Nach Stopp für Impfstoff

Wie es in Rosenheim und Traunstein mit Astrazeneca-Impfungen weitergehen könnte

Nach einem Impfstopp mit dem Stoff Astrazeneca wurden Termine abgesagt und Zweitimpfungen liegen auf Halde.
+
Nach einem Impfstopp mit dem Stoff Astrazeneca wurden Termine abgesagt und Zweitimpfungen liegen auf Halde.
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
    schließen

Umgehend ausgesetzt wurden auf Geheiß der Bundesregierung auch in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Landkreis Traunstein die Impfungen mit Astrazeneca. Doch wie geht es weiter? Was ist mit denjenigen, die schone eine erste Impfung mit Astrazeneca haben? Die OVB-Heimatzeitungen fragten nach.

Rosenheim/Traunstein – Vereinbarte Termine für Dienstag, 16. März, und Freitag, 19. März, sind aktuell storniert. Je nach Zuteilungsmenge der nächsten Impfstoff-Lieferung erhalten Personen (abhängig von der jeweiligen Priorität) neue Termine. Doch was ist mit denjenigen, die schon eine erste Spritze mit Astrazeneca erhalten haben?

Das könnte Sie auch interessieren: Paul-Ehrlich-Institut sieht Frauen höherem Risiko durch Impfstoff ausgesetzt

Zeitfaktor bis zur zweiten Impfung entscheidend

„Da die zweite Dosis neun bis zwölf Wochen nach der ersten verabreicht wird, haben wir bis zur weiteren Entscheidung des Bundesgesundheitsamtes etwas Zeit“, so Rosenheims Impfkoordinator Hans Meyrl auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen Die Aussetzung ist eine „Vorsichtsmaßnahme“, heißt es von der Bundesbehörde. Grund: Thrombosefälle nach Astrazeneca-Impfungen. Man wolle nun eine neue Beurteilung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) abwarten. Diese ist für Donnerstag in Aussicht gestellt. Davon sowie von einem Beschluss der Bundesregierung ist dann nach den Worten von Meyrl auch das weitere Vorgehen rund um den Impfstoff Astrazeneca im Rosenheimer Impfzentrum abhängig.

Lesen Sie auch: Mehr Schaden als Nutzen? So urteilen Mühldorfer über Stopp für AstraZeneca

Warten auf die Beurteilung der EMA

Nach Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Das Paul-Ehrlich-Institut weist darauf hin, dass Personen, die den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, beispielsweise mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.

Die Impftermine am Mittwoch, 17. März., sowie am Donnerstag, 18. März., erfolgen im Rosenheimer Impfzentrum mit einem anderen Impfstoff und werden daher wie geplant stattfinden.

So ist die Lage im Landkreis Traunstein

Durch den vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca mussten 1300 bereits vereinbarte Termine storniert werden. „Zudem erhalten wir mit der heutigen Lieferung weitere 900 Impfdosen des genannten Impfstoffs. Insgesamt handelt es sich also um 2200 Astrazeneca-Impfdosen“, so Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamtes Traunstein. Der vereinbarte Termin zur Zweitimpfung wird aktuell noch nicht storniert. „Wir warten hierbei auf die Information der zuständigen Ministerien bezüglich der weiteren Vorgehensweise.“ Auch dort gilt: Aufgrund der längeren Zeitspanne zwischen Erst- und Zweittermin besteht aktuell noch kein Zeitdruck.

Kommentare