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Kundgebung zum Tag der Pflege in Rosenheim

Kaum Zeit für Menschlichkeit: Pflegepersonal im Romed-Klinikum an der Belastungsgrenze

Das Pflegepersonal des Romed-Klinikums Rosenheim fordert in einer Kundgebung die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegeberuf.
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Das Pflegepersonal des Romed-Klinikums Rosenheim fordert in einer Kundgebung die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegeberuf.
  • Julian Baumeister
    VonJulian Baumeister
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Die Coronapandemie hat den Personalmangel in den Pflegeberufen sichtbar gemacht. Die Pfleger arbeiten geistig und körperlich am Limit. Auf einer Kundgebung vor dem Romed-Klinikum in Rosenheim am Donnerstag (12. Mai) hat das Pflegepersonal deutlich gemacht, was sich dringend ändern muss und wie belastend die Situation ist.

Rosenheim – Andrea Mühlthaler hetzt eilig aus dem Haupteingang des Romed Klinikums Rosenheim. Sie ist Krankenschwester auf der Intensivstation. Viel Zeit hat sie gerade nicht. Denn die nächsten Patienten warten bereits und gegessen hat sie auch noch nichts. „Nicht ungewöhnlich“, sagt die Krankenschwester.

Vor dem Krankenhaus warten ihre Kollegen, die ebenfalls ihre Mittagspause „opfern“. Dabei haben sie bunte Plakaten mit Aufschriften wie „Wir lassen nicht locker“. Sie alle wollen auf eines aufmerksam machen – die aktuell schlechte Personalsituation in den Pflegeberufen.

„Schluss mit Ausreden – mehr Personal“

Unter dem Motto „Schluss mit Ausreden – mehr Personal“ fand vor dem Romed Klinikum am Mittwoch (12. Mai) eine Kundgebung des Pflegepersonals statt. „Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen für unser Anliegen“, sagt Volker Schmidt, Krankenpfleger auf der Herzkatheterstation.

Die derzeitige Situation führe fast zur „Ausbeutung der Beschäftigten“. Vor allem das fehlende Personal mache den Pflegern zu schaffen. „Früher waren vier oder fünf Pfleger pro Schicht eingeteilt, jetzt sind es maximal zwei oder drei“, sagt Schmidt. Die Patientenversorgung müsse im „Laufschritt“ passieren. Dadurch gehe auch ein Stück weit die Menschlichkeit verloren, sagt Mühltahler.

Das Problem sehen die Pfleger und Pflegerinnen auch in den Fallpauschalen. Bei dieser Form der Vergütung erfolgt die Abrechnung pro Behandlungsfall und nicht auf einer Zeitbasis. Dadurch würden laut Schmidt die möglichen Leistungen für die Patienten limitiert werden.

„Es ist ein wunderschöner und erfüllender Beruf, wenn man die Zeit bekommt, ihn ausüben zu dürfen“, sagt Mühlthaler. Jeder Patient erfordere eine andere Behandlung, abhängig von Krankheit, Alter und Verfassung und nicht nach Pauschalen.

Politik in der Pflicht

Um das umsetzen zu können, müsse die Politik einen gesetzlichen Rahmen schaffen. „Es braucht Gesetze um den Beruf attraktiver zu machen und zur Entlastung des Personals beizutragen“, sagt Schmidt. Mehr Personal würde das bestehende entlasten.

Aber auch ein leistungsgerechter Lohn müsse ermöglicht werden. Nur so könnte man die Personallücken schließen. Zurzeit „wird das fehlende Personal noch durch die großartigen Leistungen der Beschäftigten einigermaßen kompensiert“, sagt Schmidt.

Dabei nehmen die Pfleger vor allem die Politik in die Pflicht und nicht die Kliniken. „Wir haben einen tollen Arbeitgeber, aber auch dem werden gerade die Grenzen aufgezeigt“, sagt Mühlbauer.

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