Coronavirus-Testzentrum auf der der Loretowiese: Patienten brauchen Überweisung und Termin

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Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim hat mit Unterstützung der Stadt Rosenheim ein Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Betrieb genommen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die einen Termin haben und von ihrem Hausarzt per Überweisungsschein direkt dorthin verwiesen werden.

Update 30. März, 14.39 Uhr

Patienten brauchen einen Termin im Testzentrum auf der Loretowiese

Aufgrund der Erfahrung, dass einige Patienten zwar mit Überweisung, aber ohne Termin zum Corona-Testzentrum auf die Loretowiese kommen, konkretisiert die Stadt noch einmal das Vorgehen: Wer sich auf der Loretowiese auf das Coronavirus testen lassen will, braucht eine Überweisung vom Arzt.

Außerdem sei der überweisende Arzt zuständig dafür, für seinen Patienten einen festen Termin im Testzentrum zu vereinbaren. Nur mit Überweisung und Termin können Patienten zum Testzentrum auf die Loretowiese kommen. Wer zwar eine Überweisung aber keinen Termin habe, müsse wieder nach Hause geschickt werden.

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Update 25. März, 20 Uhr 

Unsere Reporterin war vor Ort

Rosenheim – Vor dem roten Container der Feuerwehr, schräg gegenüber der Loretokapelle, hat sich eine lange Schlange gebildet. Rund 40 Menschen stehen an, warten darauf, getestet zu werden. Die meisten tragen Mundschutz, einige haben Handschuhe an. Ganz vorne in der langen Reihe steht eine junge Frau. Nervös schaut sie nach links und rechts. Ihr Gesicht ist fast vollständig von der Kapuze ihrer Winterjacke bedeckt. In der rechten Hand hält sie eine Tüte mit einem Teströhrchen und einem Überweisungsschein. 

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Es sind die ersten Eindrücke vom Corona-Testzentrum, das gestern seinen Betrieb in Rosenheim aufgenommen hat. 

Medizinstudenten führen

Tests durch Langsam bewegt sich die Schlange vorwärts. Die junge Frau steht mittlerweile an der rot-weißen Absperrung und wartet auf ihren Abstrich. Um die Tests kümmern sich vier Medizinstudenten sowie Allgemeinmediziner Simon Weber (44). Außerdem etliche seiner Kollegen, die sich freiwillig angeboten haben, zu helfen. Alle tragen Handschuhe, Mundschutz, Schutzbrille und ein Haarnetz. Weber trägt außerdem ein Visier. 

Labor übernimmt Auswertung 

Schräg hinter ihm führt eine Medizinstudentin gerade bei einem Patienten einen Test durch. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei. „Wir nehmen erst einen Abstrich aus der Rachenhinterwand und dann einen aus der Nase“, sagt Weber. Angenehm sei das nicht. „Es macht ein bisschen Pipi in den Augen.“ Die Tests werden anschließend ins Labor geschickt. 

Die Ergebnisse bekommt der Hausarzt, der dann den Patienten informiert. 

Bis es soweit ist, sind die Menschen aufgefordert, in häuslicher Quarantäne zu bleiben, meldet die Stadt. Rund 80 Patienten werden pro Tag auf der Loretowiese getestet.

Warten auf ein Ende der Krise 

Wann das Testzentrum in Rosenheim wieder abgebaut werden kann, ist offen. Niemand weiß, wie lange die Corona-Krise dauern wird. Aber immerhin wird die junge Frau bald Gewissheit haben. Wie alle, die an diesem Tag mit ihr in der langen Schlange gestanden sind.

Update 25.März, 14.30 Uhr 

Schlangen vor Testcenter auf Loretowiese

Vor dem neuen Corona-Testzentrum auf der Loretowiese bilden sich lange Schlangen. Die Verantwortlichen, die die Test durchführen, weisen nochmals darauf hin, das nur Personen getestet werden, die von ihrem Hausarzt eine entsprechende Überweisung, ein Test-Kit und einen Termin zum Testen bekommen haben. 

Getestet werden demnach nur noch Menschen, auf die mehrere Kriterien zutreffen, zum Beispiel stärkere Symptome bei gleichzeitigen Vorerkrankungen oder ob sie einen systemkritischen Job ausführen. 

Junge Medizinstudenten "an der Front"

"So schaffen wir es, ressourcenschonend zu testen", so ein Sprecher vor Ort im Interview mit den OVB Heimatzeitungen. 

Er berichtet, dass im neuen Testcenter auf der Rosenheimer Loretowiese derzeit vier junge Medizinstudenten "an der Front" testen würden, so dass das Risiko im Falle einer Infektion gering gehalten werde. Sie werden von dutzenden Helfern unterstützt. 

Der Abstrich werde mit einem Stäbchen im Rachen und tief in der Nase vorgenommen. 

Wer sich mit einem dringenden Verdacht testen lassen möchte, soll sich zunächst telefonisch an seinen Hausarzt wenden.

Auch mit dem Auto zu erreichen

Das Testzentrum auf der Rosenheimer Loretowiese kann auch mit dem Auto angefahren werden, so dass der Patient direkt im Wagen getestet werden kann. 

Das Innenministerium hatte alle Landkreise und kreisfreien Städte dazu aufgefordert, Testzentren zu errichten.

24. März 17.30 Uhr:

Coronavirus-Test: Etwa 80 Abstriche pro Tag 

Das Testzentrum wurde am Dienstag, 24. März, auf einem Teilbereich der Loretowiese in Rosenheim eingerichtet – das erste dieser Art in der Region. Ausgerichtet ist das neue Testzentrum auf etwa 80 Patientenabstriche pro Tag. Es kann entweder angefahren – oder fußläufig erreicht werden. 

Zum Liveticker: Coronavirus in der Region 

Nicht jeder wird getestet

Schilder und Absperrgitter weisen den Weg zum feuerroten Container, wo sich die in weiße Schutzanzüge gehüllten Mitarbeiter und Ärzte befinden. Wer jetzt glaubt, flugs zum Schnelltest auf die Loretowiese aufbrechen zu können, der irrt. Denn die Stadt Rosenheim wie auch die Ärzteschaft weisen ausdrücklich darauf hin, dass in der Station nur diejenigen Personen getestet werden, die ausdrücklich von ihrem Hausarzt dorthin überwiesen worden sind. Dabei soll das bereits übliche Procedere beibehalten werden: Patienten mit Beschwerden nehmen telefonisch Kontakt mit ihrem Hausarzt auf; falls erforderlich, erhält er ein Teströhrchen – auf sicherem Weg – sowie einen Überweisungsschein, mit dem er sich auf den Weg zum Testzentrum machen kann. 

„Die Hausärzte werden vorselektieren, weil nicht jeder getestet werden kann“, erläutert Ärtze-Bezirksvorsitzender Nikolaus Klecker. Und: „Es soll auch nicht jeder dort erscheinen und meinen, er stellt sich mal an. Das wird nicht funktionieren.“ 

Hausärzte entlasten

Ist der vom Hausarzt überwiesene Patient am Testzentrum angelangt, wird dort der Abstrich entnommen und ans Labor gesandt. Das Ergebnis erhält der Patient wiederum über seinen Hausarzt. Damit, so ist der Plan, sollen der aktuell stark belastete Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (zu erreichen über die Hotline 116 117) und die Rosenheimer Hausärzte entlastet – sowie „knappes Infektionsschutzmaterial eingespart werden“, wie der Pressesprecher der Stadt Rosenheim, Christian Schwalm, ausdrücklich betont.

Laut der Pressemitteilung der Stadt Rosenheim ist auf folgendes Vorgehen zwingend zu achten:

 1. Bei Beschwerden nimmt der Patient telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf und schildert seine Symptome. 

2. Anhand eines Fragenkatalogs stellt der Hausarzt fest, ob eine Testung des Patienten sinnvoll ist. 

3. Falls ja, erhält der Patient auf sicherem Weg ein Teströhrchen und einen Überweisungsschein, mit dem er sich im Testzentrum auf der Loretowiese vorstellt. 

4. Dort wird ein Abstrich entnommen und ins Labor geschickt. 

5. Die Testergebnisse schickt das Labor an den Hausarzt, der den Patienten informiert. 

6. Zwischen der Testung und der Ergebnismitteilung hat der Patient in häuslicher Quarantäne zu verbleiben. 

Es ist unbedingt zu beachten, dass ohne Rücksprache mit dem Hausarzt und ohne Ausstellung eines Überweisungsscheins kein Abstrich erfolgt. Die Bevölkerung wird gebeten, das Testzentrum nicht zu behindern und nur anzufahren, wenn ein Patient vom Hausarzt einen Überweisungsschein für das Testzentrum und ein Teströhrchen für den Abstrich erhalten hat. 

Im Testzentrum erfolgt ausschließlich ein Abstrich, keine weitergehende ärztliche Untersuchung oder Versorgung. Mit der Einrichtung des Testzentrums aus der Loretowiese sollen der stark belastete Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und die Rosenheimer Hausärzte entlastet sowie knappes Infektionsschutzmaterial eingespart werden.

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