Rosenheim: Kreisausschuss billigt Erweiterung der BOS – Kosten bei 24,5 Millionen Euro

Beengte Verhältnisse prägen derzeit den Alltag an der BOS in Rosenheim. Unser Archivbild aus dem Jahr 2019 zeigt Schulleiter Dr. Marko Hunger und Lehrerin Verena Hugger beim Unterricht in einem der Klassenzimmer.
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Beengte Verhältnisse prägen derzeit den Alltag an der BOS in Rosenheim. Unser Archivbild aus dem Jahr 2019 zeigt Schulleiter Dr. Marko Hunger und Lehrerin Verena Hugger beim Unterricht in einem der Klassenzimmer.
  • Norbert Kotter
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Der Schul- und der Kreisausschuss haben bei ihrer jüngsten gemeinsamen Sitzung im Kurhaus Bad Aibling den Weg für die Erweiterung und den Umbau der Beruflichen Oberschule (BOS) in Rosenheim geebnet. Auch eine Schulturnhalle wird neu gebaut.

Bad Aibling/Rosenheim – Landrat Otto Lederer (CSU) sprach BOS-Schulleiter Dr. Marko Hunger, der bei der Sitzung anwesend war, aus der Seele. „Der Zustand der Schule ist seit vielen Jahren nicht ideal, um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken.“ 1977 errichtet, wurde sie schon kurz nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus im Jahr 2009 aufgrund steigender Schülerzahlen wieder zu klein. Und so fiel in den zuständigen Kreisgremien bereits im Februar 2019 der Grundsatzbeschluss für die Baumaßnahme, die jetzt endgültig auf den Weg gebracht wurde.

Rund acht Millionen Euro an Fördergeldern

Die Gesamtkosten belaufen sich nach Auskunft von Martin Rodemers von der Bauverwaltung des Landkreises auf rund 24,5 Millionen Euro. Vom Freistaat Bayern erwartet der Landkreis rund acht Millionen Euro an Fördermitteln. Von den verbleibenden Kosten in Höhe von 16,5 Millionen Euro nimmt die Stadt Rosenheim dem Landkreis 28 Prozent ab, was rund 4,6 Millionen Euro entspricht. Der Anteil der Stadt bemisst sich am Anteil der BOS-Schüler, die direkt aus Rosenheim kommen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wird im Frühjahr 2023 gerechnet.

Notwendigkeit ist unumstritten

In den beiden Gremien gab es keine Zweifel an der Notwendigkeit der Baumaßnahme, lediglich an der vorgesehenen Dachform entzündete sich eine Debatte. Die eröffnete stellvertretender Landrat Sepp Hofer (Freie Wähler), der als Zimmerermeister die geplante Holzbauweise zwar sehr begrüßte, gegen das vorgesehene begrünte Flachdach, das aus vorgefertigten Holzbauteilen zusammengeführt werden soll, jedoch kräftig wetterte.

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„Wir kaufen uns doch die Baumängel förmlich ein“, sagte Hofer. Er plädierte für ein Pultdach mit fünf bis sieben Prozent Neigung, FW-Fraktionssprecher Sepp Lausch kleidete diese Forderung wenig später in einen offiziellen Antrag. Darin forderten die Freien Wähler schließlich ein geneigtes Dach in Edelstahl-Ausführung, fanden aber im Schul- und Kreisausschuss hierfür keine Mitstreiter. Hofer stimmte dann im Kreisausschuss als Einziger aus seiner Sicht konsequenterweise gegen die Baumaßnahme, ließ sein Votum aber im Protokoll modifizieren. „Ich bin nicht gegen den Neubau, kann aber wegen der Dachbauweise nicht zustimmen.“

Absage an ein Edelstahldach

Vor einem Dach in Edelstahl-Ausführung warnte insbesondere auch der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo (SPD), der aus leidvoller Erfahrung sprach. „Die Stadt Kolbermoor kämpft derzeit mit massivsten Schäden an einem 20 Jahren alten Edelstahl-Flachdach“, berichtete Kloo. Drei Prozent Neigung für ein begrüntes Flachdach bezeichnete er als „absolut ausreichend für eine sichere Ausführung“. Ein Vertreter des mit der Planung beauftragten Architekturbüros Hirner & Riehl aus München hatte zuvor zugesagt, dass es aus technischer Sicht machbar sei, auch ein begrüntes Dach mit einer leichten Neigung auf das Gebäude zu setzen.

Können Vereine die Turnhalle auch nutzen?

SPD-Fraktionssprecherin Alexandra Burgmaier bewegte neben der Diskussion um bauliche Details noch die Frage, ob die Räume der Turnhalle künftig auch für Vereine und damit den Breitensport offenstünden. „Das wird in Corona-Zeiten nicht ganz einfach werden“, meinte der Landrat, fasste aber eine solche Nutzungsmöglichkeit ebenfalls grundsätzlich ins Auge. Freilich müssten hierfür bei jeder Einzelgenehmigung drei Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Es müsse das Einverständnis der Schulleitung vorliegen, es müsse eine ausgearbeitetes Hygienekonzept geben, und vom jeweiligen Nutzer müsse ein Ansprechpartner genannt werden, der bei Problemen greifbar ist, die sich im Zusammenhang mit der externen Nutzung ergeben könnten.

Verwaltung zieht in den Neubau

Der derzeitige Schultrakt umfasst laut Landkreisverwaltung zwei Schulgebäude, zehn als Klassenzimmer dienende Pavillons, eine Hausmeisterwohnung, ein Trafohaus sowie Nebengebäude für die Unterbringung des Mülls und das Abstellen von Fahrrädern. Der Neubau auf dem etwa 4200 Quadratmeter großen Grundstück umfasst 6500 Quadratmeter Geschossfläche. Es besteht laut Landkreisverwaltung ein Bedarf an 27 Klassenzimmern und sieben Gruppenräumen. Die Schulverwaltung zieht in den Neubau ein. Die durch den Umzug im Bestandsgebäude frei werdenden Räume werden künftig von den Kunstklassen genutzt. tt

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