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Arztgespräch aufgezeichnet

Romed-Klinik wehrt sich gegen heimlichen Telefon-Mitschnitt – Streit geht im Kreistag weiter

Das Romed-Klinikum Rosenheim geht juristisch gegen die Veröffentlichung eines Angehörigengesprächs vor.
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Das Romed-Klinikum Rosenheim geht juristisch gegen die Veröffentlichung eines Angehörigengesprächs vor.

Der Streit um das unerlaubt aufgezeichnete und auf Youtube veröffentlichte Angehörigengespräch mit einem Arzt des Romed-Klinikums Rosenheim hat gleich mehrere Nachspiele. Die Klinikleitung fordert vom Ersteller eine Unterlassung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Und im Kreistag wird gestritten.

Update 17. Februar, 9.55 Uhr

Streit um Video erreicht den Rosenheimer Kreistag

Ein Anruf im Klinikum, Unterstellungen einer falschen Covid-Todesursache auf dem Totenschein einer verstorbenen Seniorin, ein heimlicher Mitschnitt des Telefonats, den der Anrufer auf Youtube veröffentlichte: Wegen dieses Vorgangs wehrt sich nicht nur das Klinikum juristisch und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Auch im Kreistag geht der Streit nun weiter.

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Bei der Sitzung am heutigen Mittwoch forderte AfD-Mann Andreas Winhart eine öffentliche Beratung über das Video. Landrat Otto Lederer (CSU) verwies auf die Geschäftsordnung des Kreistages und unterbrach die öffentliche Sitzung. Kurz danach gab er bekannt, dass der Antrag Winharts in nichtöffentlicher Abstimmung abgelehnt wurde.

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Der Artikel vom 12. Februar

Rosenheim – Der Streit um das auf Youtube und in sozialen Netzwerken veröffentlichte Angehörigengespräch geht weiter, die juristischen Schritte gegen den Verfasser des Videos, einen 51-Jährigen aus Aschau am Inn, sind eingeleitet. Überdies hat nun die Polizei Rosenheim Ermittlungen aufgenommen. Der 51-Jährige indes wehrt sich mit einem weiteren Video – und hält darin an seinen Vorwürfen einer falschen Covid-Diagnose fest.

Hintergrund des Streits: Der 51-Jährige hatte ein Telefongespräch mit einem Stationsarzt aufgezeichnet und unerlaubt veröffentlicht. Inhalt des Gesprächs: Auf dem Totenschein seiner kürzlich im Klinikum Rosenheim verstorbenen „Schwiegermutter“, genauer gesagt die Mutter seiner Lebensgefährtin, war Covid-19 vermerkt – seiner Ansicht nach ein Unding.

Denn die betagte Dame sei zwar mit Lungenentzündung eingewiesen worden, zwei Corona-Tests seien aber negativ ausgefallen. Die Schlussfolgerung des Anrufers: Seine „Schwiegermutter“ kann also gar keine Corona-Tote sein – weshalb er eine Manipulation der Covid-Todeszahlen witterte. Und dies dem Romed-Klinikum auch unterstellte.

Erklärungen des Arztes

Den Erklärungen des Arztes wiederum, dass das CT der Lunge durchaus auf Covid-19 habe schließen lassen und ein positiver PCR-Test nicht das alleinige Anzeichen für eine Corona-Erkrankung sei, wollte der Anrufer nicht gelten lassen.

Bei Romed ist die Verärgerung über die Veröffentlichung des Angehörigengesprächs groß, zumal die Unterstellungen „inhaltlich falsch“ seien, wie Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram gegenüber den OVB-Heimatzeitungen betonte.

Anwälte sind aktiv geworden

Den Vorgang hat Romed an eine Münchner Anwaltskanzlei übergeben, die bereits aktiv wurde. Die Unterlassungsverfügung an den Verfasser hat das Klinikum inzwischen per Einschreiben verlassen und dürfte in Aschau am Inn aufgeschlagen sein.

Fristsetzung: Montag, 15. Februar. Sollte der 51-Jährige die Unterlassungserklärung unterzeichnen, drohen ihm im Falle eines Verstoßes die Romed-Anwälte mit 5.000 Euro Konventionalstrafe und bis zu 50.000 Euro Rechtsanwaltskosten.

Löschung des Videos beantragt

Hinzu kommt, dass die Romed-Anwälte die Löschung des Videos bei verschiedenen Social-Media-Kanälen beantragt haben.

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Deshalb ermittelt jetzt die Polizei

Das Klinikum hatte es sich vorbehalten, Strafanzeige aufgrund der unberechtigten Aufzeichnung und Veröffentlichung des Telefongesprächs zu erstatten. Die Polizei Rosenheim kam dem nun zuvor – und hat von sich aus die Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bestätigte. Denn: Es handle sich in diesem Fall um ein Offizialdelikt. Im Fokus: die „Vertraulichkeit des Wortes“ (Paragraf 201 Strafgesetzbuch). Seitens des Romed-Klinikums heißt es dazu: „Selbstverständlich kooperieren wir mit der Polizei.“

Angehörigengespräche gehen weiter

Trotz der nach dem Vorfall „emotional belasteten Situation“ will das Klinikum an den telefonischen Angehörigengesprächen festhalten – deren Anzahl sich angesichts der strengen Besuchsregeln in der Pandemiezeit „locker verzehnfacht“ habe, wie der Geschäftsführer berichtet.

So kommt es zur Diagnose Covid-19

Mit Blick auf die Unterstellung einer Manipulation der Todeszahlen stellt das Klinikum klar: „Ganz allgemein und jenseits des konkreten Einzelfalls weisen die Ärzte der Romed-Kliniken darauf hin, dass für eine Covid-19-Erkrankung eindeutige klinische und diagnostische Kriterien in der Bildgebung existieren, sodass unabhängig von Laborergebnissen die Diagnose Covid-Erkrankung gestellt werden kann.“

In seinem dieser Tage veröffentlichten Video-Nachdreh kündigte der 51-Jährige an, nun über die Angehörigen sämtliche Unterlagen und Befunde anfordern zu wollen – um so der seiner Ansicht nach falschen Covid-Diagnose auf die Spur zu kommen.

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