Coronavirus: Diese Menschen halten die Region am Laufen

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Mit diesem eindringlichen Appell richte sich immer mehr Krankenhaus-Mitarbeiter im Internet an die Bevölkerung – hier die Mitarbeiter des Klinikums Traunstein. 

Leere Straßen, Hamsterkäufe und Homeoffice: Die steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in der Region haben den Alltag verändert. Viele gehen nicht mehr raus. Und andere machen Jobs, die sind nun wichtiger denn je. 

Finden Sie hier: Alle Informationen zur Coronakrise in Ihrer Region

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Die OVB Heimatzeitungen haben eine Facebook-Gruppe für jene gegründet,

deren Jobs von der Landesregierung als als "systemrelevant" eingestuft wurden. 

Sie soll eine Plattform bieten für die Probleme, mit denen sich die Betroffenen konfrontiert sehen – und auch den Zusammenhalt stärken. 

Wir freuen uns, wenn Sie mitmachen: Facebook-Gruppe #WirBleibenFürEuchDa. 

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Update 21. März, 14.50 Uhr:

Security fürs Klopapier

Eine Einzelhandelskauffrau berichtet in unserer Facebook-Gruppe von ihren Erfahrungen aus einem Discounter. "Seid heute haben wir Security für das Klopapier. Da fühlt man sich wie im falschen Film." schreibt sie. "Es gab schon fast eine Schlägerei ums Klopapier, eine Kollegin wurde angespuckt, weil wir keines da hatten."

21. März: 

Wichtig für das öffentliche Leben

Wegen der Coronakrise müssen Branchen deutschlandweit ihre Ladengeschäfte schließen. Andere dürfen weiter betrieben werden, weil sie wichtig sind für das öffentliche Leben. 

Appell aus den Klinken: "Bleibt daheim!"

Dazu gehören selbstverständlich auch die Kliniken in der Region. Zahllose Mitarbeiter können zumindest über Rufbereitschaften jederzeit alarmiert werden. "Antreten" sollen auch Studenten oder Ärzte aus dem Ruhestand. 

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Schutzausrüstungen werden knapp. Die Verantwortlichen versuchen, Kranke und Mitarbeiter zumindest über Besuchsverbote vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen: 

Die Mitarbeiter der Kliniken Kreis Mühldorf rufen über Facebook dazu auf, die Lage durch Leichtsinnigkeit nicht auch noch zu verschärfen. Wer kann, soll daheim bleiben: 

Mühldorf ist zum Schwerpunkthaus für die Behandlung rund um das  Coronavirus erklärt worden.

Klinikmitarbeiter berichten uns, dass die Lage derzeit noch relativ ruhig ist, "aber die Ungewissheit macht einen nervös", so eine Userin auf Instagram. 

Einzelhändler versuchen sich vor Coronavirus zu schützen

Auch die Einzelhändler, die noch offen haben, müssen ihren Kunden offensichtlich immer wieder daran erinnern, dass derzeit besondere Vorsicht geboten ist. Eine Supermarktkette hat in unter anderem in Bad Aibling so genannte Hygienelinien eingerichtet, um Kassiererinnen und Kassierer vor Menschen zu schützen, die zu wenig Abstand halten. Außerdem werden die Kunden aufgerufen, mit Karte zu zahlen und nichts unnötig anzufassen. 

"Kunden nehmen keine Rücksicht"

Die Kassiererin eines Gartencenters berichtet uns, wie unverständlich sie es findet, dass die Menschen "jetzt in Horden einkaufen". Auch eine Verkäuferin an einer Fleischtheke schreibt uns: "Viele Kunden nehmen keine Rücksicht auf uns. Greifen über die Theke und husten uns an ohne sich zu entschuldigen. Einige verstehen den Ernst der Lage in Deutschland noch nicht. Sicherheit für uns gleich Null. Und wenn wir was sagen, werden wir noch angepöbelt, wir sollen uns mal nicht so anstellen."

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Notfallbetreuung für Eltern mit systemrelevanten Jobs

Schulen und Kindergärten in der Region bleiben geschlossen – bis auf die Notfallbetreuung, auf die Eltern zurückgreifen können, die zum Beispiel im Gesundheitssystem gerade dringend gebraucht werden. Wie wichtig das ist, scheinen zumindest die Kleinen verstanden zu haben: 

Polizisten kontrollieren sozialen Abstand

Selbstverständlich gibt es auch für die meisten Polizisten kein sicheres Homeoffice. Stattdessen müssen sich die Beamten mit jenen Menschen herumschlagen, die den Ernst der Lage zu verkennen scheinen. 

Die Polizei kontrollierte am Mittwoch Außenbereiche von Gasthäusern auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim – die trotz der Pandemie gut besucht waren. 

Ab Donnerstag, dem 19. März, will sie entsprechende Kontrollen ausdehnen und verschärfen. 

Sicher ist: Die Arbeit wird nicht weniger. Aktuell sind Beamte der Bundespolizei auch im Einsatz, um die Grenzen zu schützen, wie hier an der B 307 am Grenzübergang Schleching. 

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