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OVB-Leserforum

Zoff um Corona und Impfung: „Wo bitte ist die Vernunft geblieben?“

Eine Frau lässt sich für einen Corona-Schnelltest in einer Apotheke einen Abstrich in der Nase abnehmen.
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Eine Frau lässt sich für einen Corona-Schnelltest in einer Apotheke einen Abstrich in der Nase abnehmen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen bestimmen die Diskussion der OVB-Leser in Sachen Corona und Impfung.

Andreas Bachhuber (Bruckmühl): Nachdem in der vergangenen Woche gefragt wurde, ob die Ungeimpften schuld sind, möchte ich nun den Geimpften ein paar Fragen stellen: Habt ihr euch im Jahr 2009, als der Schweinegrippe-Virus H1N1 sich pandemisch ausbreitete, mit dem Impfstoff Pandemrix impfen lassen? Dieser war ursächlich für Narkolepsie als Langzeitfolge, allerdings blieb unsere Regierung damals auf Millionen von Impfdosen sitzen, weil die Bevölkerung zu dieser Zeit anscheinend nicht willig genug war, den Empfehlungen von Pharmaindustrie-finanzierten Experten Glauben zu schenken. Warum wohl liegt dem EU-Parlament ein Entschließungsantrag zur Einrichtung eines Fonds zur Entschädigung der Opfer der „Covid-19-Impfstoffe“ (Drucksache B9-0475/2021) vor – und keiner für eine Prämienzahlung für gesunde Ungeimpfte, die weder den Impfstoff, noch die Leistungen des Krankenhauspersonals in Anspruch genommen haben? Warum werden von euch eigentlich die Ungeimpften immer als egoistisch dargestellt, wo doch auch sie mit ihren Steuern die Finanzierung eurer kostenlosen Erst-, Zweit- und der darauffolgenden Booster-Impfungen sicherstellen, während sie selbst für ihre Tests zahlen müssen? Wann denkt ihr eigentlich, dass ihr als ausreichend geimpft gelten werdet, wo doch alle paar Monate eine neue Variante durch die Medien getrieben wird? Auch wenn ihr geimpft seid, glaubt ihr wirklich, dass ihr euch nicht mehr infizieren könnt, beziehungsweise wenn ihr dann infiziert seid, andere nicht mehr infizieren könnt?

Ist es nicht eher so, dass ihr Geimpften egoistisch handelt, wenn ihr euch eine Booster-Impfung verabreichen lasst, damit ihr euch nicht mehr testen lassen müsst und damit im Falle einer Infektion nicht mehr als infizierte Person festgestellt werden könnt?

Richard Helwig (Bruckmühl): Es ist sehr lobenswert von unserer Regierung, die Menschen zu trennen! Wenn ich absolute Sicherheit wegen der Ansteckung von Schnupfenviren haben möchte, muss ich in Läden mit 2G, denn da können nur die Besseren unserer Gesellschaft eine Bluse oder Shirt für 1,99 Euro ergattern. Andererseits verstehe ich nicht, dass die gleichen Leute das Risiko eingehen, Lebensmittel zu kaufen, denn dort trifft sich der Mob der Ungeimpften.

Wo bitte ist in dieser Zeit die Vernunft geblieben? Bitte schaltet mal wieder euer Gehirn ein. Jetzt wird wieder Alarm geschlagen – für etwas, das es immer schon gegeben hat und immer geben wird. Man sollte sich mal fragen, was all diese Maßnahmen der Regierung angestellt und was sie für Existenzen und Branchen bedeutet haben. Jetzt ruft man eine Impfpflicht für Ärzte und Personal aus, einige werden wieder die Kittel hinwerfen. Egal, dann kann man nächstes Jahr weitermachen mit Panik. Und es trifft nur diejenigen, die wirklich krank sind. Und es werden immer mehr!

Marga Leingartner (Rosenheim) Im Sommer haben die Ärzte vor der vierten Welle der Pandemie gewarnt. Das hat auch „Mutti“ Merkel getan. Sie konnte ja nichts mehr verlieren.

Vor der Wahl hat keine der Parteien etwas von Corona erwähnt. Das hätte ihnen Stimmen gekostet.

Am Anfang der Pandemie (vor fast zwei Jahren) hat unser Ministerpräsident als Erster seinen Mund aufgemacht. Das hat ihm viel Sympathie gebracht. Vor der Wahl war für ihn das Wort „Pandemie“ ein Fremdwort. Nichts hat es ihm beziehungsweise der CDU/CSU genützt.

Jetzt, nachdem die Regierung steht, sind die Parteien aufgewacht. Plötzlich spielt dieses Thema eine Rolle bei ihren Beratungen und Beschlüssen. Diese kamen leider viel zu spät, insbesondere für die Wirtschaft.

Man konnte das deutlich bei den Händlern erleben, die ihre Ware bei den Christkindlmärkten verkaufen. Diese haben ihre Geschäfte geschlossen, bevor sie diese geöffnet hatten. Sie durften ihre Buden, die sie für die Christkindlmärkte aufgebaut haben, wieder abbauen.

Ihre Ware dürfen sie lagern oder gar wegwerfen, wenn sie verderblich ist. Da sich die Händler nicht rechtzeitig auf die Absagen der Christkindlmärkte wegen der vierten Welle der Pandemie einstellen konnten, haben sie viel zu viel Ware bestellt. Und diese Ware wurde oft speziell für den Christkindlmarkt hergestellt (zum Beispiel Glühwein). Für sie ist heuer das Geschäft gelaufen.

Wer ersetzt ihnen die ganzen Ausgaben? Vielleicht bekommen sie „Mini-Zuschüsse“. Wer bezahlt diese? Natürlich wir, die Bürger. Und das alles, weil die Parteien samt Frau Merkel nach der Wahl das Thema „Pandemie“ zunächst vergessen haben.

Theo Auer (Rosenheim): Kaum hat Minister Holetschek einen logisch verständlichen und nachvollziehbaren Vorschlag gemacht, kommen die Bedenkenträger schon aus allen Ecken gekrochen.

Was hat er vorgeschlagen? Wer ohne erklärbaren medizinischen Grund sich einer Schutzimpfung gegen Covid- 19 verweigert, soll im Erkrankungsfall an den Kosten – in welcher Form auch immer – beteiligt werden.

Weil nicht genug Intensivbetten verfügbar sind, werden solche Patienten über hunderte Kilometer per Flugzeug und/oder Hubschrauber transportiert. Die lebensrettende Beatmung ist mit 30 000 bis 70 000 Euro anzusetzen. Bezahlt wird das von allen Versicherten gemeinsam – die in der überwiegenden Mehrzahl geimpft sind und derlei Therapie nicht benötigen. Und wenn doch, so im bestmöglichen Umfang vorgesorgt haben.

Hier wird die Solidargemeinschaft als Gegenargument ins Feld geführt? Wie solidarisch hat sich denn dieser Impfverweigerer gegenüber der Gemeinschaft verhalten? Wie solidarisch gegenüber den Krebs-, Transplantations- und Unfallpatienten, die auch seinetwegen auf die notwendige Operation länger warten müssen? Wie solidarisch verhält er sich gegenüber den Mitmenschen, die – von ihm angesteckt – zumindest etliche Zeit in Quarantäne bleiben müssen, wenn sie nicht gar selber erkranken?

Und dann den hinkenden Vergleich mit Übergewichtigen und Rauchern heranzuziehen, ist ein Vergleich von Äpfeln mit Kürbissen.

Niemand wehrt sich ernsthaft gegen Pocken-, Polio- oder Tetanusimpfungen. Wer sich im Straßenverkehr nicht an die Regeln hält und dadurch andere gefährdet, wird je nach Gefährdung abgestuft sanktioniert. Wo ist hier der Unterschied? Teilung der Gesellschaft? Diese Teilung geschieht nicht durch die Geimpften. Die Gefährder stellen sich ins Abseits – von Teilung keine Spur. Der Staat hat gegenüber seinen Bürgern eine Schutz-Verpflichtung. Nur darum geht es hier. Darum sind in diesem Falle Sanktionierungen verhältnismäßig.

Johann Frank (Schonstett): Herr Eiwan, ist Ihnen eigentlich schon bewusst, dass durch ohne die von Ihnen infrage gestellten Impfungen gegen Corona die Betten in den Intensivstationen der umliegenden Krankenhäuser, die zu über 80 Prozent von ungeimpften Corona-Patienten belegt sind, bei Weitem nicht mehr ausreichen würden? Haben Sie die Hilfstransporte für die Verlegung von Corona-Patienten mit Passagierflugzeugen in Kliniken, die noch Kapazitäten frei hatten, nicht gesehen? Können Sie sich nicht vorstellen, dass die Ärzte und das Personal in den betroffenen Kliniken total am Limit arbeiten?

Dass jetzt eine neue Variante von Corona, Omikron, dazukommt, dafür kann die Politik nichts. Aber auch hier gilt, von allen Virologen empfohlen, eine doppelte Impfung plus Boosterimpfung, die zu circa 70 Prozent auch gegen diese Variante schützt. Können Sie zudem verantworten, wie von Ärzten schon beschrieben, dass dringend notwendige Operationen von Herz- oder Krebspatienten verschoben werden müssen, wie auch in meinem Bekanntenkreis schon geschehen, weil alle Intensivbetten mit ungeimpften Corona-Patienten belegt sind? Auch hier geht es um Leben und Tod.

Ein vielfach zitiertes Zitat der vergangenen Wochen: „Die Freiheit des Einzelnen hört dann auf, wenn die Freiheit der Mitmenschen eingeschränkt wird!“ Darum: Impfen, impfen, impfen.

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