so souverän eingepackt haben.“ Besonders dem Trainer gönne Weinzierl den Erfolg: „Der hat die Mannschaft so geformt, dass sie den Sieg eingefahren hat.“ Im Anschluss habe er sich noch die Siegerehrung angesehen – zusammen mit seiner Frau. Obwohl sie ein noch größerer Fußballfan sei, könne sie sich Spiele im Fernsehen nicht ansehen. Zu groß wären die Anspannung und der Nervenkitzel, erzählt Weinzierl lachend.

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat sich das Champions-League-Finale zusammen mit ihrer Familie in Südtirol angesehen. Stolz lächelt Ehemann Florian Ludwig und die beiden Kinder Anna und Constantin in die Kamera.Hötzelsperger/RE

Kinder bremsten schreienden März

Groß war der Nervenkitzel offenbar auch bei Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März. Er hat sich das Champions-League-Finale zusammen mit seiner Familie angeschaut. Und seine Töchter haben den Papa mal von einer ganz anderen Seite kennengelernt: Beim entscheidenden Tor und bei jeder anschließenden Schiedsrichter-Entscheidung gegen den FC Bayern hat März den Fernseher angeschrien. Seine Kinder haben ihn deshalb darauf hingewiesen, dass der Schiedsrichter und die Spieler das ja gar nicht hören können.

Lesen Sie auch: Neumar weint im Stadion

Hans Gehrlein, Vorsitzender des Fanclubs „Die 13 Höslwanger“, freut sich über den Sieg der Bayern.

Bis zum Schluss mitgefiebert hat auch Guido Seidenberger, Pfarrer aus Vogtareuth. „Ein Spiel auf Augenhöhe“ sei das gewesen, dass er sich zu Hause „in aller Ruhe“ angesehen habe. Dass die Bayern gewinnen, hatte Seidenberger schon vermutet. „Die Bayern haben momentan einen guten Lauf. Ein tolles Team mit einem sympathischen Trainer.“

Zuschauer und Fans haben gefehlt

Warme Worte findet auch Thomas Kasparetti, Trainer des Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim, für den Sieg der Bayern: „Ich habe das Spiel zu Hause im kleinen Familienkreis angeschaut. Mich freut es unglaublich, dass sich der FC Bayern belohnt hat, denn es gab keine andere Mannschaft, die in den letzten Wochen so dominant und einheitlich aufgetreten ist. Mir haben natürlich die Zuschauer gefehlt – bei so einem Spiel gehört es eigentlich dazu, dass im Vorfeld die erwartungsfreudigen Fans gezeigt werden oder es eine Choreografie gibt. Aber das ist halt aktuell so, und man muss das auch akzeptieren“, sagt Kasparetti.

Dass Mannschaft und Fans nach dem Sieg nicht gemeinsam im Stadion feiern konnten, bedauert auch Stephan Schlier, Bürgermeister von Bad Aibling. Das Spiel habe er sich zu Hause mit Freunden angesehen. „Die Bayern haben eine herausragende Saison gespielt. Das zeigt, dass sie im Fußball ganz vorne mitspielen.“

„Herrlicher Abschluss“

„Auf Hansi Flick ist halt Verlass“ – das war der erste Kommentar von Gastwirt Hans Gehrlein aus Höslwang, der als Vorsitzender des Fanclubs „Die 13 Höslwanger“ dem Sieg im Champions-League-Finale gegen Paris in Lissabon in seinem Wirtshaus „Zur Schönen Aussicht“ entgegenfieberte. „Das war ein herrlicher Abschluss eines arbeitsreichen Sonntags mit vielen Gästen und Fans im Biergarten, dieser Sieg tut gerade in diesen Zeiten richtig gut, Danke Hansi Flick und Danke FC Bayern.“

Trotz der ausgelassenen Stimmung der Fans ist es zu keinen größeren Zusammenkünften im Umkreis Rosenheim gekommen: „Größere Verstöße, die sanktioniert werden mussten, sind mir nicht bekannt“, teilte Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, mit.

Kommentare