Renaturierung kommt voran

Halfing - Im Halfinger Freimoos kann ein Gebiet von 25 Hektar Hochmoor renaturiert werden.

Die Eigentümer von 29 Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 16 Hektar sind bereit, ihre Flächen durch Verkauf, Verpachtung oder Eintrag einer Dienstbarkeit zur Verfügung zu stellen. Weitere gut neun Hektar befinden sich bereits im Eigentum des Landkreises oder des Freistaats Bayern bzw. dessen Verkauf steht unmittelbar vor dem Abschluss. Bürger, die ihre Moosgrundstücke für eine angemessene Entschädigung für die Verbesserung des Klimaschutzes, des Artenschutzes und des Wasserhaushalts zur Verfügung stellen wollen, sollen sich mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim in Verbindung setzen. Die dortige Ansprechpartnerin Bärbel Gänzle hofft, möglichst viele benachbarte Grundstücke aufwerten zu können. Die meist schmalen Grundstücke sind derzeit durch Entwässerungsgräben voneinander getrennt. Jeder zusätzliche Grund ist aus Sicht des Sachgebiets Naturschutz ein Gewinn, weil so eine größere Fläche eines zusammenhängenden lebenden Moores wiederhergestellt werden kann. Da das "Klimaprogramm Bayern 2020" im Dezember dieses Jahres endet, stehen heuer noch Mittel für den Ankauf von Flächen sowie für die Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung. Bärbel Gänzle ist im Landratsamt Rosenheim telefonisch unter 08031/ 3923321 zu erreichen. Ziel des Förderprogramms ist, den Wasserspiegel in entwässerten Mooren wieder anzuheben, um klimaschädliche Gase durch Moorwachstum zu binden. Mehrere Tonnen des Treibhausgases CO2 werden pro Hektar und Jahr der Atmosphäre entzogen. Gleichzeitig leisten die Renaturierungsmaßnahmen einen Beitrag zum Hochwasserschutz. Bis zu 95 Prozent des Torfvolumens können aus Wasser bestehen. Dieses enorme Wasserspeicherpotential eines Hochmoores verdeutlicht dessen positiven Einfluss auf Hochwasserereignisse. Und die seltene Tier- und Pflanzenwelt der Moore bekommt Lebensraum zurück.

Kommentare