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Krankenhäuser unter Druck

Alte Corona-Sorgen kehren zurück: Ist der Sorglos-Sommer in der Region Rosenheim zu Ende?

  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Mit dunklen Wolken bedeckt sich der Himmel des Sorglos-Sommers. Die steigenden Ansteckungszahlen lassen alte Corona-Sorgen zurückkehren. Die bange Frage: Ab wann beginnt die kritische Infrastruktur zu bröckeln? Schon geben Experten Alarm.

Die Corona-Lage in der Region.

Rosenheim – Die Inzidenzzahlen sind weiter gestiegen. Vor zwei Wochen noch hatte die Inzidenzzahl für Stadt und Landkreis gemeinsam bei 690,41 gelegen. Nunmehr steht sie bei 849,95 (Stadt 828,73, Landkreis 855,11).

Notaufnahme in Not: Steigende Patientenzahlen und dazu Covid-Fälle machen den Notaufnahmen zu schaffen.

Gleichwohl meldet der Romed-Klinikumsverbund in den vergangenen Wochen kaum bedeutende Sprünge in den Zahlen der Bettenbelegung. Was den Kliniken zu schaffen macht, ist der hohe Krankenstand und die Ausfälle an Personal wegen der Quarantäne-Regeln.

Experten des Romed-Verbunds verweisen abseits der akuten Erkrankungen aber auch auf die quälenden und langwierigen Folgen von Post Covid. „Das ist nichts, was ich bekommen will“, sagt etwa Prof. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt Pneumologie bei Romed.

Hohe Zahlen in Bruckmühl und Bad Aibling

Seit dem Covid-Lagebericht vom 15. Juli wurden dem Gesundheitsamt 5679 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Anfang Juli waren es mit 4326 noch über 1300 Erkrankte weniger gewesen. In den zurückliegenden zwei Wochen seien täglich zwischen 400 und 800 neue Fälle gemeldet worden, obwohl der Sommer doch die Übertragungsrate dämpfen sollte, meldet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. Höchststände verzeichneten neben Rosenheim mit 991 Infektionen Bruckmühl mit insgesamt 615 und Bad Aibling mit 462 Infektionen.

Über zwei Drittel der Fälle ereigneten sich im Juli bei den 18- bis 60-Jährigen. Wolfgang Hierl macht daher die Sorglosigkeit bei sozialen Kontakten für die immensen Zahlen verantwortlich, zum Beispiel bei öffentlichen Großveranstaltungen und sozialen Events, aber auch im täglichen Leben.

Die Corona-Regeln verschwinden

Was Hiel unter anderem meint: Die meisten Menschen halten Abstände nicht mehr ein und tragen auch in stark frequentierten Innenräumen keine Masken. Pendler können beobachten, wie die Maskenpflicht auch im öffentlichen Nah- und Fernverkehr immer mehr ins Rutschen gerät.

Die Steigerungen liegen aber auch an der erhöhten Übertragbarkeit der Omikron-Variante BA.5. Der Anteil dieser besorgniserregenden Variante beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland mittlerweile knapp 89 Prozent.

Gesundheitsamtschef Hierl sieht steigende Infektionszahlen in Heimen

„Mittlerweile sehen wir einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen in den Heimen und den Kliniken der Region“, sagt Hierl. Der hohe krankheitsbedingte Personalausfall im ärztlichen und pflegerischen Bereich setze die Romed Kliniken massiv unter Druck. Zunehmend müssten elektive Eingriffe abgesagt oder verschoben werden, Betten könnten nicht belegt werden.

Die Belastung lässt sich auch an den Zahlen der Zentralen Notaufnahme ablesen. Dr. Michael Bayeff-Filloff, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Romed-Klinikum Rosenheim, zeichnet ein kritisches Bild. Die Notaufnahme habe mehr Patienten als vor Corona, man befinde sich auf dem Stand von 2019. „Und die Covid-Patienten kommen noch weiterhin oben drauf“, sagt Bayeff-Filloff. Dieser Druck bringe die Notaufnahmen an ihre Grenzern. Sie müssten schlichtweg kurzzeitig schließen, also vom System abgemeldet werden.

Hierls Appell: Jeder steht in der Verantwortung

Ob die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werden könne, hänge „wesentlich vom Verhalten jedes Einzelnen“ ab, sagt Hierl, davon also, ob er oder sie Hygiene- und Abstandsregeln einhielten, oder ob er oder sie sich impfen ließen. „Hier ist echtes Verantwortungsgefühl gefragt“, sagt Hierl. Eine weitere Unwägbarkeit bleibt das Auftreten neuer Virusvarianten.

Besuche von vulnerablen Personen, wie Senioren, chronisch Kranken und Personen mit eingeschränktem Immunsystem, sollten nur nach vorheriger negativer Testung mit einem Antigen-Schnelltest erfolgen. Wer Symptome wie Schnupfen, Halsschmerz oder Husten entwickle, solle dringend Kontakte meiden und sich ebenfalls testen. „Auch der Besuch von sozialen Events sollte für Personen mit Erkältungssymptomen absolut tabu sein“, appelliert der Amtsleiter an die Menschen in der Region Rosenheim.

Die Zahl der Neuinfektionen bleibt weiter hoch.

Mittlerweile sind 884 Menschen in der Region an oder mit Covid verstorben, drei mehr als vor zwei Wochen. Alle drei waren über 80 Jahre alt, alle waren sie in einem Heim betreut worden. Nach wie vor zu niedrig ist die Impfquote – zwar bietet eine Impfung keinen Schutz gegen eine Infektion mit Omikron. Doch verringert sie die Gefahr eines schweren Verlaufs deutlich.

Rubriklistenbild: © Klinger

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