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Weihnachtsaktion „OVB-Leser zeigen Herz“

Sprechen ganz ohne Worte: Wie Lisi aus Prien das Lisianische erfand

Reine Glückssache: Lisi genießt mit Heilerziehungspflegehelferin Sophia Grüttner einen von vielen tollen Momenten im HPZ in Aschau.
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Reine Glückssache: Lisi genießt mit Heilerziehungspflegehelferin Sophia Grüttner einen von vielen tollen Momenten im HPZ in Aschau.
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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So echt, so herzlich, so einzigartig, so tief von innen heraus: Eigentlich müsste sich die Lisi (12) aus Prien ihr Lachen patentieren lassen. „Da könnte man einen tollen Lachsack draus machen“, sagt die Mama.Das gilt auch für Elisabeths Sprache, ebenfalls ein Unikat. Lisianisch eben.

Rosenheim/Mühldorf – Weil das Mädchen ohne Worte auskommen muss und schon gar keine ganzen Sätze über die Lippen bringt, hat es seine eigene Lautlehre entwickelt – ein bemerkenswert nuancenreicher Phonetik-Mix aus hellen und dunklen Tönen.

In Aschau und Prien sprechen alle Lisisch

Dazu gehört glucksen, piepsen, blubbern, juchzen, zischen, murmeln, quietschen, gackern oder kichern in den unterschiedlichsten Tonlagen und Lautstärken – natürlich auch die bunten Vokalreihen, die in der westlichen Welt gern als Indianer-Laute bezeichnet werden.

Doch was Lisi spricht, ist kein Indianisch. Es ist Lisianisch oder Lisisch, wie sie es in Aschau und Prien, wo Lisi daheim ist, gerne nennen. „Wir sprechen alle Lisisch“, betont Mutter Eva stellvertretend für die fünfköpfige Familie. Jedes zweite Wochenende verbringt Elisabeth mit Eltern und Geschwistern in Prien – und natürlich auch Fest- und Ferientage wie Weihnachten.

„Dahoam“ ist Lisi aber vor allem in Aschau: Heilpädagogisches Zentrum (HPZ), Würzburger Haus, Erdgeschoss, Wohngruppe Antonius – unter dieser Adresse ist sie am ehesten zu finden. Dort verbringt sie die meiste Zeit ihres Lebens – im Wohnheim, in der Schule, mit ihren jungen Mitbewohnern, Betreuerinnen, Therapeutinnen, Lehrern. Und sie alle beherrschen das Lisianische oder Lisische ebenfalls aus dem Effeff.

Elisabeth gehört zu den Kindern mit den schwersten Beeinträchtigungen im HPZ. Sie hat von Geburt an erhebliche motorische und kognitive Einschränkungen, sitzt im Rollstuhl, kann weder alleine gehen noch stehen und auch nicht sprechen. Hinzu kommen weitere Krankheiten, weshalb Elisabeth bei allen Dingen im Alltag – aufstehen, anziehen, essen, Körperpflege und so fort – rund um die Uhr auf Unterstützung und Fürsorge angewiesen ist.

Und das bekommen sie im HPZ in Aschau offenbar besser hin als die besten Eltern der Welt. „Der Wert des Wohnheims für Lisi und uns ist mit Gold nicht aufzuwiegen“, betont die Mama. „Man kann das gar nicht in Worte fassen, wie sehr das HPZ uns Eltern entlastet.“

Lisi kam vor zehn Jahren mit zwei ins HPZ, besuchte erst die Vorschulstufe, dann die Tagesstätte, schließlich die Förderschule. Seit März 2019 wohnt das Mädchen auch in Aschau und fühlt sich dort so wohl, dass die Eltern an den Trennungen nicht mehr groß zu knabbern haben. Weil Lisi gern heim nach Prien kommt – und sich ebenso gern wieder nach Aschau zurückfahren lässt.

Weihnachten 2021 ist das genau so. Vor allem den Heiligabend genießt Lisi wieder in vollen Zügen: Als sich die Mama, wie immer vor der Bescherung, im stimmungsvollen Kerzenschein ans Klavier setzt und alle zusammen „Stille Nacht“ singen – Mutter Eva (56), Filmregisseurin, Papa Michael (54), IT-Spezialist, Zwillingsschwester Johanna (12), Bruder Bastian (16) sowie ihre Halbbrüder Julian (21) und Benjamin (23). Was für wundervolle Momente des Glücks!

Quietschvergnügen: Lego im Wäschekorb

Leider kann man sie nicht festhalten und die Zeit auch nicht anhalten – und so geht es nach den Weihnachtsfeiertagen wieder ins Würzburger Haus. Die Rückfahrt ist 2021 wie immer: Sobald Kampenwandbahn und Schloss Hohenaschau in Sichtweite sind, gluckst, quietscht und lacht das Mädchen auf Lisianisch.

Bald wird das HPZ modernisiert und umgebaut. Lisi wird davon profitieren – wie alle anderen Kinder und Jugendlichen, die das HPZ im Kind im Zentrum Chiemgau (siehe unten) besuchen. Die Weihnachtsaktion „OVB-Leser zeigen Herz“ soll dafür sorgen, dass das Geld auch für eine moderne Ausstattung der Räume und Therapiegeräte reicht, die genau auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sind.

Lisi verbringt täglich eine Stunde in einem Stehständer, damit der Rücken gestreckt wird. Dabei lässt sie gern Legosteine in einen vor ihr am Boden stehenden Wäschekorb fallen. Jeder Treffer wird dann mit einem Quietscher auf Lisianisch bejubelt.

Mit Rihanna im Ohr auf die Massagematte

Zum Entspannen hört sie gern Musik, unter anderem von Rihanna. Oder Elisabeth macht es sich im Würzburger Haus im bunten Wasserklangbettraum oder auf der schwarzen Massagematte bequem. Noch hat sie auf der Matte Platz. Aber am 12. Januar wird sie 13. Bald könnte die Unterlage zu klein sein, auch die Technik ist sicher nicht mehr der letzte Schrei. Ansatzpunkte für die OVB-Weihnachtsaktion gibt es also viele – vor allem in der digitalen Welt im HPZ, die für die Kinder im Hinblick auf bestmögliche Lebensqualität und Eigenständigkeit von so großer Bedeutung ist.

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Aber wir alle müssen auch mal „unplugged“ sein. Wer eine kurze Auszeit braucht, setzt sich gern zu Lisi auf die Couch. Zum Auftanken, weil ihre Lebensfreude das herzlichste Lachen der Welt so ansteckend sind. Das klappt fast immer, man muss nur Lisianisch können. Und das lernt man schnell.

Jeden Morgen ist Rush-Hour in Aschau

Lisi (12) ist eines von 26 Kindern und Jugendlichen, die in Aschau in vier Gruppen im HPZ-eigenen Wohnheim wohnen. Lisis Antoniusgruppe sowie Regenbogen- und Josefgruppe befinden sich im Würzburger Haus in der Ortsmitte, die Franziskusgruppe im Hauptkomplex von Kind im Zentrum Chiemgau (KIZ) mit Klinik und HPZ am Ortsrand (siehe Foto). Jeden Morgen, vor Schulbeginn, ist Rush-Hour in Aschau. Wer da nicht einmal dabei gewesen ist, kann nur erahnen, was das für eine logistische und pflegerische Meisterleistung ist: alle 26 Buben und Mädchen nahezu gleichzeitig aus ihren Betten holen und dafür sorgen, dass sie gewaschen, angezogen und mit einem Frühstück im Magen pünktlich zum Schulbeginn um 8.15 Uhr in ihren Klassenzimmern sitzen.

Rund 100 Schüler aus der Region besuchen die Förderschule in Aschau in elf Klassen, 52 davon werden nach Unterrichtsschluss in sieben Gruppen auch in der Tagesstätte betreut. In ihrer Klasse – der Mittelschulstufe 5 – mag es Lisi besonders gern, wenn Lehrerin Irmi Gromer-Wright im Morgenkreis zur Gitarre greift und gemeinsam das Lied „In die Schule gehen wir“ gesungen wird.

Schulleiterin Susanne Kremer macht sich mit ihrem Team – 30 Lehrkräfte, 22 Schulpflegkräfte – bei der Zusammenstellung der Klassen viele Gedanken, um allen Schülern bestmögliche Teilhabe und Förderung zu verschaffen – von den ganz Kleinen in der Vorschulstufe bis zu den Berufsschülern. Alle haben eine körperliche Behinderung, manche – so wie Lisi – auch kognitive Einschränkungen. Alle bekommen einen individuellen Förderplan, manche schaffen sogar den Quali.

Die OVB-Weihnachtsaktion 2021.

Das sind die Nummern der Spendenkonten

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

IBAN DE75 7115 0000 0000 0787 82

BIC BYLADEM1ROS

meine Volksbank Raiffeisenbank eG

IBAN DE78 7116 0000 0008 8499 00

BIC GENODEF1VRR

Spenden und einen Mazda gewinnen

Unter allen Spendern und Teilnehmern wird ein Mazda 2 verlost. Den Wagen im Wert von 17.500 Euro hat City-Autopartner Kolbermoor, ein Unternehmen der Auto-Eder-Gruppe, gestiftet. Die Namen der Spender werden in der Printausgabe der OVB-Heimatzeitungen veröffentlicht. Wer nicht mit seinem Namen erscheinen will, vermerkt dies bei der Überweisung mit dem Zusatz „Anonym“ oder „Keine Namensnennung“. Jede Spende ab zehn Euro, die bis 6. Januar 2022 auf einem der beiden Spendenkonten eingeht, nimmt automatisch an der Verlosung des Wagens teil.

Bei Beträgen bis zu 300 Euro gilt der Kontoauszug oder Überweisungsbeleg als Spendenquittung für das Finanzamt. Bei höheren Beträgen stellt die OVB-Stiftung Spendenquittungen aus. Hierzu muss allerdings eine vollständige Postadresse vorhanden sein.

Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und der Auto-Eder-Gruppe sowie deren Angehörige können nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Aus rechtlichen Gründen sind die OVB-Heimatzeitungen verpflichtet, auch Nicht-Spender am Gewinnspiel teilnehmen zu lassen. Diese schicken eine Postkarte mit dem Kennwort „Weihnachtsaktion: Ich will ohne zu spenden gewinnen“ ans OVB. Ihre Betroffenenrechte und Datenschutzinfos finden Sie unter https://www.ovbabo.de/datenschutz.