FORMFEHLER FÜHRT ZU NEUER VERHANDLUNG

Prozess um Unfalltod von Melanie (21) und Ramona (15) vom Samerberg: Termine stehen fest

Zwei junge Frauen verloren bei diesem Zusammenstoß im November 2016 ihr Leben.
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Zwei junge Frauen verloren bei diesem Zusammenstoß im November 2016 ihr Leben.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Vor über vier Jahren haben Melanie Rüth und Ramona Daxlberger ihr Leben bei einem schweren Unfall in Rosenheim verloren. Bis heute ist der Unfall juristisch nicht abgeschlossen. Gegen einen 27-Jährigen, der maßgeblich am Unfall beteiligt gewesen sein soll, wird ab 27. Mai erneut verhandelt.

Traunstein/Rosenheim – Vor gut vier Jahren verloren Ramona Daxlberger (15) und Melanie Rüth (21) vom Samerberg bei einem schrecklichen Unfall in der Miesbacher Straße in Rosenheim ihr Leben. Drei Personen wurden schwer verletzt. Ein weiterer mehrtägiger Prozess startet am Donnerstag, den 27. Mai, vor dem Landgericht Traunstein gegen einen der mutmaßlichen Unfallverursacher, einen 27-jährigen Riederinger.

Das Bayerische Oberste Landesgericht München hatte der Revision des Verteidigers gegen das erste Traunsteiner Urteil stattgegeben und den Fall zur erneuten Prüfung an eine andere Strafkammer zurückverwiesen.

Vier Autos in den Unfall involviert

Vier Pkws spielten bei dem Unfallgeschehen am 20. November 2016 eine Rolle. Zwei BMW-Fahrer, darunter der jetzige Angeklagte, waren auf der Miesbacher Straße unterwegs. Ein 26-jähriger Ulmer wollte mit seinem VW Golf die Fahrzeuge überholen. Gemäß Anklage ließen ihn die beiden BMW nicht wieder einscheren.

Der VW Golf prallte frontal in den entgegenkommenden Nissan mit drei Frauen vom Samerberg. Melanie und Ramona starben, Ramonas Schwester Magdalena, damals 19, kam schwerverletzt in eine Klinik.

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Rechtskräftig verurteilt wurden bereits der Fahrer des VW Golf, der 2018 eine zweijährige Strafe mit Bewährung des Amtsgerichts Rosenheim annahm, und der Lenker des zweiten BMW, ein inzwischen 27-jähriger Kolbermoorer, der eine Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verbüßen muss und dessen Widerspruch das Bayerische Oberste Landesgericht als unbegründet zurückgewiesen hatte.

Formeller Beschluss wäre nötig gewesen

Das Gericht gab jedoch der Revision des Verteidigers des inzwischen 27 Jahre alten Angeklagten aus Riedering statt – wegen eines Formfehlers.

Der Grund: Während der Verhandlung zum Punkt „Autorennen“, der den anderen BMW-Fahrer betraf, war der Angeklagte mit seinem Verteidiger aus dem Sitzungssaal gegangen, genehmigt durch den Vorsitzenden Richter mit einer Handbewegung. Das Obergericht gelangte zu der Ansicht, hierzu wäre ein formeller Gerichtsbeschluss erforderlich gewesen.

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Die Erste Strafkammer mit Vorsitzender Richterin Heike Will rollt das Verfahren gegen den Riederinger ab 27. Mai komplett von vorne auf. Der sechstägige Prozess wird am 1., 2., 8., 9. und 15. Juni fortgesetzt. Wieder werden zahlreiche Zeugen und Sachverständige angehört.

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