Raus aus der JVA, rein in die JVA – Betrüger (54) aus Rosenheim muss erneut ins Gefängnis

Weil er unter anderem Brennholz verkauft, die Ware aber nie geliefert hatte, musste sich jetzt ein 54-jähriger Rosenheimer vor dem Schöffengericht verantworten.
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Weil er unter anderem Brennholz verkauft, die Ware aber nie geliefert hatte, musste sich jetzt ein 54-jähriger Rosenheimer vor dem Schöffengericht verantworten.
  • vonTheo Auer
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Er scheint einfach nicht auf den rechten Weg zu kommen: Ein Rosenheimer (54) musste sich jetzt erneut wegen Betruges vor Gericht verantworten. Dabei hat der Mann bereits 17 Vorstrafen auf dem Kerbholz – und verbüßt derzeit eine andere Haftstrafe.

Rosenheim – Aus der Justizvollzugsanstalt Bernau wurde der 54-Jähriger jetzt beim Schöffengericht Rosenheim vorgeführt. Er stand vor Gericht, weil er in den vergangenen zwei Jahren insgesamt neun Mal im Landkreis Rosenheim Türen, Brennholz, Stroh- und Heuballen sowie Pferde- und Reitausstattungen verkauft hatte. Immer kassierte er diverse Vorschüsse, ohne die Ware dann zu liefern. Betrug ist keine Neuheit für ihn – insgesamt 17 Vorstrafen stehen bereits in seinem Register.

Der Angeklagte hat als Koch, Ofensetzer und Fliesenleger drei abgeschlossene Berufsausbildungen vorzuweisen. Seit 1994 ist er jedoch, mit kurzen Unterbrechungen, ständiger Häftling in verschiedenen Justizvollzugsanstalten. Nach eigenen Aussagen gibt es in der Justizvollzugsanstalt Bernau kein Haus, in dem er nicht schon Fliesen verlegt habe.

Spielsucht als Ursache

Die Ursache für sein Handeln, so berichtete er, sei seine damalige Spielsucht gewesen. Lange Zeit soll er ihr ausgeliefert gewesen sein. Nach einer Therapie in der Innsbrucker Haft und mithilfe seiner derzeitigen Lebensgefährtin würde er davon loskommen, beteuerte er.

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Dazu kommt, dass er im vergangenen Jahr auch in Österreich zu zwei Jahren Gefängnis wegen Betrugs verurteilt worden war. In Innsbruck hatte er schon ein Jahr seiner Strafe abgesessen, bevor er im Juni nach Deutschland ausgeliefert wurde. Der Strafrest aus Österreich ist auch in Deutschland noch zu verbüßen.

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Der Verteidiger, Rechtsanwalt Hans Sachse, bat um ein Rechtsgespräch, um die Möglichkeiten für seinen Mandanten auszuloten. Für diesen ins Feld führte er, dass er bereits etliche der Betrogenen wieder entschädigt hatte. Unter anderem übermittelte sein Mandant ihm mehrere offene Beträge, um einige Betrogene am Tag des Gerichtstermins vor Ort zu entschädigen. Dies geschah auch. Einer der Zeugen erschien nicht, was dazu führte, dass dieser keine Entschädigung erhielt.

Strafrahmen unter Bedingungen

Die Vorsitzende Richterin Melanie Bartschat schlug einen Strafrahmen von zwei Jahren und drei Monaten bis zwei Jahren und neun Monaten vor. Alle Beteiligten stimmten diesem zu. Der Strafrahmen wurde unter die Bedingung gestellt, dass der Angeklagte sich umfassend geständig zeige. Dem wurde Folge geleistet.

Der Staatsanwalt beantragte die Obergrenze der Verständigung von zwei Jahren und neun Monaten. Dies begründete er vor allem mit den vielfachen Vorverurteilungen und der hohen Rückfallgeschwindigkeit von lediglich vier Monaten.

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Dagegen führte der Verteidiger die Bemühungen seines Mandanten um Wiedergutmachung an. Auch sein umfassendes Geständnis, das eine lange Verfahrensdauer erspart habe, merkte er positiv an. Deshalb seien zwei Jahre und drei Monate aus seiner Sicht durchaus ausreichend.

Das Gericht schloss sich der Argumentation des Staatsanwaltes an, hielt aber eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten für angemessen. Insgesamt drei Jahre Haft warten jetzt auf den Rosenheimer.

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