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CORONA-PANDEMIE

Ob Rosenheimer Herbstfest oder nicht: Ein bisserl was geht immer

So war’s vergangenes Jahr am Salzstadl. Eine Nummer kleiner soll es heuer im Außenbereich bei der Bar Tatis zugehen. Foto: Schlecker
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So war’s vergangenes Jahr am Salzstadl. Eine Nummer kleiner soll es heuer im Außenbereich bei der Bar Tatis zugehen.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Das Rosenheimer Herbstfest steht auf der Kippe. Aber der Sommer kann kommen. Wie sich in der Region Rosenheim mitten im Corona-Debakel auch so etwas wie trotzige Hoffnung rührt.

Rosenheim –Tom Ottitsch ist umgezogen. Also, nicht ganz und schon gar nicht für ewig. Aber: Nicht mehr in der Rosenheimer Innenstadt, sondern am Simssee sieht man den Clubbetreiber derzeit die meiste Zeit des Tages.

„Tatis ist ja gerade nicht so“, sagt Ottitsch. Seit einigen Wochen betreibt er statt einer Bar also einen Kiosk am See. Er fühlt sich sehr wohl dort und ist der Gemeinde sehr dankbar. Aber gstandener Wirt ist er eben auch. Derweil plant er daher auch schon Sommeraktivitäten. Nicht ganz so groß wie vergangenes Jahr, als die Bermuda-Insel einen Großteil des Salzstadels einnahm. „Aber wir werden den Vorplatz und den Hinterhof vom Tatis herrichten und aufhübschen“, sagt er, „zusammen mit dem ,Hans Wurst‘ – das wird schön.“

Suche nach dem Lichtstreif am Horizont

So wie Tatis-Chef Ottitsch geht es gerade vielen Rosenheimern. Auf das Rosenheimer Großereignis des Herbstfestes würde niemand wetten wollen. Und der erneute Ausfall wäre wirtschaftlich eine Katastrophe, wie etwa Paul Adlmaier sagt, Chef eines Bekleidungshaus für Männer in Rosenheim und Vorsitzender des City-Managements.

Aber: Über das Desaster entgangener Einnahmen in Höhe von vielen Millionen Euro hinaus schauen die Menschen in der Region nach dem Lichtstreif am Horizont.

Hoffnung auf viele Sommer-Events

Denn vorm Herbstfest kommt der Sommer. Er soll groß werden, und vor allem soll er bunt sein. Der „Sommer in Rosenheim“ bescherte den Menschen im vergangenen Jahr eine kräftige Dosis Stimmungsaufhaller. „Das war schon ein Erfolg“, sagt Max Fahrenschon, Vorsitzender des Schausteller-Verbands Rosenheim.

Reich wurde niemand damit, und auch insgesamt haben die mittlerweile 14 Monate der Pandemie sein Unternehmen und die seiner Kollegen mitgenommen. Aber – die Schausteller konnten sich präsentieren, sie verdienten wenigstens ein bisschen Geld, und die Menschen hatten Freude. „Wenn das Herbstfest nicht stattfinden kann, ist es „schlimm“, sagt Fahrenschon. Aber das Alternativprogramm sei „auf jeden Fall viel besser als nichts“.

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Worauf Fahrenschon hofft: dass der „Sommer“ dieses Jahr noch ein wenig früher beginnen kann. Vergangenes Jahr hatte man noch nicht so viel Erfahrung mit der Pandemie gesammelt. Da musste man auch den „Plan B“ erstmal erfinden und entwerfen. Diesmal ist schon etwas mehr Routine zu spüren. Jedenfalls verspricht Fahrenschon: „Das Kinder-Karussell wird‘s wieder geben.“ Die Kollegen jedenfalls hätten vergangenes Jahr gerne mitgemacht und überwiegend eine positive Bilanz gezogen.

„Sommer in Rosenheim“ wird länger und vielfältiger

Mit den Planungen ist man früher dran als im vergangenen Jahr, Ob das Herbstfest stattfinden kann oder nicht, dazu möchte sich Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl nicht äußern, die Entscheidung liege in den Händen des Wirtschaftlichen Verbands. Aber zu den Planungen der Stadt für die nächsten Monate. Nicr ganz einfach, sagt er „zumal sich auch rechtliche Rahmenbedingungen permanent ändern“.

Aber noch im Mai wolle man am Max-Josefs-Platz und am Ludwigsplatz zusätzliche Liegen aufstellen, Elemente wie „Rosenheim blüht auf“ kommen dann nach und nach dazu, genau so wie ein Beachvolleyballfeld auf der Loretowiese und ein Strandkorbfestival auf der Loretowiese. Der Sommer in Rosenheim sei heuer „breiter angelegt“, sagt Bugl. Und auf langfristige Wirkung angelegt: Das Strandkorbfestival etwa soll von 25. Juni bis 8. August eine Folge von Konzerten nach Rosenheim bringen.

„Depressionen sind auch eine Krankheit“

Das Herbstfest ersetzen kann das alles nicht. Aber es hilft. Das findet auch Theresa Albrecht, Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands. „In jedem Fall ist das gut“, sagt die Rohrdorfer Hotel-Unternehmerin. „Wir müssen schauen, dass die Menschen wieder Freude haben. Auch Depressionen sind eine Krankheit.“

Was ebenfalls helfen würde: eine Perspektive. „Ob das Herbstfest stattfindet oder nicht, ist uns im Grunde wurscht“, sagt Martin Kupferschmied vom Happinger Hof. „Aufmachen müssten wir wieder dürfen.“ Wann die Hotels wieder Urlauber und die Gaststätten Gäste zumindest in der Außengastronomie empfangen dürfen, steht aber noch in den Sternen. Weswegen sich Kupferschmidt von Dehoga wie von der Politik verlassen fühlt.

3G-Standard für Lockerung der Corona-Regeln

Da bringt sich Klaus Stöttner ins Spiel, Landtagsabgeordneter und tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. „Drei G“ heißt sein Vorschlag, er meint: „Genesene, Geimpfte Getestete“. Wer Corona hinter sich habe, durch die Spritze immunisiert sei oder einen negativen Test vorweisen könne, solle Platz nehmen dürfen.

Das will er vorschlagen. Mitte Mai, so hofft Stöttner, soll die Gastronomie öffnen dürfen. Das klingt zur Zwit immerhin realistisch, eher jedenfalls als die Vorstellung von Festzelten, gefüllt mit schunkelnden Menschen.

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