Ab 11. Januar

Click and Collect: So läuft das digitale Geschäft des Einzelhandels in der Region an

Bestellen im Netz, abholen im Laden: Bei Click & Collect fallen meist keine Versandkosten an. Foto: Jens Büttner
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Bestellen im Netz, abholen im Laden: So funktioniert‘s.
  • Moritz Kircher
    vonMoritz Kircher
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Bayern bleibt im Corona-Lockdown und der Einzelhandel damit weitgehend geschlossen. Doch ab Montag (11. Januar) erlaubt die bayerische Staatsregierung das sogenannte „Click and Collect“. Einzelhändler dürfen Bestellungen annehmen und Waren ausgeben. Wie der Service in der Region Rosenheim / Mühldorf anläuft.

Rosenheim / Mühldorf – Bayern erlaubt dem Einzelhandel nun auch den Abholservice „Click and Collect“. Online-Bestellungen dürfen künftig im Laden abgeholt werden, wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in München sagte. «Das ist für viele Händler, gerade auch für den kleineren Einzelhandel, vielleicht der letzte Strohhalm.»

Appell an die Menschen, den lokalen Einzelhandel zu sützen

In anderen Bundesländern war der Service bislang schon erlaubt. Bayern hatte davon bislang aber aus Angst vor Kundenansammlungen vor den Geschäften Abstand genommen. «Ich appelliere an die Bürger, diese Angebote anzunehmen» - und nicht nur bei den großen internationalen Online-Plattformen zu bestellen, sagte Aiwanger. «Wenn Corona rum ist, wollen wir nicht ein großes Ladensterben festgestellt sehen.»

Aber schaffen es die Läden in der Region, sich so schnell auf die neuen Möglichkeiten einzustellen und den Kunden einen entsprechenden Service zu bieten? Wir haben uns umgehört.

Die Händler in Prien und im Chiemgau

In Prien und den Gemeinden rund um den Chiemsee ist das Interesse der Händler an „Click and Collect“ groß. So will etwa Sport Kaiser in Prien ab dem ersten Tag am 11. Januar bei der Aktion mitmachen. Darwin Kuhn vom Priener Geschäft Blumenhandwerk in der Wendelsteinstraße hat seine Ware bislang ausgliefert. Er will sich nun anschauen, wie „Click and Collect“ funktioniert und dann entscheiden. Der Buchhandel in der Region hat sich ohnehin schon auf die Bedingungen des Lockdowns eingestellt.

Lesen Sie die ganze Geschichte über „Click and Collect“ rund um Prien.

Das sagen Einzelhändler im Mangfalltal zu Click & Collect

Einzelhandel in Wasserburg: Schon vorher waren kreative Lösungen gefragt

Die Wasserburger Geschäfte sind kreativ, wenn es darum geht, neue Verkaufskonzepte zu entwickeln. Jetzt hat der Freistaat die Erlaubnis gegeben, den Abholservice „Click & Collect“ zu nutzen. Das wurde auch Zeit, finden die Geschäftsleute.

„Gut, dass es nun endlich möglich ist, Kunden bestellte Ware auch an der Ladentür kontaktlos zu übergeben“, sagt Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsverbandes (WFV). „So ein Schwachsinn, dass es bisher verboten war“, nimmt der Wirtschaftsreferent des Stadtrates, Christoph Klobeck, kein Blatt vor den Mund. „Im Supermarkt stehen die Leute seit Wochen aufeinander – und wir dürfen erst jetzt unsere Waren auch am Geschäft übergeben“, verdeutlicht Klobeck seine Frustration über die zögerliche Haltung des Freistaates, bei dem erst jetzt ein Umdenken in Richtung „Click & Collect“ kam.

Die Wasserburger Händler hatten aber auch schon vorher kreative Wege gefunden, ihre Waren an die Kunden zu bringen.

Wie der Einzelhandel im Raum Wasserburg zu „Click and Collect“ steht, lesen Sie hier.

Hoffnung beim Einzelhandel in Mühldorf

Verkaufen trotz Corona-Zwangsschließung: Ab Montag beteiligen sich viele Geschäfte im Landkreis Mühldorf am neuen Abholservice „Click and Collect“. Die Händler hoffen damit, endlich wieder mit stärker mit ihren Kunden in Kontakt zu kommen. Zahlreiche Geschäfte haben sich vorbereitet und machen mit.

Lesen Sie hier eine Umfrage unter fünf Einzelhändlern aus Mühldorf, Neumarkt-St. Veit, Ampfing und Waldkraiburg.

In Rosenheim können es die Einzelhändler kaum erwarten

Viele Geschäftsleute in Rosenheim hätten sich die Möglichkeit für „Click and Collect“ in Bayern schon früher gewünscht. Das meint zum Beispiel Stefan Glocker, Inhaber von Böck Herrenmode, „Marc o‘ Polo Men“ und „Marc o‘Polo Woman“: „Das hätte schon viel früher möglich sein sollen, wie das auch in anderen Bundesländern schon möglich war“

Andere Einzelhändler in Rosenheim haben sich längst darauf eingestellt, den Service anbieten zu können und haben nur noch auf grünes Licht von der Staatsregierung gewartet. Einhelliger Tenor: Warum erst jetzt?

Lesen Sie hier die ausführliche Geschichte über den Start von „Click and Collect“ in Rosenheim.

Für die Händler ist „Click and Collect“ nicht zuletzt ein Versuch, den wirtschaftlichen Schaden durch den Lockdown zu verringern. (Mit Material von dpa)

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