RKI veröffentlicht Corona-Studie

Bad Feilnbach – Auch an sogenannten Corona-Hotspots hat sich bisher der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht mit dem Virus infiziert.

In Bad Feilnbach hatten sechs Prozent der Erwachsenen Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus und demnach eine Infektion durchgemacht, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergab.

Die Tests mit 2153 Erwachsenen vom 23. Juni bis 4. Juli ergaben somit 2,6-mal mehr Infektionen als bisher bekannt. Nachgewiesen waren etwa 160 Fälle unter 6900 erwachsenen Einwohnern. Der Großteil der Bevölkerung habe damit die Infektion nicht durchgemacht, sagte Studienleiterin Claudia Santos-Hövener.

Bad Feilnbach war die zweite stark von Corona betroffene Kommune nach Kupferzell in Baden-Württemberg, in der das RKI Einwohner auf das Virus testete. In Kupferzell waren bei 7,7 Prozent der Getesteten Antikörper gefunden worden. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, lag dort der tatsächliche Anteil der bereits Infizierten, wohl bei gut zehn Prozent. Auch in Bad Feilnbach liegt der geschätzte prozentuale Anteil der Infizierten höher, bei hochgerechnet 8,6 Prozent, wie Santos-Hövener sagte. Bei rund 40 Prozent der Erwachsenen, die einen positiven Test hatten, konnten keine Antikörper nachgewiesen werden. In Kupferzell waren das 28 Prozent gewesen. Grund für den Unterschied könnte sein, dass dort früher nach der ersten Welle getestet wurde.

Fehlende Antikörper bedeuteten nicht zwingend, dass keine Immunität bestehe, betonten die Wissenschaftler. Wann diese besteht, wie lange sie hält und ob es Zweitinfektionen gibt, ist offen. Weitere Ergebnisse der Studie unter anderem zu Ansteckungswegen sollen bis Jahresende veröffentlicht werden. dpa

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