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Nato-Beitritt: Türkei macht Weg für Finnland und Schweden frei - und soll dafür „ernste Gewinne“ erhalten

Ministerin äußert sich vielsagend

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Omikron-Welle schwappt über die Region Rosenheim

Erst Datenpanne, jetzt explodieren die Corona-Zahlen - steht die Region vor neuer Welle?

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Datenpanne ist behoben, die Zahl der Corona-Neuinfektionen schnellt nun auch in der Region Rosenheim nach oben. Die Omikron-Welle hat Stadt und Landkreis fest im Griff. Die Kliniken ächzen bereits. Die dramatische Entwicklung zeigt sich zudem in der Zahl der Corona-Toten.

Rosenheim – In ganz Deutschland ließ die Omikron-Welle die Inzidenzen nach oben schnellen – einzig die Region Rosenheim blieb bis zuletzt verschont. Vermeintlich – denn die Delle mit Inzidenzwerten um die 400 war in einer mehrtägigen Datenpanne begründet. Diese Woche nun wurden im Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim 6000 Datensätze und mehr nachgetragen – und die Region ist zurück in der Realität: Die 7-Tage-Inzidenz hat sich in Stadt und Landkreis bei 2500 eingependelt und damit auf einem erneut hohen Niveau.

Viele Corona-Patienten in den Kliniken

Den anschwellenden Druck der Omikron-Welle verspüren inzwischen auch die Kliniken in der Region wieder mit zunehmender Deutlichkeit: Knapp 100 Covid-Patienten beziehungsweise Verdachtsfälle (10) waren Stand Freitag, 18. März, in den Romed-Krankenhäusern in stationärer Behandlung. Acht dieser Patienten befanden sich auf einer Intensivstation, zwei davon mussten beatmet werden.

Im gesamten Rettungsdienstzweckverband einschließlich des Landkreises Miesbach werden aktuell 288 (am 10. März: 256) Covid-19-Patienten stationär behandelt. Hiervon befinden sich 15 Patienten (Vorwoche: 13) auf einer Intensivstation.

Zahl der Corona-Toten

Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Toten seit Pandemiebeginn ist in der Zwischenzeit in Stadt und Landkreis auf 814 angestiegen. Zuletzt kamen laut Gesundheitsamt drei weitere Todesfälle hinzu, darunter eine Person unter 60 Jahre, eine zwischen 60 und 80 sowie eine Person im Alter von über 80 Jahre. Zwei dieser Personen waren in einem Heim betreut worden.

Seit Ende Februar, dem Zeitpunkt vor der Datenpanne, ist die Zahl der Corona-Toten in der Region um zwölf angewachsen (25. Februar: 802), darunter zwei Personen unter 60 Jahren.

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim mit der Zahl der Neuinfektionen auf Gemeindeebene seit 11. März 2022.

Einzigartige EDV-Störung

Die Datenlage an sich ist für die Region Rosenheim nun wieder valide. Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, ist erleichtert über die wieder eingekehrte Normalität: „Diese bislang einzigartige EDV-Störung hat die beteiligten Behörden und Fachfirmen vor eine extreme Herausforderung gestellt. Der epidemiologische Blindflug für die Region Rosenheim ist damit beendet.“

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in der Region Rosenheim seit Anfang März. Seit dem Beheben der Datenpanne steigen die Zahlen wieder an.

Rückstand wird aufgearbeitet

Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt arbeiteten unter Hochdruck daran, die positiv getesteten Personen auf digitalem und postalischem Weg wieder tagesaktuell über ihre Infektion und über die gesetzlichen Pflichten zur Quarantäne zu informieren. „Gleichzeitig arbeiten wir uns, soweit die Kapazitäten vorhanden sind, in die gegengesetzte zeitliche Richtung vor, um den Rückstand abzuarbeiten.“ Hierl weiter: „Ich muss mich in aller Form bei den Bürgern entschuldigen, die nicht in der gewohnten Form kontaktiert werden konnten.“

Pflicht zur Quarantäne

Alle positiv Getesteten haben laut Gesundheitsamt die Pflicht, sich in eine zehntägige Quarantäne zu begeben, die durch eine Testung mittels Antigen-Schnelltest an einer beauftragten Teststelle oder durch PCR-Test auf sieben Tage verkürzt werden kann. Gleichzeitig sollen sie ihre engen Kontaktpersonen auch außerhalb der Familie (Freundeskreis, Arbeitsstätte) über das erhöhte Ansteckungsrisiko informieren und sie bitten, ihre sozialen Kontakte für 14 Tage nach dem letzten Kontakt auf das Notwendigste zu reduzieren, kontinuierlich im Kontakt zu anderen Personen eine Maske zu tragen und sich testen zu lassen. „Hier ist ganz klar eigenverantwortliches Handeln der Betroffenen nach einem Ansteckungsrisiko gefragt“, so Hierl.

Kostenfreie PCR-Tests

Informationen und Handlungsanweisungen für SARS-CoV-2-Infizierte, Kontaktpersonen und Verdachtspersonen sind auf der Homepage des Landratsamtes (www.landkreis-rosenheim.de) eingestellt. Ein kostenfreier PCR-Test kann mit Vorlage eines Testberechtigungsscheins für enge Kontaktpersonen, der auf der Website des Landkreises Rosenheim zu finden ist, durchgeführt werden.

Zahlen legen deutlich zu

Mit Sorge blickt der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Hierl, auf die aktuelle Entwicklung: „Nach Tagesabschluss der Labormeldungen von Donnerstagabend liegt uns zum ersten Mal seit dem 26. Februar wieder eine valide 7-Tage-Inzidenz vor: Sie beträgt für die Stadt Rosenheim 2500,35 und den Landkreis 2500,75.“ Vergleichet man die Werte mit dem letzten aussagekräftigen Freitagswert am 25. Februar (Stadt: 1405,86; Landkreis: 1783,20), so zeigen sie eine deutliche Zunahme des Infektionsgeschehens. Dies gehe auch aus den in dieser Woche gemeldeten Fallzahlen hervor, die am 15. (1.643 Fälle) und 16. März (1.741) jeweils neue Höchststände in der Pandemie zeigten.

Bereits neue Welle?

Hierl weiter: „Ob wir uns bereits am Beginn einer neuen Welle befinden oder die fünfte Welle noch nicht vollständig abgeklungen war, dafür ist es noch zu früh.“ Angesichts der steigenden Fallzahlen sind nach seinem Dafürhalten die kommenden Lockerungen durch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes kontraproduktiv. „Wenn wir eines aus dem bisherigen Pandemieverlauf gelernt haben, dann ist es, dass die Natur uns immer einen Schritt voraus ist.“ Das Coronavirus sei in der Lage, sich durch genetische Veränderungen sehr schnell an die jeweilige Immunitätslage in der Bevölkerung anzupassen. „Omikron wird daher nicht die letzte besorgniserregende Variante sein. Durch die steigenden Fallzahlen erhöht sich bereits jetzt die Gefahr, dass es zu genetischen Änderungen des Virus kommen wird, die sich ungünstig auf Übertragbarkeit, Krankheitsschwere und Immunflucht auswirken können.“

Die Impfquote in der Region Rosenheim im bayern- und deutschlandweiten Vergleich.

Der einzige Ausweg aus der Pandemie ist nach Ansicht von Dr. Hierl eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung. „Da kommen wir nicht daran vorbei. Nur durch eine breite Bevölkerungsimmunität aufgrund Impfung kann die Wucht zukünftiger Wellen abgefedert und der Ausstieg aus dem Kreislauf der Wellen eingeleitet werden. Wir haben es leider bislang verpasst, uns in der Region durch eine hohe Durchimpfungsrate mit Boosterung optimal auf die Zukunft vorzubereiten. Oftmals überwiegen Eigeninteressen das Gemeinwohl“, mahnt der Behördenleiter.

Stand der Impfungen

Der Impffortschritt in der Region ist weiter mäßig (siehe Grafik). Insgesamt sind bis zum 17. März 2022 in Stadt und Landkreis Rosenheim 209.567 Erstimpfungen, 214.833 Abschlussimpfungen (Zweitimpfung oder einfache Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson), 147.014 Auffrischungsimpfungen und 1.653 Viertimpfungen durchgeführt worden. 9.257 Impfungen wurden an Sonderimpftagen durchgeführt.

Seit dem 13. Dezember 2021 wurden insgesamt 2.714 Kinderimpfungen im Impfzentrum Rosenheim durchgeführt. Seit dem 31.03. bis einschließlich 17.03.2022 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 266.302 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

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