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Sicherheitsbericht für den Landkreis Rosenheim

Vom Giftmord bis zu illegalen Straßenrennen: Diese Fälle beschäftigen die Polizei in der Region

Polizeipräsident Manfred Hauser (links) übergibt Landrat Otto Lederer den Sicherheitsbericht 2021.
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Polizeipräsident Manfred Hauser (links) übergibt Landrat Otto Lederer den Sicherheitsbericht 2021.
  • VonJulian Baumeister
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Die Anzahl der Straftaten im Landkreis Rosenheim hat mit weniger als 10000 erfassten Fällen ein fast schon historisches Tief erreicht. Das geht aus dem Sicherheitsbericht 2021 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hervor. Dennoch gab es aufsehenerregende Kriminalfälle.

Rosenheim – Die Geschichte klingt wie aus einem Drehbuch einer Sonntagabendsendung. Im vergangenen November verstarb ein 89-jähriger Mann aus Kiefersfelden im Rosenheimer Klinikum unter eigenartigen Umständen. Die Polizei hatte schnell einen schwerwiegenden Verdacht. Denn der Mann wurde wohl über einen längeren Zeitraum mit Opiaten vergiftet und ist in Folge dessen verstorben.

Tötungsdelikte steigen drastisch an

Nach monatelangen Ermittlungen erfolgte im April 2022 dann eine aufsehenerregende Festnahme. Die 63-jährige Tochter des Mannes wurde in der mallorquinischen Hauptstadt Palma festgenommen. Der Vorwurf: Mord aus niederen Motiven. Inzwischen wurde die Frau ausgeliefert und in Traunstein dem Haftrichter vorgeführt.

Die Kriminalitätsrate im Landkreis Rosenheim ist mit 9206 erfasster Straftaten so niedrig wie schon lange nicht mehr.

Dieser Mordfall war eines von 14 Tötungsdelikten, die die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im vergangenen Jahr beschäftigten. Darunter waren drei versuchte oder vollendete Morde, vier Totschlagsdelikte und sieben andere Todesfälle wie beispielsweise fahrlässige Tötungen oder tödliche Arbeitsunfälle, die polizeilich aufgeklärt werden müssen.

Trotz des deutlichen Anstiegs der Tötungsdelikte um 75 Prozent zeigt sich – der Landkreis Rosenheim ist so sicher wie schon lange nicht mehr. Dies geht aus dem Bericht zur Sicherheitslage 2021 hervor. Mit insgesamt 9206 Straftaten gab es im vergangenen Jahr laut Polizei so wenige Straftaten wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Im Vergleich dazu waren es 2020 noch 10 259 kriminelle Vorfälle und damit 10,3 Prozent mehr als 2021.

Auch die Aufklärungsquote von 78,1 Prozent ist trotz des leichten Rückgangs um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sehr hoch. Daraus ergibt sich eine Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung von 3517 Straftaten pro 100 000 Einwohner. Das liegt deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt von 4138.

Auffällig dabei ist, dass die Wohnungseinbruchsdiebstähle fast um die Hälfte zurückgegangen sind. Dieser Umstand ist laut Polizei womöglich auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Durch das Coronavirus sind auch im vergangenen Jahr mehr Menschen als sonst, insbesondere in der für Einbrüche beliebten Urlaubszeit, zuhause geblieben.

Besorgniserregend ist der erneute Anstieg der Sexualdelikte um 23,4 Prozent. So wurden 2021 211 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in der Region registriert.

Spitzenreiter bei den Straftaten war 2021 die einfache Körperverletzung, die zu den Rohheitsdelikten (sämtliche Raub- und Körperverletzungsdelikte sowie räuberische Erpressungen) zählt, auch wenn dort ein allgemeiner leichter Rückgang zu erkennen ist.

Angestiegen ist dagegen die Anzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis. Mit 6574 gab es 2021 5,1 Prozent mehr Unfälle als 2020 (6254). Dabei verloren 15 Menschen ihr Leben, darunter ein 16-jähriger Motorradfahrer aus Bad Feilnbach. Dieser verlor im Oktober des vergangenen Jahres die Kontrolle über sein Motorrad und kollidierte mit einem entgegenkommenden Auto auf der RO24 im Gemeindegebiet von Bad Feilnbach.

Ein Überblick über die Hauptunfallursachen im Landkreis Rosenheim im Jahr 2021. 15 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Der junge Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. 2020 verunglückten im Vergleich 13 Menschen auf den Straßen des Landkreises tödlich.

Hauptunfallursache mit 1316 Unfällen waren 2021 Fehler beim Abbiegen oder Ein-und Anfahren, vor allem in Vorfahrtssituationen. Dies zeigen die vielen Unfälle zwischen Fußgängern oder Fahrradfahrern und Lkw an Kreuzungen im vergangenen Jahr.

Weniger Unfälle durch Alkohol

Die Zahl der durch Alkohol verursachten Unfälle (115) ist 2021 minimal um 1.7 Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu gab es wieder mehr Unfälle (363), die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Einer davon endete tödlich. Die meisten Verkehrsunfälle (1052), bei denen Personen (269) verletzt wurden, ereigneten sich 2021 durch Missachtung des Sicherheitsabstandes. Ebenfalls mit 11,7 Prozent haben die Unfälle zugenommen, bei denen es sich um eine Geisterfahrt oder die Missachtung des Rechtsfahrgebots handelte. Hierbei kamen 2021 drei Menschen zu Tode.

Besonders auffällig ist laut Polizei der Anstieg der illegalen Straßenrennen. Dem Sicherheitsbericht zufolge gab es 2021 24 unerlaubte Rennen im Straßenverkehr. Das sind 14 und damit 140 Prozent mehr als noch 2020.

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