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Experten aus der Region Rosenheim zum Thema Heizen

Preise für Gas, Holz und Pellets explodieren - gibt es zurzeit eine beste Art zu heizen?

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Der kommende Winter droht teuer zu werden
  • Martin Lünhörster
    VonMartin Lünhörster
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Die Kosten fürs Heizen werden im kommenden Winter hoch sein. Wie hoch steht noch nicht einmal fest. Wegen der aktuellen Gaspreise sehen sich viele Menschen nach alternativen Heizmethoden um. Was Experten aus der Region Rosenheim sagen.

Rosenheim – Schock für die Gaskunden in der Landeshauptstadt: Die Stadtwerke München planen zum 1. Januar 2023 eine Erhöhung der Gaspreise um 93 Prozent und verdoppeln damit nahezu den Preis. Energie wird teurer und teurer. Wie ist die Lage in Rosenheim? Die Stadtwerke Rosenheim planen zum jetzigen Zeitpunkt keine Erhöhung. Das erklärte Stadtwerke-Sprecherin Ulrike Willenbrink am Dienstag (18. Oktober) auf OVB-Anfrage: „Aktuell gibt es bei den SWRO keine Pläne hinsichtlich einer Preisänderung für unsere Bestandskunden zum 1.1.2023.“ Was aber nichts daran ändert, dass auch in der Region Rosenheim die Heizkosten immer weiter steigen und sich viele nach alternativen Heizmethoden umsehen.

Die Bundesregierung diskutiert momentan über einen Deckel für den Gaspreis. Aber auch der wird wohl viele Verbraucher nicht davor schützen können, im kommenden Winter wesentlich mehr Geld für die Heizung ausgeben zu müssen. Auf das Preisniveau vor dem Ukraine-Krieg wird das Gas vorerst wohl nicht sinken.

Das wird so schnell nicht wieder günstig

Aber wenn Gas derzeit so teuer ist, wie sieht es mit Alternativen aus? Möglichkeiten gibt es viele. Vom klassischen Kachelofen, über Hackschnitzel und Pellets, Öl, Solar bis hin zur Fernwärme.

Der fossile Brennstoff Öl ist preislich an das Erdgas gekoppelt und damit ebenfalls deutlich teurer geworden. Seit Anfang des Jahres hat sich der Preis für einen Liter Heizöl mehr oder weniger verdoppelt.

Nicolas Prankl, Juniorchef eines Heizöllieferdienstes in Rosenheim, sieht einerseits eine starke Nachfrage nach Öl. Besonders seit Mitte September gehen mehr Bestellungen ein. Andererseits bestellen zahlreiche Kunden aber auch weniger Öl als früher. Einen Engpass in der Versorgung sieht Prankl in der kommenden Zeit für sein Unternehmen aber nicht.

Auch die Preise für nachwachsende Brennstoffe sind in fast astronomische Höhen gestiegen. Hat eine Tonne Holzpellets vor einem Jahr noch um die 220 Euro gekostet, werden nun Preise von mehr als 700 Euro fällig.

Holz ist nach wie vor ein beliebtes Heizmaterial. Auch bei Brennholz ist die Nachfrage und damit der Preis gestiegen. Es bleibt aber eine vergleichsweise günstige Heizmethode. Ein Ster Hartholz, also Holz von Eichen, Buchen oder Eschen, kann bis zu 200 Liter Heizöl ersetzen. Für den Raummeter werden momentan im Baumarkt 250 Euro fällig, was Holz noch immer rund 40 Prozent günstiger als Öl macht.

Günstiger ist es hier oft, das Holz direkt bei den Waldbesitzern zu kaufen. Das Holz wird demnächst erst nach dem Blattfall geschlagen, ist dann unter anderem über die Waldbesitzervereinigungen zu beziehen. Michael Heffner, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Rosenheim, sieht bereits eine höhere Nachfrage nach Brennholz. Das wird sich auch auf den Preis auswirken.

Nachfrage nach Brennstoffen steigt

Was Neubauten anbelangt, ist derzeit laut Gerhard Hardrath, dem Obermeister der SHK-Innung Rosenheim (Sanitär, Heizung, Klima), die Wärmepumpe am beliebtesten. Aber die Wartezeiten, bis eine solche Anlage eingebaut werden kann, steige immer weiter, erklärte er gegenüber dem OVB.

Solaranlagen wiederum haben ihren Boom wohl hinter sich, da für diese Anlagen die staatliche Förderung weggefallen ist. Außerdem ist hierfür aber auch, wie bei allen anderen Heizungsarten, Strom zum Betrieb der Anlage notwendig. Aber auch der Strom ist im Laufe des Jahres immer teurer geworden. Das liegt über Umwege mitunter am Gaspreis. Die Strompreise richten sich in Deutschland am teuersten Produzenten. Und das sind derzeit die Gaskraftwerke. Jahrelang hat dieses System gut funktioniert, jetzt müsse man „das System der Preise hinterfragen“, so Gerhard Hardrath.

Eine Antwort auf die Frage, was derzeit die beste Art zu heizen ist, hat auch der Fachmann nicht: Das sei „wie ein Blick in eine Glaskugel“ und derzeit schlichtweg nicht zu beantworten. Nur eines ist sicher: Die Heizkosten für den kommenden Winter werden hoch sein.

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