Rosenheimer Eltern legen nach: Zweiter Brief an Gesundheitsamt wegen Corona-Maßnahmen

Waren am Anfang der Versammlung auf dem Areal Mangfallpark Süd rund 200 Personen anwesend, so schätzt die Rosenheimer Polizei die Teilnehmer am Aufzug auf rund 500 Personen.
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Waren am Anfang der Versammlung auf dem Areal Mangfallpark Süd rund 200 Personen anwesend, so schätzt die Rosenheimer Polizei die Teilnehmer am Aufzug auf rund 500 Personen.
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  • Anna Hausmann
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Schulstart mit Maske im Unterricht: Das hatte bei einigen Rosenheimer Eltern für sehr viel Unmut gesorgt. Jetzt ist die Maskenpflicht vorerst durch. Aber für die besorgten Eltern ist das Thema Corona-Maßnahmen in der Schule damit noch lange nicht beendet.

Update 29. September, 18.57 Uhr

Bündnis schreibt zweiten Brief wegen Corona-Maßnahmen

Rosenheim – Das Bündnis Rosenheimer Eltern lässt nicht locker: Bei einem Demonstrationszug gegen die Maskenpflicht, der am 19. September rund um das Rathaus führte, haben sie sich mit einem Brandbrief an Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamts, gewandt. Nun haben sie mit einem zweiten Brief nachgezogen.

Das Thema ist gleich, der Brief ein neuer: Die Antworten auf das erste Schreiben seien „unzureichend“ gewesen, wie eine Sprecherin des Bündnisses am 29. September erklärte. Die Eltern fordern „wissenschaftliche Beweise, die belegen, dass Schüler andere Personen angesteckt haben, die schwer erkrankt sind“. Außerdem seien viele Eltern besorgt, dass das Gesundheitsamt in Schulen unangemeldete PCR-Tests (Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum) durchführen könnte. Sie bitten um eine Zusicherung, dass derartige Maßnahmen nicht stattfinden werden.

Hierl antwortet mit einem 7-seitigen Schreiben

Schon in ihrem ersten Schreiben hatten sich die Eltern gegen eine Maskenpflicht an den Schulen ausgesprochen, da „gesundheitliche Schäden, körperlicher sowie psychischer Natur“ zu erwarten seien. In einem siebenseitigen Antwortschreiben schilderte Gesundheitsamtsleiter Hierl die Hintergründe der Maßnahmen. Diese beruhten auf dem Infektionsschutzgesetz durch die Empfehlungen des Robert Koch-Institutes. Hierl habe vollstes Verständnis für die Sorgen der Eltern, wie er in dem Schreiben zum Ausdruck brachte.

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Wie das Gesundheitsamt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärte, seien keine PCR-Tests an den Schulen geplant. Kontaktpersonen der Kategorie I werden wie bisher am Gesundheitsamt oder im Testzentrum auf der Loretowiese getestet.

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Update 20. September, 10.50 Uhr:

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Unter dem Motto „Für unsere Kinder! Sofortige Abschaffung der angeordneten Maskenpflicht im Unterricht“ hat am Samstag, 19. September, eine Demonstration in Rosenheim stattgefunden. Mit Beginn der Auftaktkundgebung um 14.00 Uhr und entsprechenden Redebeiträgen, folgte anschließend ein Aufzug durch die Rosenheimer Innenstadt.

In den Zug gliederten sich nach und nach Passanten ein, die sich dem Zug mit angeschlossen haben, deshalb stieg die Teilnehmerzahl von 200 auf rund 500 an. Die Mindestabstände wurde eingehalten und der Mund-/Nasenschutz getragen.

Besorgten Eltern demonstrieren am Samstag in Rosenheim –unter anderem gegen die Maskenpflicht an Schulen.

Gegen drei Personen leitete die Rosenheimer Polizei ein Bußgeldverfahren nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz ein. Diese drei Personen störten mehrfach die Versammlung durch Videoaufnahmen und störende Gesprächsverläufe und Handlungen gegenüber den Teilnehmern. Nach mehrfacher Aufforderung des Versammlungsleiters hin entfernten sich diese Personen nicht aus der Versammlung, weshalb die Rosenheimer Polizei folglich Maßnahmen nach dem Versammlungsgesetz zum Ausschluss aus der Versammlung treffen musste. Im weiteren Verlauf erfolgte die polizeiliche Anordnung von Platzverweisen. Zusammenfassend verlief die Versammlung sonstig störungsfrei. Im nachmittäglichen Verkehr der Rosenheimer Innenstadt kam es zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen.

Update 19. September, 15.20 Uhr:

Trotz Lockerungen: Demozug findet statt

Rosenheim – Die angekündigte Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen hat das „Bündnis Rosenheimer Eltern“ nicht davon abgehalten, die geplante Demonstration am Samstag, den 19. November, durchzuführen. Start war um 14 Uhr am Mangfallpark Süd. Dort wurden Fragen an das Gesundheitsamt und die Stadt vorgetragen. Themen unter anderem: Die finanzielle, logistische und psychische Belastung von Familien im letzten Lockdown. Auch die Wirksamkeit der Maskenpflicht zum Infektionsschutz wurde in Frage gestellt.

Nach der Kundgebung setzt sich jetzt der Demonstrationszug durch die Innenstadt in Richtung Rathausstraße in Bewegung.

 Lesen Sie hier: Maskenpflicht entsetzt Rosenheimer Eltern – doch Schulamtsleiter unterstützt Maßnahme

Laut unseres Reporters vor Ort waren rund 300 Teilnehmer vor Ort.

Die Initiatoren des Aktionsbündnisses sehen sich durch „eine Flut von Nachrichten besorgter Eltern“ in ihrem Protest unterstützt.

Keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr im Unterricht in der Grundschule

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

Aufgrund der erfreulichen Entwicklung bei der 7 Tage Inzidenz im Rosenheimer Stadtgebiet hat das Rosenheimer Gesundheitsamt beschlossen die Maßnahmen an den Schulen im Stadtgebiet Rosenheim auf Stufe 2 des Drei-Stufen-Plans des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus abzusenken.

Das bedeutet, dass ab dem 21.09.2020 für Schülerinnen und Schüler an Grundschulen und Förderzentren im Rosenheimer Stadtgebiet keine Verpflichtung mehr besteht, im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.   

Für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 in städtischen Schulen gilt dann die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) auch am Sitzplatz im Klassenzimmer während des Unterrichts zu tragen, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Diese Maßnahme ist in der Stufe 2 des Rahmen-Hygieneplans des Kultusministeriums so vorgesehen.

Die Regelung gilt zunächst bis einschließlich 2. Oktober. Eine Verkürzung dieser Frist ist möglich, sollte die 7 Tage Inzidenz im Rosenheimer Stadtgebiet weiter sinken und sich auf einem niedrigen Niveau bewegen. Das Rosenheimer Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die Lage sehr genau und stimmt sich eng mit dem Staatlichen Schulamt ab.    

Update 18. September, 14.23 Uhr:

Rosenheim: Nur für Grundschüler fällt die Maskenpflicht im Unterricht

Das Gesundheitsamt Rosenheim bleibt trotz gesunkener Infektionszahlen bei rigiden Infektionsschutz-Vorgaben für die Schulen der Stadt. Demnach gilt, „vorbehaltlich der Zustimmung der vorgesetzten Behörden", ab dem 21. September die Stufe 2 des Rahmen-Hygieneplans des Bayerischen Kultusministeriums. Das bedeutet: Die Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen der Stadt Rosenheim ab Jahrgangsstufe 5 sind zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer während des Unterrichts verpflichtet, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann.

Ein schwieriges Unterfangen für die Schulen besonders in der Stadt Rosenheim – die teils nun eine Maskenpflicht im Unterricht beibehalten, teils darauf verzichten wollen.

Aufatmen heißt es nur bei den Kleineren: Für Grundschüler entfällt die Maskenpflicht im Unterricht generell.

In Kitas nur feste Gruppen

Auch an den Kitas bleiben die Zügel in der Stadt Rosenheim angezogen: Es können zwar laut Gesundheitsamt weiterhin alle Kinder die Einrichtung besuchen, doch soweit Einrichtungen offene oder teiloffene Konzepte umsetzen, müssen wieder feste Gruppen gebildet werden, „um eine bessere Nachverfolgbarkeit im Falle eines Ausbruchsgeschehens zu erleichtern“. Die Beschäftigten müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, erklärt dazu: „Wir haben hier eine zusätzliche Sicherheitsbarriere geschaffen, um zu verhindern, dass bislang unerkannte Erkrankungen in Schulen und Kindertagesstätten eingebracht werden. Die Maßnahme dient dem Schutz der betreuten Kinder und Jugendlichen und auch der Lehrkräfte beziehungsweise Erzieherinnen und trägt dazu bei, dass präventiv eine Ausbreitung der Infektionen in der Bevölkerung verlangsamt werden soll. Derzeit sind alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst.“

Das Gesundheitsamt beobachte und analysier die Lage auch weiterhin sehr genau.

Meldung 18. September, 12 Uhr:

Bayern: Keine generelle Maskenpflicht im Unterricht mehr

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat es am Freitag, 18. September in einer Pressekonferenz verkündet: Die generelle Maskenpflicht im Unterricht in Bayern soll zum Montag, den 21. September, wieder fallen. Wobei es aber bleiben soll: Abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort kann sie wieder jederzeit lokal angeordnet werden.

Genau darauf hatte sich das staatliche Schulamt Rosenheim bezogen, als es bereits am 11. September konkretisierte: „Ab dem 21.09.20 werden die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen (einschließlich der Grundschulen) auch weiterhin zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer während des Unterrichts verpflichtet, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann.

Für die Schulen im Landkreis wird die Umsetzung der verschärften Maßnahmen bis zum 2. Oktober „empfohlen“. Dabei sollen die Eltern, nicht etwa die Schulleitungen, in den Grundschulen entscheiden, ob ihr Kind im Unterricht die Maske tragen soll – ab dem Montag, dem 21. November, auch die Eltern der Mittelschüler.

7-Tage-Inzidenz: Neue Zahlen, neue Regeln für die Maskenpflicht im Unterricht?

Allerdings: Bei dieser Entscheidung hatte sich das Gesundheitsamt Rosenheim zuletzt auf die „andauernde Überschreitung des Schwellenwertes der 7-Tages-Inzidenz von 50 in der Stadt Rosenheim seit dem 6. September" bezogen. Diese ist am Freitag, den 18. September, nun nicht mehr gegeben. Laut Robert Koch Institut zählt die Stadt Rosenheim aktuell 31,6 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen auf 100.000 Einwohner, der Landkreis wartet gar mit nur einem Wert von 12,3 auf.

Lockerung der Maskenpflicht im Unterricht in Aussicht

Entsprechend denkt das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim über weitere Lockerungen der Maskenpflicht an den Schulen nach. Das erklärt Sprecherin Ina Krug auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Diese werden aktuell vom Bayerischen Kultusministerium geprüft. Sobald seitens des Ministeriums „grünes Licht“ gegeben wird, sollen Schulen und Eltern informiert werden. Die Benachrichtigung soll möglichst noch am Nachmittag des 18. Septembers erfolgen.

Maskenpflicht in den Rosenheimer Kitas?

Die zuletzt vom Gesundheitsamt Rosenheim festgelegten „präventiven Infektionsschutzmaßnahmen“ regelt auch den Umgang mit der Maskenpflicht in Kindertagesstätten – einschließlich 2. Oktober. Im Stadtgebiet von Rosenheim müssen Einrichtungen, welche offene oder teiloffene Konzepte umsetzen, demnach wieder feste Gruppen bilden. Die Beschäftigten müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Analog empfiehlt das Gesundheitsamt in seiner letzten offiziellen Bekanntgabe diese Maßnahmen auch Kindertageseinrichtungen im Landkreis Rosenheim.

Maskenpflicht: Eine Anordnung vom Ministerium?

Der Blick auf die Zahlen ist vom Kultusministerium angeordnet und den Behörden die Arbeit mit einem sogenannten Stufenplan: Werden in einem Landkreis mehr als 35 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner binnen einer Woche registriert, müssen im Normalfall alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht wieder eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Steigt der Wert auf über 50, gilt auch für Grundschüler Maskenpflicht und der Mindestabstand ist zwingend. Dies wird aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten in der Regel dazu führen, dass Klassen wieder aufgeteilt und im Wechsel in der Schule und zu Hause unterrichtet werden.

Das Gesundheitsamt Rosenheim präzisiert aber: „Die bei den einzelnen Stufen genannten Schwellenwerte lösen nicht automatisch Veränderungen aus, sondern sind als Orientierungshilfe für die Gesundheitsämter gedacht, die über die jeweiligen Stufen in Abstimmung mit der Schulaufsicht entscheiden.“

Eltern protestieren gegen Maskenpflicht

Am Samstag (18. September) plant das „Bündnis Rosenheimer Eltern“ eine Demonstration gegen die Maskenpflicht an Schulen. Soe soll im Mangfallpark Süd auf dem Festivalgelände stattfinden.

Der Demonstrationszug führt nach Angaben der Behörden über die Rathausstraße, Reichenbachstraße, Kufsteiner Straße, Brianconstraße zurück zur Rathausstraße. Die Veranstaltung dauert von 14 bis 16 Uhr. Wie die Stadt mitteilte, sind 200 Demonstranten angemeldet.

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