Zweithöchster Wert in Deutschland

Coronavirus-Inzidenzzahl in Rosenheim bei 65: Warum die Stadt dennoch gelassen bleibt

Besuch im Testzentrum: Landrat Otto Lederer (links) und Oberbürgermeister Andreas März (Mitte) erkundigen auf der Loretowiese. Foto: Landratsamt
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Besuch im Testzentrum: Landrat Otto Lederer (links) und Oberbürgermeister Andreas März (Mitte) erkundigen auf der Loretowiese. Foto: Landratsamt
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Die Coronavirus-Fallzahlen in Rosenheim gehen nach oben, eine Verschärfung der Regeln aber will die Stadt derzeit noch nicht. Anders als etwa Landshut ist beispielsweise eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Grundschüler kein Thema.

Rosenheim – Drei rote Flecken weist die Corona-Deutschland-Karte des Robert-Koch-Instituts auf, sie liegen alle in Bayern: Rosenheim, Memmingen und Landshut. Es sind die Kommunen, die die kritische Inzidenzzahl von 50 gerissen haben. Teilweise deutlich. Der Wert beschreibt die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von 7 Tagen.

In Landshut gelten daher mittlerweile schärfere Corona-Regeln, auch für Grundschüler gilt dort die Maskenpflicht. Und zwar vorerst bis 11. September.

„Keine Ausbreitung in Allgemeinbevölkerung“

Davon will Rosenheim nichts wissen. Die Stadt verweist auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen auf Gesundheits- und Schulamt. Dort aber bleibt man gelassen. „Die Zahl der Infizierten basiert im Wesentlichen auf Reiserückkehrern, für die eine häusliche Quarantäne gilt“, sagt Landratsamtssprecher Michael Fischer. „Es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine Übertragung in die Allgemeinbevölkerung.“

Die Ferien-Fälle werden vor allem im Zentrum auf der Loretowiese festgestellt – 300 mal wird dort täglich getestet. Ein Grund für Landrat Otto Lederer (CSU) und Oberbürgermeister Andreas März (CSU), sich jetzt das Zentrum anzuschauen.

Fazit: Zumindest die Abnahme der Tests läuft reibungslos. Die Urlaubsrückkehrer machen in Rosenheim seit Wochen regelmäßig über 80 Prozent der Neuinfektionen aus. Weitere Zahlen stellte Ministerpräsident Markus Söder heute (8. September) bei einer Pressekonferenz vor.

Loretowiese: Testanmeldung ist einfach

Rund 1.000 Coronavirus-Tests könnten die Mitarbeiter der Ambulanz Rosenheim nach einer Meldung des Landratsamts Rosenheim pro Tag schaffen. Anschließend gehen die Proben in die Labore der Firma Eurofins.

Das Testzentrum auf der Loretowiese hat Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung sollte bereits online erfolgen. Testen lassen kann sich nach der Bayerischen Teststrategie hier grundsätzlich jeder Bürger, insbesondere aber Reiserückkehrer, egal, ob sie aus einem Risikogebiet kommen oder nicht, sowie Personal von Schulen, Kitas, Heimen oder Kliniken.

Möglicherweise ist mit steigenden Testzahlen wohl auch ein Anstieg der Fallzahlen verbunden – und damit der nächste Ausschlag in der Inzidenzzahl.

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