Reichsbürgertreffen in Obing aufgelöst

Obing – Ein Polizeieinsatz, bei dem am Sonntag ein als Gottesdienst deklariertes Treffen von sogenannten Reichsbürgern aufgelöst wurde, sorgt für Unruhe in Obing.

Gegen 10.30 Uhr hatte die Polizeiinspektion Trostberg eine Mitteilung über eine größere Zusammenkunft in den Räumen einer ehemaligen Fahrschule in Obing erhalten. Vor dem Gebäude waren mehrere Fahrzeuge geparkt, im früheren Unterrichtsraum hielt sich eine größere Anzahl von Personen auf. Nach der Anzeigenaufnahme „war die Messe gelesen“, so die Pressestelle des Präsidiums. Die Organisatoren mussten die Veranstaltung beenden.

Die Anwesenden hatten sich nicht an die geltenden Hygienevorschriften gehalten. Unter anderem wurden nach Polizeiangaben keine Mindestabstände eingehalten. Die Teilnehmer hätten auf eine Mund-Nasen-Bedeckung „gänzlich verzichtet“. Bei der Kontrolle stellten die zwei Streifenbesatzungen elf Personen fest, die nach behördlicher Definition und polizeilichen Erkenntnissen der Reichsbürgerszene zuzuordnen seien. Der Veranstaltungsleiter, ein 54-jähriger Mann aus einer zentral im Landkreis Rosenheim liegenden Kommune (genaue Wohnortangabe macht die Polizei auf Anfrage nicht), habe das Zusammentreffen als Gottesdienst ausgewiesen.

„Die polizeilichen Feststellungen konnten diese Deklarierung jedoch nicht bestätigen, weshalb alle Anwesenden wegen Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt wurden“, so das Präsidium.

Obings Bürgermeister Josef Huber zeigte sich gestern beunruhigt über das Treffen. Dass sich der Reichsbürgerszene zugeordnete Personen im Dorf versammeln würden, sei „ganz neu“. Die Gemeinde werde sich jetzt umfangreich über die Hintergründe und den Ablauf des Polizeieinsatzes erkundigen. Eine Beurteilung sei derzeit aufgrund fehlender Informationen noch nicht möglich. „Doch wir werden Augen und Ohren offenhalten. Das ist beunruhigend.“ duc

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