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Beim Rosenheimer Radmarathon

„Entsetzlich für uns alle“ - Was war die Ursache für den Todes-Radsturz der Grünen-Politikerin Katja Husen?

Vom tödlichen Unfall von Katja Husen wurde der Rosenheimer Radmarathon überschattet
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Sonniger Auftakt, düsteres Ende: Die 29. Auflage des Rosenheimer Radmarathons wurde vom tödlichen Unfall der Hamburger Politikerin Katja Husen überschattet.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Ein schreckliches Unglück überschattet den Rosenheimer Radmarathon: Die Hamburger Grünen-Politikerin Katja Husen ist am Dienstag den schweren Verletzungen erlegen, die sie sich beim Rosenheimer Radmarathon zugezogen hat. Derweil hat die Suche nach den Ursachen begonnen.

Rosenheim – „Das ist entsetzlich für uns alle“: So beschreibt Christian Schiefer die Gemütslage der Organisatoren von Radsportverein Rosenheim und Skiclub Aising-Pang nach dem tödlichen Radunfall von Katja Husen (46). Beim 29. Rosenheimer Radmarathon am vergangenen Sonntag war die Hamburger Grünen-Politikerin gestürzt und hatte sich trotz Helms schwere Kopfverletzungen zugezogen. Sie wurde mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Dort starb sie am Dienstag.

Tödlich verunglückt: Katja Husen (46) stürzte am Sudelfeld beim Rosenheimer Radmarathon.

Als offizieller Schirmherr des Radmarathons sprach Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März Familie und Freunden von Katja Husen sein Beileid aus. Die Nachricht habe er mit „großer Bestürzung“ erfahren, schreibt März auf der Facebook-Seite der Stadt Rosenheim. „Solch tragische Unfälle führen uns immer wieder vor Augen, wie zerbrechlich der menschliche Körper trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Schutzausrüstung ist.“ Die Veranstalter wiederum äußern sich auf der offiziellen Homepage des Radmarathons „tief betroffen“.

Tödlicher Sturz: War die Fahrerin abgelenkt?

Das Unglück ereignete sich auf der Bundesstraße B 307, bei der Abfahrt vom Sudelfeld nach Bayrischzell, wenige hundert Meter hinter der höchsten Stelle der Straße,.

Die Ursache für den Unfall st noch nicht geklärt. Kurz nach Beginn der nicht besonders steilen Abfahrt kann ihr Tempo noch nicht hoch gewesen sein. Katja Husen war wie so häufig mit ihrem Lebensgefährten unterwegs. Offenbar wollte die Hamburgerin ihn überholen. Beim Wiedereinscheren verlor sie die Kontrolle über ihr Rennrad und stürzte.

Ein Fehlverhalten eines anderen Fahrers, Rollsplit oder ein Ölfilm auf der Straße scheiden nach Angaben der Veranstalter als Ursache aus. „Ich bin zwei Tage zuvor, am Tag zuvor und noch am Tag des Radmarathons die Strecken abgefahren“, sagt Schiefer. „Es war alles in Ordnung.“ Schiefer sprach von „optimalen Verhältnissen“, wie auch Torsten Meyer, Stellvertretender Vorsitzender vom Mitveranstalter, dem Skiclub Aising-Pang.

Ein paar hundert Meter hinter der höchsten Stelle der Sudelfeldstraße stürzte Katja Husen schwer.

Unter Radsportlern gilt der Streckenabschnitt, auf dem sich das Unglück ereignete, als verhältnismäßig harmloser Einstieg in eine Genussabfahrt, keinesfalls zu vergleichen mit einer steilen Abfahrt mit engen Kurven im Hochgebirge, womöglich auf schlechtem Untergrund. Gefürchtet ist eher die Passage auf der anderen Seite, die Auffahrt von Tatzlwurm hinauf zum Sudelfeld, die wegen ihrer Prozentpunkte viele Fahrer stark fordert.

Tödlicher Unfall am Sudelfeld: Bestürzung in Hamburg

Das Unglück schlägt Wellen bis nach Hamburg. Katja Husen war dort für die Grünen aktiv, Freunde und Wegbegleiter in der Hansestadt reagierten bestürzt. „Noch vor ein paar Tagen hat sie voller Begeisterung von dem geplanten Radmarathon erzählt, auf dem sie am Wochenende den tödlichen Unfall hatte“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landesvorsitzenden Maryam Blumenthal und ihres Stellvertreters Leon Alam. „Katja Husen wurde buchstäblich aus dem Leben gerissen. Ihr viel zu früher Tod macht uns fassungslos.“

Auch bei den Veranstaltern in Rosenheim sitzt der Schock tief. Man halte sich strikt an die Straßenverkehrsordnung, versuche mit optimaler Vorbereitung Gefahren für die Teilnehmer weitgehend auszuschließen, heißt es von Seiten von Radsportverein und Skiclub. Ihre Zufriedenheit mit der Organisation äußern zahlreiche Teilnehmer im Gästebuch des Online-Auftritt des Radmarathons. Nach Angaben der Veranstalter engagierten sich rund 100 Helfer als Streckenposten oder in anderen Funktionen für den Marathon.

Die Ausrichter achten auch strikt auf die Helmpflicht. „Ein Teilnehmer hatte seinen Helm vergessen, dem haben wir einen geliehen“, sagt Torsten Meyer.

Insgesamt 1800 Menschen hatten sich zur 29. Rundfahrt angemeldet, mindestens 1300 waren tatsächlich auf einer der fünf verschiedenen Routen von 67 bis 249 Kilometern Länge gestartet. Katja Husen hatte sich offenbar die zweitlängste, 182 Kilometer lange Variante vorgenommen.

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