DGB: Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich

"Probleme verfestigen sich"

Rosenheim - Im Landkreis Rosenheim sind fast zwei Drittel der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger länger als ein Jahr arbeitslos. "Trotz guter Konjunktur in der Region hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit im Hartz-IV-System nach Berechnungen des DGB deutlich erhöht", heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Auch sechs Jahre nach Errichtung des Hartz-IV-Systems würden Arbeitslose nur unterdurchschnittlich von der wirtschaftlichen Belebung profitieren. "Es ist ein Irrtum, wenn die Bundesregierung meint, bei sinkender Arbeitslosigkeit werde auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen automatisch zurückgehen", sagte der DGB-Vorsitzende der Region Südostoberbayern, Günter Zellner.

Bedrückend sei insbesondere die hohe Zahl jener Hartz-IV-Empfänger, die seit mehr als zwei Jahren arbeitslos sind. Fast die Hälfte (47,1 Prozent) aller arbeitslosen Hilfeempfänger im Landkreis zählen laut DGB zwischenzeitlich zu diesem harten Kern der Langzeitarbeitslosen, gegenüber 42,6 Prozent ein Jahr zuvor. "Soziale wie arbeitsmarktpolitische Probleme drohen sich zu verfestigen", glaubt Zellner.

Gleichzeitig hätten sowohl die Arbeitsagenturen als auch die Hartz-IV-Stellen weniger Geld eingesetzt, um diesen Menschen qualifiziert zu helfen. Im nächsten Jahr drohten insbesondere im Hartz-IV-System weitere Kürzungen. Dies wirke sich negativ auf die Zahl der geförderten Arbeitslosen aus.

Das Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen von Arbeitslosen, das jüngst verabschiedet wurde, sei demnach ein Etikettenschwindel. Das Gesetz enthalte keine einzige innovative Maßnahme zur Verbesserung der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. re

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