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Über 50 Einrichtungen beteiligt

Fachkräftemangel: Wie Stadt und Landkreis Rosenheim die Pflegeberufe attraktiver machen wollen

Die Hauptprotagonisten des neuen „Ausbildungsverbund Pflege“ des Landkreises und der Stadt Rosenheim
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Die Hauptprotagonisten des neuen „Ausbildungsverbund Pflege“ des Landkreises und der Stadt Rosenheim. Von links: Landrat Otto Lederer, Carolin Heilmann (Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus), Eva Faltner (Christliches Sozialwerk Flintsbach am Inn), Sarah Keck (Koordinierungsstelle Ausbildungsverbund Pflege) und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März
  • VonJulian Baumeister
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Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft fehlten im Jahresdurchschnitt der vergangenen Jahre rund 31000 Fachkräfte im Bereich der Pflegeberufe. Und das vor allem, weil es am Nachwuchs fehlt. Stadt und Landkreis wollen nun gegen diesen Trend vorgehen - und sind damit nicht allein.

Rosenheim – Der Pflegeberuf hat ein Problem. Das haben die vergangenen beiden Jahre nochmals verdeutlicht. Immer weniger junge Menschen würden sich für Berufe wie Alten- oder Krankenpflege interessieren. Es fehlt dadurch am Nachwuchs. Verschärft wird dieses Problem durch den generellen Fachkräftemangel in fast allen Bereichen der Pflege.

Um gegen diesen Trend vorzugehen und wieder mehr Menschen von einer pflegerischen Ausbildung zu überzeugen, haben Stadt und Landkreis zusammen mit rund 50 Vertretern von Pflegeschulen sowie verschiedener Pflegeeinrichtungen und Kliniken den „Ausbildungsverbund Pflege Stadt und Landkreis Rosenheim“ gegründet.

Versorgung muss gewährleistet werden

„Das ist ein Signal, wie wichtig der Stadt und dem Landkreis die pflegerischen Berufe sind“, sagt Landrat Otto Lederer. Seiner Meinung nach sollten Pflegeeinrichtungen genauso wie Kindergärten fest zu den Gemeinden gehören. Oder zumindest einen ambulanten Pflegedienst haben, der es ermöglicht, dass die Bürger bis ins hohe Alter zuhause wohnen können. „Dafür braucht es aber gut ausgebildetes Personal“, führt Lederer fort.

Und damit das gewährleistet werden kann, sei der Verbund gegründet worden. Mit dem Ziel, die Herausforderungen der vereinheitlichten Pflegeausbildung zu stemmen, die Region zu einem attraktiven Ausbildungsort zu machen und das Pflegepersonal langfristig halten zu können.

Hitzige Debatten zu Beginn

„Die übergeordnete Aufgabe des Verbundes bleibt, die beste Versorgung der Menschen zu gewährleisten“, unterstreicht Eva Faltner, Geschäftsleiterin des Christlichen Sozialwerks Flintsbach am Inn und Mitbegründerin des Verbunds. Bereits im Juli des vergangenen Jahres sind die ersten Kooperationspartner zu Vorgesprächen zusammengekommen. „Da waren viele hitzige Debatten dabei, wie wir den Verbund genau gestalten können“, sagt Carolin Heilmann, Leiterin der Gesundheitsregionplus. Am Ende hätte man aber alle „einfangen können“ und sei zu einem guten Ergebnis gekommen.

Inzwischen wurden drei Expertengruppen für Theorie und Ausbildung, Praxis sowie der Verbandsstruktur eingerichtet. Zudem gibt es eine Koordinationsstelle für alle Verbundspartner, die mit Sarah Keck, einer gelernten Gesundheits- und Krankenpflegerin, besetzt wurde. Dadurch solle laut Faltner die Kommunikation zwischen den einzelnen Einrichtungen verbessert werden und ein „großes Miteinander statt einem Gegeneinander“ entstehen. „Es geht darum, eine Lernkooperation zwischen den ausbildenden Praxiseinrichtungen und den Pflegeschulen zu schaffen“, betont Lederer. Dies würde nur funktionieren, wenn alle Partner eng zusammenarbeiten.

Schöner Ausbildungsstandort

Wenn dies gelinge, könne der Standort Rosenheim auch eine qualitativ hochwertige Ausbildung anbieten. „Wenn wir den Bürokratismus etwas verringern, wird der Beruf für einige vielleicht wieder interessanter“, sagt Faltner. Dazu gehöre laut ihr auch, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden und sich die Mitarbeiter wieder wohler in ihren Jobs fühlen. Für Letzteres könnte die Region schon ganz alleine sorgen. „Eine Ausbildung hier in Rosenheim mit all den Bergen und Seen zu machen, da gibt´s doch nichts Besseres“, sagt Heilmann und lacht.

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