Warten auf die Impfstoff-Lieferungen

Das Rosenheimer Corona-Impfzentrum: Stadt und Landkreis starten Terminvergabe

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Für Stadt und Landkreis Rosenheim steht das Corona-Impfzentrum bereit. Doch lange musste man dort warten, bis endlich Impfstoff geliefert wird. Nun scheint es soweit zu sein. Die Stadt schreibt nun Impfberechtigte an, die zur höchsten Risikogruppe gehören.

Update 14. Januar

Terminvergabe im Rosenheimer Impfzentrum

Rosenheim – vermutlich bereits in den bevorstehenden Wochen will das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim damit beginnen, Bürger über 80 Jahre zu einem Impftermin einzuladen. Die Schreiben sollen auch Terminvorschläge enthalten, wie die Stadt Rosenheim auf Anfrage mitteilt.

Die Impfberechtigten erhalten diese Schreiben zentral vom Impfzentrum, durch das Stadt und Landkreis die Impfaktion gemeinsam koordinieren. Bereits jetzt können sich Berechtigte für einen Termin vormerken lassen, unter Telefon 08031/3658899.

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Der Artikel vom 7. Januar

Rosenheim – Weiße Wände, steril wirkende Räume und bunte Markierungen auf dem Boden: Innerhalb von zwei Wochen hat sich die Inntalhalle auf der Loretowiese in ein Impfzentrum verwandelt. Im Eingangsbereich – dort wo zu Herbstfest-Zeiten unter anderem die Besucher sitzen – soll künftig bei den zu impfenden Personen Fieber gemessen werden. Ein paar Schritte weiter werden Mitarbeiter des Ordnungsdienstes die Impfberechtigung sowie die Personaldaten überprüfen.

Kurzes Video im Aufklärungsbereich

Ein Blick ins Innere: In den Aufklärungsbereichen werden die Bürger über die Impfung in Form eines Videos aufgeklärt.

Hier steht Hans Meyrl, der Leiter des Impfzentrums. Er zeigt auf den Eingangsbereich, erklärt, dass man diesen Teil bewusst so gewählt habe, damit „Kontakt vermieden werden und es keinen Gegenverkehr gibt“.

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Bunte Linien auf dem Boden zeigen den Bürgern den genauen Weg zum Willkommensbereich. Hier gibt es sechs Tische, hinter denen – sobald das Impfzentrum den Betrieb aufnimmt – jeweils eine Verwaltungskraft sitzt. Sie hilft den Impflingen bei der Anmeldung und holt die notwendigen Unterschriften ein.

Möglichkeit zur individuellen, ärztlichen Aufklärung

Vom Willkommensbereich geht es weiter in eine der drei Aufklärungskabinen. „Hier können wir jeweils zwischen neun und zwölf Personen unterbringen“, sagt Meyrl. Im Aufklärungsbereich stehen Stühle, ganz vorne hängt ein Fernseher. An den Wänden sind überall Lautsprecher verteilt. In diesen Räumen findet die sogenannte Impfaufklärung in Form eines Videos statt. „Außerdem hat jeder die Möglichkeit zu einer individuellen, ärztlichen Aufklärung“, sagt der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl.

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Nach der Aufklärung geht es weiter zum Impfen. Ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes leitet den Personenstrom. Ist eine Kabine leer, kann der nächste Bürger nachrücken. Die Impfbereiche selbst sind spärlich eingerichtet. Es gibt einen Computer, einen Drucker, einen Stuhl und Kühlboxen, in denen künftig der Impfstoff gelagert werden soll. „Wenn alle Unterlagen komplett sind, wird geimpft“, sagt Hans Meyrl.

Impfung im Sitzen oder Stehen

Die Bürger könnten dann entscheiden, ob die Impfung im Sitzen oder Stehen erfolgen soll. Nach einem kurzen Pieks in den Oberarm wird der Termin für die zweite Impfung ausgemacht. Anschließend werden die Bürger in einen der drei Beobachtungsräume geschickt. „Hier können sich die Impflinge zurückziehen“, sagt Hans Meyrl.

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Er steht mitten im Raum. Um ihn herum stehen Stühle, ganz vorne hängt eine Uhr. Die Bürger sollen sich hier bis zu 30 Minuten Zeit nehmen, um mögliche allergische Reaktionen auf die Impfung abzuwarten. Sollte eine solche nicht auftreten, könne der Weg nach Hause angetreten werden. „Und dann treffen wir uns in drei Wochen wieder“, sagt Meyrl und lacht.

Impfstoff reicht nur für mobilen Trupps

Doch noch sind diese Abläufe im Impfzentrum nur Theorie. Denn die Türen der Inntalhalle bleiben auch in den kommenden Tagen verschlossen. „Wir können noch nicht sagen, wann es losgeht“, sagt Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl von der Stadt Rosenheim und fügt hinzu: „Das hängt davon ab, wann die Impfstoffe in welchen Mengen zur Verfügung stehen.“

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Zwar werde am heutigen Freitag die nächste Lieferung erwartet, die Dimension sei aber so klein, dass sie lediglich für die sechs mobilen Impfteams ausreiche. Die werden auch in den kommenden Tagen in den Alten- und Pflegeheimen unterwegs sein, „um die besonders vulnerablen Gruppen durchzuimpfen.“

2150 Impfungen in Alten- und Pflegenheimen

Auf diesem Weg seien bis jetzt 2150 Impfungen in besagten Einrichtungen durchgeführt wurden. Die Impfbereitschaft sei gut, bestätigt auch Birgit Lotterer von den Malteser Hilfsdienst, die sich mit mehr als 30 Mitarbeitern um die medizinische Betreuung des Impfzentrums kümmert. Wie wichtig dieser Schritt ist, weiß auch Gesundheitsamt-Leiter Hierl.

Beim Rundgang: (von links) Birgit Lotterer vom Malteser Hilfsdienst, Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes und Hans Meyrl, Leiter des Impfzentrums.

So seien in den vergangenen Monaten über 1000 Bewohner in Alten- und Pflegeheimen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Genau deshalb appelliere er auch an die Mitarbeiter dieser Einrichtungen, sich impfen zu lassen.

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Die Türen des Impfzentrums sind nach wie vor geschlossen. Wann die Impfungen hier starten, ist momentan noch ungewiss.

Die sollen in Zukunft, gemeinsam mit den Bediensteten im Rettungsdienst sowie den Kliniken mit ihren zentralen Notaufnahmen, in den Intensivstationen und den onkologischen Stationen einen Anspruch auf prioritäre Impfung haben. Dann könnte auch erstmals mit einer Inbetriebnahme des Impfzentrums geliebäugelt werden.

Impfberechtigte werden schriftlich infomriert

Sobald größere Mengen des Impfstoffs verfügbar seien, werde das Gesundheitsamt die Impfberechtigten schriftlich informieren, dass sie sich impfen lassen könnten und das weitere Vorgehen erläutern, sagt Meyrl.

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Bis dahin sollten die Bürger davon absehen, Anfragen zu Impfterminen abzusehen. Denn laut Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl gebe es allein in der städtischen Verwaltung zwischen 400 bis 600 Anfragen täglich. „Das kostet Personal, das wir an anderen Stellen brauchen.“

Termin über elektronisches Formular oder telefonisch

Wer eine Impfbenachrichtigung bekommt, kann sich entweder elektronisch oder telefonisch einen Termin geben lassen. Aber eben erst dann, wenn genügend Impfstoff da ist.

Rubriklistenbild: © Bretz

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