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Corona-Zahlen in Region Rosenheim auf Rekordhoch

„Ein schwerer Fehler“ - Experte entgeistert über Aus für Maskenpflicht in Hotspot-Region

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim sind auf Rekordhoch, die Kliniken stöhnen unter der Omikron-Welle – zeitgleich setzt die Politik auf Lockerungen. Was Gesundheitsamts-Chef Dr. Hierl davon hält, fasst er in drastischen Worten zusammen. Der Politik stellt er kein gutes Zeugnis aus.

Rosenheim – Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim bewegen sich in schwindelerregenden Höhen, die Kliniken bleiben überlastet – und die Politik spielt mit Lockerungen. Denn die Maskenpflicht wird ab Sonntag, 3. April, fallen.

Diese Kehrtwende sorgt bei Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, für Fassungslosigkeit: „Angesichts dieser dauerhaft angespannten Versorgungslage in den Kliniken der Region halte ich die in der nächsten Woche kommenden Lockerungen für einen schweren Fehler.“

Lockerungen kommen zu früh

Hierl weiter: „Mit dem weitgehenden Wegfall der Maskenpflicht in Gastronomie, Handel und Schulen sowie den dann fehlenden Zugangsbeschränkungen bei gleichzeitig unterdurchschnittlicher Impfrate werden die Fallzahlen ansteigen und es steht zu befürchten, dass sich die Situation in den Kliniken weiter verschärfen wird.“ Seiner Ansicht nach ist es noch zu früh, um auf einen witterungsbedingten Rückgang der Infektionsaktivität zu hoffen. „Und auch den Verweis auf die Eigenverantwortung halte ich, gelinde gesagt, für sehr optimistisch.“

Hotspot-Regelung für Rosenheim?

Der Streit zwischen Bund und Ländern zum geänderten Infektionsschutzgesetz und zur Hotspot-Regelung ist nach Ansicht von Hierl „absolut unverständlich und inakzeptabel“. Und er setzt noch eins drauf: „Wo, wenn nicht in Stadt und Landkreis Rosenheim, wäre eine Hotspot-Regelung denn angebracht?“

Experte rät: Weiter Maske tragen

Hierl rät deshalb allen Bürgern, in Innenräumen weiterhin Maske zu tragen. „Der einzige Ausweg aus der Pandemie ist aber eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung. Da kommen wir nicht daran vorbei. Nur durch eine breite Bevölkerungsimmunität aufgrund Impfung kann die Wucht zukünftiger Wellen abgefedert und der Ausstieg aus dem Kreislauf der Wellen eingeleitet werden.“ Die Region Rosenheim habe es leider bislang verpasst, sich durch eine hohe Impfrate mit Boosterung „optimal auf die Zukunft vorzubereiten“, ist Hierl überzeugt.

Mit Stand Anfang April liegt die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Rosenheim bei 2204,71 (am 24. März: 2494,06), für den Landkreis Rosenheim bei 2233,68 (Vorwoche: 2601,24). Der Höhepunkt der Omikron-Welle könnte damit vorerst überschritten sein. Nun bleibt abzuwarten, wie sich der Wegfall der Maskenpflicht auswirken wird.

Über 7000 Neuinfektionen

Im Verlauf dieser Woche (seit 25. März) wurden dem Gesundheitsamt 7248 neue Fälle (Vorwoche: 8394) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 109.958 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim offiziell registriert worden (Landkreis: 88.258, Stadt: 21.700).

Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim mit der Zahl der Neuinfektionen seit 25. März.

Zunahme bei Ü60

Die Auswertung des Gesundheitsamtes bezogen auf die Fälle für den Zeitraum seit 1. März ergibt, dass etwa 15 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren. Dies bedeutet eine Zunahme zum Februar von vier Prozentpunkten. Diese Personen haben den Experten zufolge ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

65 Prozent der Fälle lagen laut Gesundheitsamt im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Jeweils neun Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren auf sowie in der Altersgruppe fünf bis zwölf Jahre. Zwei Prozent entfallen auf Kinder unter fünf Jahren.

Viele Heime betroffen

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereignete sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin eine hohe Zahl an Infektionen: Betroffen waren in dieser Woche insgesamt 43 Alten- und Pflegeheime in der Region, in elf Einrichtungen ereigneten sich dabei Ausbrüche mit jeweils fünf und mehr Fällen. Betroffen waren insgesamt 192 Bewohner. Dabei ist laut Gesundheitsamt der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften und größtenteils geboosterten Bewohner sehr hoch (161/84 Prozent); die Verlaufsformen jedoch in der Regel milde und es bestehe eine nur sehr geringe Rate an Hospitalisierungen. Zuletzt mussten 14 Heimbewohner (sieben Prozent; 10 geboostert, 2 vollständig, 1 unvollständig und 1 nicht geimpft) stationär behandelt werden.

In der zurückliegenden Woche wurden dem Gesundheitsamt überdies insgesamt drei Gruppenschließungen in Kitas übermittelt.

Kritische Lage in den Kliniken

In den Kliniken ist die Lage weiter kritisch: Nach Aussage des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind die Belegungszahlen mit Covid-19 auf den Normalstationen derzeit auf hohem Niveau mit Tendenz zum weiteren Anstieg, auf den Intensivstationen sind sie unverändert. Die Belastung der Intensivstationen ist Städtler zufolge insgesamt unverändert sehr hoch, es müssten Patienten versorgt werden, die wegen einer anderen Diagnose behandlungsbedürftig seien und gleichzeitig einen positiven Nachweis hätten. Erschwerend kämen zum Teil nicht unerhebliche Personalausfälle durch positive Testungen hinzu. Ein erheblicher Teil der planbaren Eingriffe müsste weiter verschoben werden.

Wenige Corona-Tote

Trotz hoher Infektionszahlen ist aktuell nur eine geringe Zahl an Corona-Toten in der Region zu beklagen. In dieser Woche wurden dem Gesundheitsamt vier an oder mit Covid-19 verstorbene Personen gemeldet (Vorwoche: 6), zwei Personen waren zwischen 60 und 80 Jahre alt, zwei über 80 Jahre. Eine der verstorbenen Personen war in einem Heim betreut worden.

Impfkampagne stockt weiter

Ins Stocken geraten ist die Impfkampagne in der Region. Insgesamt sind bis zum 31. März 2022 in Stadt und Landkreis Rosenheim 209.714 Erstimpfungen (Impfquote: 64,55 Prozent), 215.065 Abschlussimpfungen (66,2 Prozent), 148.187 Auffrischungsimpfungen (45,61 Prozent) und 3.093 Viertimpfungen durchgeführt worden.

Die Impfquote in der Region Rosenheim im Vergleich.

Seit Mitte Dezember 2021 wurden insgesamt 2.737 Kinderimpfungen im Impfzentrum Rosenheim durchgeführt.

Niedergelassene Ärzte haben bislang insgesamt 268.301 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Der Weg zur Impfung

Aktuell können impfwillige Bürger ab fünf Jahren im Impfzentrum in Rosenheim geimpft werden. Eine Registrierung ist unter www.impfzentren.bayern sowie in Ausnahmen telefonisch unter 08031/ 365 8899 möglich. Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Daneben können im Impfzentrum auch Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. 

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