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Für den Schutz der Weidetiere

„Ein deutliches Signal“: Bauern aus der Region Rosenheim entzünden Feuer gegen den Wolf

In ganz Europa werden wie in Oberaudorf Mahnfeuer als Protest gegen die Ausbreitung des Wolfes entzündet.
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In ganz Europa werden wie in Oberaudorf Mahnfeuer als Protest gegen die Ausbreitung des Wolfes entzündet. (Symbolbild)
  • Julian Baumeister
    VonJulian Baumeister
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Der Wolf ist nach wie vor ein brennendes Thema in der Region - im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bauernverband veranstaltet nun am Hocheck in Oberaudorf ein Mahnfeuer. Denn die Almbauern fürchten mit Blick auf die vielen Risse in Österreich und die immer weiter wachsende Wolfspopulation im Alpenraum um ihre Existenz.

Rosenheim/Oberaudorf - Ins Leben gerufen haben die Aktion „Mahn- und Solidarfeuer - Europa der Wölfe oder Europa der Weidetiere? Hat die Weidetierhaltung noch ein Zuhause in Europa?“ der österreichische Verein „Save The Alps“, der sich um den Schutz von Schafen, Ziegen und Rindern vor dem Wolf kümmert, der Förderverein der Deutschen Schafhaltung sowie Verbände und Bürgerinitiativen des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement.

Mahnfeuer in ganz Europa

Die Veranstalter rufen alle, die Schäden durch den Wolf zu befürchten haben, auf, am Freitag (30. September) um 19 Uhr ein Mahnfeuer zu entzünden. „Dabei ist es egal, ob das ein Teelicht im Garten oder ein Holzstoß auf der Weide ist, solange das Feuer legal ist und vorher angemeldet wurde“, heißt es in der Ankündigung von „Save The Alps“. Inzwischen sind bereits über 400 Mahnwachen in ganz Europa angekündigt, wie die Veranstalter mitteilen. Auch der Bauernverband und die Schafhaltervereinigung Rosenheim beteiligen sich am Solidarfeuer.

„Die Idee hinter dieser Aktion ist gut“, sagt Katharina Kern, Kreisbäuerin des Landkreises Rosenheim. Man müsse ein „deutliches Signal in Richtung Gesellschaft und Politik für einen besseren Schutz der Weidetiere senden“. Es gehe schließlich um den Erhalt der Weidewirtschaft. Wenn sich der Wolf dauerhaft hier ansiedle, werde die Haltung von Schafen und Rindern auf Bergwiesen immer schwieriger, befürchtet die Kreisbäuerin. „Wir brauchen die Tiere auf den Almen, damit wir unsere Betriebe und so unsere Existenzen aufrecht erhalten können.“

Die Bauern sind vor allem in Sorge, dass sich in der Region doch mal ein Rudel niederlässt. „Dafür ist der momentan angebotene Herdenschutz nicht praktikabel“, beklagt Kern. Und der Blick auf die Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland lässt die Sorgenfalten bei Kern noch größer werden. Derzeit gibt es nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland in Bayern vier Rudel, ein Wolfspaar und drei Einzeltiere, die sesshaft geworden sind. Das geht aus dem Bericht für das Monitoringjahr 2020/2021 hervor. „Wir haben bei Wölfen eine ungefähre Reproduktion von 30 Prozent im Jahr. Das bedeutet, dass sich der Bestand alle drei Jahre verdoppelt“, sagt Kern. Deshalb sei es an der Zeit eine „sachlich, vernünftige Diskussion“ zu führen, wie man dem ergebnisbringend entgegensteuern kann.

Über 500 Nutztierrisse in Österreich

„Darauf wollen wir mit dem Feuer aufmerksam machen. Damit der Schutz unserer Tiere verbessert wird und wir nicht ähnlich viele Vorfälle wie beispielsweise in Österreich bekommen“, sagt die Kreisbäuerin. Dort sind laut Angaben des Österreichzentrums für Bär, Wolf und Luchs allein 2022 über 500 Nutztiere durch Wölfe gerissen worden. In Bayern dagegen gab es weniger als zehn Risse bei 30 Wolfsnachweisen seit Jahresbeginn, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) auf Nachfrage mitteilt.

Um mit der Aktion möglichst viel Aufsehen zu erregen, hat sich der Bauernverband und die Schafhaltervereinigung für ein Mahnfeuer am Übungsgelände am Hocheck in Oberaudorf entschieden. „Von dort aus ist es weit ins Inntal hinein zu sehen und auch von der Autobahn aus gut zu erkennen“, sagt Kern. Zudem sei der Standort sehr passend, da es in und um Oberaudorf 54 bewirtschaftete Almen gebe, berichtet Kern. „Dort ist man besonders abhängig von der Weidewirtschaft.“

Protestaktionen auch im Landkreis Traunstein

Auch in anderen Teilen der Region soll es am Freitagabend (30. September) Protestfeuer gegen den Wolf geben. Im Landkreis Traunstein zum Beispiel in Bergen oder auch in Siegsdorf. Der Bauernverband Traunstein war allerdings bis Redaktionsschluss für eine Antwort nicht zu erreichen.

In Oberaudorf hofft Katharina Kern, dass viele Menschen aus dem ganzen Landkreis zu der Mahnwache kommen. Nur dann könne es auch etwas bewirken. „Auch wenn das Feuer nur eine symbolische Wirkung hat, ermöglicht es vielleicht, dass wir irgendwann eine Lösung finden, mit der alle leben können.“

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